Asien. Allgemeine Uebersicht. — Bodengestalt.
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Suchum Kaleh.
Bodengestalt.
Die charakteristische Erscheinung in der Oberflächengestalt des asiatischenContinents ist dessen Massenerhebung, verbunden mit einer vorwiegend plateau-artigen Detailgliederung. Eine Zone von Hochebenen erstreckt sich vom AegäischenMeere bis zur pacifischen Küste von China. Asien ist der einzige Erdtheil, dessenmittlere Gesammterhebung über die mittlere Erhebung der gesammten Landmasseder Erde reicht. Es beträgt nämlich die mittlere Erhebung des Erdtheils
Asien . . . (44*6 Millionen Quadratkilometer) = 879 Meter über dem Meere.
Afrika . . (30 „ „ ) = 602 „ „ „ „
Amerika. . (38-4 * „ ) — 566 „ „ „ „
Australien . (9 „ „ ) = 362 „ „ „ „
Europa . . (97 „ „ ) = 292 „ * „ „
Die durchschnittliche Erhebung der gesammten Landmasse der Erde beträgt646 Meter.
Mit geringen Ausnahmen stehen die grossen Gebirgs-systeme Asiens als begrenzende Randgebirge oder auf-gesetzte Ketten mit den ausgebreiteten Hochebenen innäherem Zusammenhang. Ausserdem treten noch mehrere iso-lirte Hochländer und Gebirge auf. Die Ausdehnung der Tief-länder ist gleichfalls sehr bedeutend, denn sie beträgt dendritten Theil der ganzen Oberfläche des Erdtheils (das sibi-rische Tiefland für sich allein den vierten Theil).
a) Hochebenen. (Im Zusammenhänge mit den Gebirgs-systemen.) Man unterscheidet zwei Hauptabschnitte: das grössereund höhere Hochland von Hinterasien, und das kleinere undniedrigere von Vorderasien.
1. Das hinterasiatische Hochland wird von den mäch-tigsten Gebirgen der Erde begrenzt, im Westen vom Pamir-plateau, im Süden vom Himälaya, im Osten vom Chingan(gegen die Mandschurei) und den chinesischen Alpen, imNorden vom Altai, demsajanischen und dauri-schen Gebirge. — Diesesungeheure Gebiet zerfälltin mehrere natürliche Ab-schnitte: in das nördlichecentralasiatische Binnen-becken (einst Meeresboden,daher bei den Chinesen Han-Hai, d.i. „das trockeneMeer”,genannt) und in das südlicheoder tibetanische Hoch-land. Das Han-Hai beginntam Pamirplateau und wirdim Westen vom Tien-schan(„Himmelsgebirge”) undKu-en-lun eingeschlossen. Diedurchschnittliche Breite die-ses gewaltigen Beckens be-
trägt 700 Kilometer;die Länge misst 4000Kilometer. Den west-lichen Abschnitt diesesBeckens nennt man die„Kleine Bucharei” (oderHohe Tatarei), sie istmit dem Tarimbeckenidentisch; der östlicheAbschnitt begreift dieWüste Gobi (Scha-mo,chinesisch = „Sand-meer”) und Theile derMongolei in sich.
Das südliche oder tibeta-nische Hochland ist die mäch-tigste Erhebung der Erde. Esist eine 2*2 Millionen Quadrat-kilometer grosse, im Westenund Osten sich allmählich sen-kende Hochlandsmasse, derenmittlere Höhe mindestens 4000Meter beträgt. Nur der centraleTheil (Tibet im engeren Sinne)scheint durchwegs eben zu sein.In seinen nördlichen Strichenist dieses Gebiet Salzsteppe undbefinden sich daselbst grosseSalzseen, deren bedeutendsterder Tengri-nor ist. Osttibetist oin von wilden Bergmassenerfülltes Land. Im südlichenTheile gehen die Gebirgskettenin jene der hinterindischen Halb-insel über. In östlicher Richtunggehen langgestreckte Gebirgszüge ab, welche sich hauptsächlich zwischen dem Jang-tse-kiang und Hoang-ho erstrecken und wahrscheinlich mit dem Kuen-lun-SystemZusammenhängen. Das Becken des Kuku-nor (3500 Meter) stellt schon eine etwasniedrigere Vorstufe des Gebirgslandes dar, welches zwischen den oben genanntenFlüssen noch eine mittlere Erhebung von 4500 Metern hat.
2. Das vorderasiatische Hochland. Die Verbindungzwischen diesem Hochlande und dem von Hinterasien wirddurch den Hindukuh (Paropamisus) hergestellt. Das ersteGlied dieser westlichen Hochebene ist Iran, im östlichenRandgebirge (Solimankette) wild und schroff aus der Indus-ebene aufsteigend, im Süden und Westen in mehreren Terrassenabfallend, dort zum Indischen Ocean, hier zum mesopotamischenTief lande. Auch der Nordrand des iranischen Hochlandes(Elbursgebirge, mit dem 5628 Meter hohen Demawend)fällt steil ab, und zwar zum Südufer des Kaspisees. Dasnordöstliche Randgebirge — eine Fortsetzung des Hindukuh— löst sich in eine Reihe kleinerer Höhenzüge auf, welche(wie die Nordhänge des Hindukuh) in die Tiefebene vonTuran auslaufen. — Im Inneren von Iran finden sich aus-gedehnte Ebenen (Becken): die „grosse Salzsteppe”zwischenTeheran und Ispahan; die „Wüste Lut” im Norden von Kermanund das Becken von Seistan mit dem Salzsumpf Hamun (nurmehr 380 Meter hoch), in welchen sich der Hilmend ergiesst.
Das zweite oder mittlere Glied der westasiatischen Hoch-länder ist jenes von Armenien, im Nordwesten an das irani-sche Plateau anschliessend. Seine westliche Fortsetzung istdas Plateau von Kleinasien. Auch hier tritt die Eigenthüm-lichkeit der Begrenzungen durch Randgebirge hervor. ImNorden ist es das pontisch-armenische und pontisch-anatolische Randgebirge, im Süden der Taurus, welcherseine grösste Erhebung in Kilikien hat und dessen östlicher
Theil auch als „KurdischesAlpenland” (zwischen denQuellen und Oberläufen desEuphrat und Tigris) bezeich-net wird. Nach Südosten hingeht das Taurussystem in diewestiranischen Randketten(auch Zagrosgebirge ge-nannt) über. Im Westen istdie kleinasiatische Hochebe-ne (im mittleren Theile Salz-steppe) durch kein Randge-birge begrenzt. Vom Randedes Hochlandes streichen hiermehrere, zu einer Anzahl vonFlüssen parallel verlaufendeKettengebirge nach Westen,fast bis hart an die Küstedes Aegäischen Meeres.
Das Pamirplateau von Yanghi-Hissar aus gesehen.
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