Tripoli in Syrien (Tarabulus-esch-Scham).
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G-UNTHER, &> RÜCKER. X-A
Ä. Westasien.
I. Das Kaukasusgebiet und Russisch-Armenien.
Lage und Grenzen. In älteren geographischen Handbüchernfindet man die Grenze zwischen Europa und Asien (vom Uralabgesehen) auf der Kammlinie des Kaukasus gezogen. DieseEintheilung hatte den Fehler, dass sie ein orographisch ein-heitliches Gebiet in geographischer Beziehung auseinanderriss,indem der nördliche Theil der kaukasischen Gebirgswelt zuEuropa, der südliche zu Asien geschlagen wurde. Jetzt nimmtman für die beiden Welttheile eine andere Trennungslinie an— die der beiden Flüsse Manytsch. Ein Blick auf die Kartegenügt, um zu begreifen, dass jene Districte, welche man „Cis-kaukasien” nennt, zum mindesten in politisch-geschichtlicherund ethnographischer Beziehung das nördliche Aussenfeid derKaukasusregion bilden, wie denn auch andererseits „Trans-kaukasien”, der theils gebirgige, theils flache Isthmus südlichdes hohen Kaukasus, als eine Uebergangsstufe zu den armeni-schen Stufenländern am Araxes und am Euphrat anzusehen ist.
In Ciskaukasien hat die Natur, wenigstens im Süden, dieGrenzen selber gezogen. Es sind dies die Flüsse Kuban undTerek, deren Quellen ziemlich nahe bei einander liegen,während die Laufrichtungen diametral entgegengesetzte sind;der Kuban mündet mit einem ausgedehnten Delta theils indas Asow'sche, theils in das Schwarze Meer, der Terek (gleich-falls mit einem Delta), in den Kaspisee. Das Asow’sche Meerim Westen, der Kaspisee im Osten sind sonach als die natür-lichen Grenzen des fraglichen Landes in den beiden angeführtenRichtungen anzusehen. Im Norden ergiebt sich eine weiterenatürliche Scheidelinie in den hydrographisch merkwür-digen Flussläufen der beiden Manytsch, welche durcheine, fast genau in der Mitte des flachen Isthmus statt-findende Bifurcation Zusammenhängen, obwohl der „öst-liche” Manytsch dem Kaspisee, der „westliche” Manytschdem Don zuströmt.
Als Ströme oder Flüsse freilicli sind diese Rinnsale nicht anzusehen,denn sie bilden nur eine Kette von Salzseen, trockenen Betten und Faul-flüssen; fliessendes Wasser bringen nur grosse Niederschläge oder die Schnee-schmelze des Frühlings. Das Geiälle von der Wasserscheide aus nach beidenRichtungen ist äusserst gering, so dass diese merkwürdige topographischeSituation mehrfach, d. h. sowohl im Alterthum, als in neuerer und neuesterZeit, Projecte reifen liess, welche sich auf Canalanlagen beziehen, die, aufdem Wege der Ausnützung beider Manytschflüsse, zwischen dem Asow’schenMeere und dem Kaspisee herzustellen wären. Die tiefe Lage des Spiegels desKaspisees (26 Meter unter dem des Schwarzen Meeres) und die Thatsache,dass derselbe noch fortwährend im Sinken begriffen ist, eröffnen die Aussicht,dass ein derartiger Canal allmählich verseichten und schliesslich versumpfenwürde. Um den Canal zu ermöglichen, schlug der amerikanische IngenieurSpalding vor, den Don in die Wolga abzuleiten, um das Niveau des Kaspi-sees auf die Höhe desjenigen des Schwarzen Meeres zu heben (!). Der kühneProjectant gedachte ferner, die Gewalt des aus dem Schwarzen Meere inden tiefer gelegenen See hinabströmenden Wassers zur Erleichterung derRiesenarbeit nutzbar zu machen, anderer abenteuerlicher Ideen nicht zugedenken.
Zum Kaukasusgebiet im weiteren Sinne pflegt man auchden russischen Antheil an Armenien zu rechnen. Er bildetein orographisches Gebiet für sich und wird als solches nochzur Sprache gebracht werden.
Bodengestalt. Das ciskaukasische Steppengebiet, sowie dieNiederungen in Transkaukasien abgerechnet, gehört das Landdurchwegs mächtigen Gebirgen an, welche sich geographischin zwei Abtheilungen scheiden: in den Kaukasus und dasArmenische Hochland.
I. Der Kaukasus. Dieses gewaltige Gebirge erstrecktsich von der Mündung des Kuban, unweit der Strasse vonKertsch, bis Baku auf der Halbinsel Apscheron, 1020 Kilo-meter lang, übertrifft also an Längenausdehnung die Alpen.In seiner Gesammtheit stellt sich der Kaukasus als ein mäch-tiges Kettengebirge von ziemlich einfacher Gliederung dar.Der typische Charakter als Kettengebirge kommt namentlichdem westlichen Drittel zu, dem niedrigsten Theile des Kau-kasus; das mittlere Drittel ist Alpengebiet, das östliche Drittelein ausgebreitetes Plateauland, in welchem der Charakter desKettengebirges völlig verloren geht. Von der Wurzel an derKubanmündung streicht der Kaukasus in fast westöstlicherRichtung, an Höhe und Breite zunehmend, und zwar derart,dass die höchste Erhebung in der Mitte, die grösste Breiten-ausdehnung im östlichen Drittel erreicht wird. Mit der Haupt-kette ziehen von gewissen Trennungspunkten aus paralleleZweige, welche Hochthäler zwischen sich nehmen, die da und
Kosakenposten am Terek.
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A E.MEISSNER. SG