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A. Westasien. — II. Die asiatische Türkei.
Maronit.
eines von Mohammedanern und eines von Juden bewohnt wird.Die ersten zwei liegen im nordwestlichen und südwestlichenTheile der Stadt, das dritte im östlichen, das jüdische im süd-lichen Theile. Das Gassennetz Jerusalems ist ungemein eng-maschig verzweigt und es fehlen alle grösseren Plätze. Ringsum die Stadt ziehen alte, aus der Zeit Sulejman’s II. stammendeMauern mit einer Gesammtlänge von 6000 Metern. Ihre Höhewechselt zwischen 6 und 16 Meter und erreicht stellenweise (wodann Treppen zum Emporklettern vorhanden sind) fast 30 Meter.Am Süd- und Ostrande der „Tempelplatte” (Haramplatz) siehtman Quaderlager von den riesigsten Dimensionen in acht biszwölf Lagen. — Durch die Umfassungsmauer führen siebenThore, von welchen jedoch nur vier dem Verkehr offen stehen,und zwar das Jafathor im Westen, das Damaskusthor im Norden,das Stephansthor im Osten und das Zionsthor im Südwesten.Vermauert sind das Herodesthor in der Nordostecke, das „Gol-dene Thor” im Osten und das sogenannte „Mistthor” im Süden.
Unter den Kirchen und Klöstern sind die hervorragend-sten die Kirche des heiligen Grabes, das Salvatorkloster(Franziskaner) und ein Nonnenkloster. Dem griechischen Ritus
gehören an: die Patriarchenkirche, das Nikolaus-, Michaels-, Demetrios-, Theo-doros- und Johanneskloster, dann zwei Georgsklöster (ein altes und ein neues)und sechs Nonnenklöster. Den Armeniern gehören das grosse Jakobsklosterund das Kloster vor dem Zionsthor. Die Protestanten besitzen die auf demZion gelegene, 1849 eingeweihte „Christuskirche”. Allen Confessionen gemein-schaftlich gehört die „Marienkirche”. Von den hervorragenden christlichenLegendenorten erwähnen wir: die Via Dolorosa (der Leidensweg des Herrnnach Golgatha); die Kapelle an der Stelle, wo der Apostel Jakobus enthauptetwurde; das Haus, in welchem Maria starb (vor dem Zionsthore); das Geburts-haus Mariens; die Stätte, wo Stephanus gesteinigt wurde (vor dem Stephans-thor); das Haus des Urias mit dem Bade der Bathseba; die Höhle, in welcherPetrus weinte; die Stelle, wo Christus über Jerusalem weinte (auf dem mittlerenGipfel des Oelberges); die Stelle, wo sich Judas erhängte (auf dem Berge desAergernisses; der Baum selbst ist höchstens 200 Jahre alt); ferner der Ort,wo Jesus nach seinem Einzuge vom Esel stieg; die Stelle, wo Maria bei ihrerHimmelfahrt den Gürtel verlor u. s. w.
Von den Moscheen ist die hervorragendste und interessanteste dieKubbet-es-Sachra (der Felsendom) oder „Omarmoschee”, auf der Tempel-platte, ein grossartiger Kuppelbau. Die zweitwichtigste Moschee ist die ElAksa, in der Südwestecke der Tempelplatte. Auf dieser letzteren — dem„Haramesch-Scherif” der Islamiten — stehen noch zwei kleine Moscheen:En Nahareth und Es Sachra el Baraneh. Die übrigen Moscheen sind, dieDschamia Aid es Samed und die Muluwijeh etwa ausgenommen, ohne Inter-esse. — Die Juden verfügen über sechs Synagogen.
Von den alterthümlichen Gebäuden und Ruinen wären zu erwähnen: dieCitadelle auf der Nordwestseite der Zionshöhe, auch die „Davidsburg” ge-nannt, mit dem „Thurm des Hippikus”; das sogenannte „Grab DavicTs” vordem Zionsthore mit dem Sarkophage, der in arabischen Goldlettern die Auf-schrift trägt: „Prophet David”, und von einer seidenen Decke verhüllt ist.
Damaskus.
In demselben Gebäude befindet sich der „Saal des letztenAbendmahls”, wo sich auch das Pfingstwunder zutrug.
Was die Umgebung von Jerusalem anbetrifft, ist der Oel-berg die wichtigste und interessanteste Oertlichkeit. Er ist edelgeformt und hat drei Kuppen, deren mittlere die höchste ist.Gleichwohl ragt diese nur 165 Meter über dem Kidronthaleund nur 33 Meter über den höchsten Punkt der Stadt. Aufden Gipfeln befinden sich die Himmelfahrtskapelle, ein moham-medanisches Heiligengrab und ein ebensolches Dorf. Südlichvom Oelberg erhebt sich der „Berg des Aergernisses” mit demvorher erwähnten Judasbaum. Dem Zion südlich gegenüberliegt der „Berg des bösen Rathes”, sogenannt, weil hier ineinem Landhause des Hohenpriesters Kaiphas die Juden Rathhielten, „wie sie Jesum tödteten”. Zwischen der Stadt und dendrei genannten Höhenzügen (nicht eigentlich „Berge”) breitensich die beiden Hauptthäler Jerusalems: das Hinnomthal imSüden und Westen, das Kidronthal im Osten, aus.
Von anderen durch Geschichte oder Tradition hervor-ragenden Ortschaften und Städten sind zu nennen:
a) An der Küste: Jafa (5000 Einwohner), befestigte Stadt und Haupthafen
Palästinas, mit schlechter,klippenbesetzter Rhede. Vorder .Stadt angenehme Gärtenund eine Colonie der evan-gelischenTempelgesellschaft.— Weiter nördlich: Kai-sarje, als „Cäsarea” (eineGründung des Herodes) eineder berühmtesten Städte desOrients, mit prachtvollemAugusttempel; der heutigeOrt ist ganz unbedeutend. —Haifa, kleine Hafenstadtan hübscher Bucht. Im Sü-den der Berg Karmel, mitaltberühmtem Kloster, imNorden Akre (Akka), zurZeit der Kreuzzüge vongrosser Bedeutung, heute einstiller Ort mit einigen an-sehnlichen Gebäuden(Bazare,Dschezzar-Moschee, Bäder).Im Jahre 1799 veitheidigtesich die Stadt erfolgreichgegen Bonaparte. — Sur(4000 Einwohner), das be-rühmte phönikische Empo-rium Tyrus, eine arg herab-gekommene Stadt mit man-cherlei interessanten Restenaus der Vorzeit. — Saida(6000 Einwohner), das alteSidon, die Mutter aller phö-nikischen Städte, etwas an-sehnlicher als Sur, mit meh-reren hervorragenden Bau-ten: Moscheen, das Saraj,das Karawansaraj „Fran-sawi”. Auch von den Wohn-