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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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A. Westasien,

III. Die Halbinsel Arabien,

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gebäuden zeichnen sich viele durch Höhe und Stattlichkeit aus. Das Inselschlossist durch einen befestigten Steindamm mit der Stadt verbunden.

An der Küste von Südpalästina liegen Askalon und Ghaza, nur als ge-schichtlich berühmte Oertlichkeiten erwähnenswerth.

b) Im Inneren: Tabarie, das alte Tiberias, kleines Städtchen am Westufer desgleichnamigen Sees (auch „See von Genezareth” oder „Galiläisches Meer” genannt). —Safed, eine der vier „heiligen Städte” der Juden, mit grossartigen Felsengräbern.Uralte Citadelle. — Nasira, zwischen Tabarie und Haifa, das alte Nazareth, einfreundliches Städtchen mit grossem lateinischen Kloster. Die Bewohner sind fastdurchwegs Christen. — Südlich von Nazareth dehnt sich die Ebene Esdrelon, dasgrosse Schlachtfeld Palästinas, aus. — Naplus (Nablus), nördlich von Jerusalem, dasalte Sichern, eine der ältesten Städte Palästinas, jetzt arg herabgekommen. DieGegend ist sehr fruchtbar und ein natürlicher Garten. — Bethlehem, ansehnlichesDorf, zwei Stunden südlich von Jerusalem, mit der felsgehauenen „Kapelle derGeburt”, über welche sich eine Kirche erhebt, die von hohen Mauern und mehrerenKlöstern umgeben ist. Die Bewohner sind nur Christen, welche sich mit Perlmutter-schnitzereien, Verfertigung von Rosenkränzen und ähnlichen Artikeln befassen. —Santa Saba, ein wegen seiner wildromantischen Lage im Öden, felsigen Kidron-thale merkwürdiges Kloster. — Richa, elendes Dorf an Stelle des berühmten Jericho.

Die tiefe Jordanspalte („El Ghor” bei den Arabern)endet im Süden mit dem Becken des Todten Meeres, welches394 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und bis 350 Metertief ist. Es ist das am meisten mit Salz gesättigte Wasserbeckender Erde (22%) ohne Lebewesen, aber von wunderbarer Bläue.Dass Vögel, wenn sie über das Todte Meer fliegen, todt aufdasselbe niederfallen, ist eine Fabel. Badende tauchen nfchtunter, verspüren aber einen unangenehmen Hautreiz. DasWasser ist stellenweise so mit Salz gesättigt, dass sich förm-liche Schollen bilden, welche in den Handel kommen. Von dendas Wasserbecken umgebenden Höhen gehen viele Wasserrissezur Tiefe, im Frühjahre mit frischem Grün, blühendem Oleanderu. s. w. bedeckt. Die Araber nennen das Meer „Bahr Lut”,worin eine Anspielung auf Loth’s Schicksal liegt. Indess er-scheint es wahrscheinlich, dass das Todte Meer durch das Ver-sinken des Thaies Siddim (Sodom), also durch einen grossenEinsturz entstanden ist, sonst würde sein Spiegel nicht in sobedeutender Tiefe unter dem des Mittelmeeres liegen.

Am Westufer befindet sich eine kleine Oase, von einemSturzbache durchrauscht. Es ist das höhlenreiche Kalkstein-gebirge von Engaddi, wo Salomon seine Weinberge hatte.Im Süden des Todten Meeres erhebt sich das Salzgebirge Usdom(offenbar das alte Sodom). Das Meer ist hier nur wenige Fuss

Beduinen im „Ghor” (Jordanthal).

tief und geht schliesslich in einen Salz- und Schlammsumpfüber, aus welchem sich eine merkwürdige, etwa 12 MeterhoheSalzsäule — „Loth’s Weib” — erhebt. Dieser Boden ist auchnach arabischer Tradition verflucht. — Minder abschreckendist das Ostufer des Todten Meeres, wo Wälder grünen undblumige Wiesen von Bächen durchädert sind.

Im Inneren von Südpalästina, westlich des Todten Meeres, ist noch El Chalil,das alte Hebron, zu erwähnen, eine der ältesten Städte des Landes. Die Bewohner(4000 Seelen) beschäftigen sich mit Glasschmuck-Erzeugung.

c) Im Ost-Jordanlande, das ein Tummelplatz räuberischer Beduinen ist, habenwir Hesbon zu suchen, wo der sagenhafte König Sichon herrschte und Salomoeinen Lustgarten hatte („die Teiche von Hesbon” im Hohen Lied). Heute steht dortein verfallenes Schloss in der Oleanderwildniss. — Weiter im Norden erstreckt sichdie Landschaft Adjlun, das „Land Gilead” der Bibel, der fruchtbarste Theil imOst-Jordanland. Im Norden ist dieses Gebiet vom Flusse Jarmuk begrenzt, an dem634 die byzantinische Macht durch Chalid in mörderischer Schlacht geschlagenwurde. Der Jarnuk fällt südlich des Tiberiassees in den Jordan.

III. Die Halbinsel Arabien.

Die Halbinsel Arabien — auch schlechtweg „Arabien” genannt — ist diegrösste unter allen Halbinselländern Asiens und bildet in geophysischer Beziehungden Uebergang von Asien zu Afrika. Arabien umfasst ein Gebiet von über 3*1 Mil-lionen [Quadratkilometern,ist also fünfmal so gross alsdas Deutsche Reich. DieBewohnerzahl wird dagegenauf nur 5 Millionen geschätzt.

Bodengestalt. Die

arabische Halbinselist ein dürres, wasser-armes Hochland, dasim Westen undSüden— bei theilweiser Er-hebung der Rand-gebirge bis zu 2500Meter — in Terrassenzuheissen Küstenrän-dern abfällt, im Ostengleichfalls durch wall-artigeBergketten vonder Gestadezone ab-getrennt ist, im Nor-den aber allmählichzum Euphrat sich ab-dacht. Das nördlicheund südliche Drittelist Wüstenland, dasmittlere — Nedschd,d. i. „Hochland” ge-nannt — von Berg-massen und einzelnenKettenzügen, welchefruchtbare und lieb-liche Thäler ein-schliessen, erfüllt. —

Die Küstenränder sind von sehr verschiedener Natur. Am üppig-sten und fruchtbarsten ist ein Theil des östlichen Küstenlandes

Aus den Ruinen von Palmyra,

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