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A. Westasien.
III. Die Halbinsel Arabien.
(Oman) und des südwestlichen (Jemen,
Arabia Felix). Die arabische Küstedes Persergolfes zeigt dasselbe Bildwie das „Nefud”, jener ungeheureGürtel von Sandwüsten, welcher ganzInner-Arabien umschliesst. Oede Fel-senküsten erstrecken sich im Süden, inder Landschaft Hadrmaut (der Hei-mat des Weihrauchbaumes) und imHidjaz.
Auf der ganzen Halbinsel findetsich kein Strom mit beständig Messen-dem Wasser. Nur während der Regen-zeit füllen sich die sogenannten „Wadi”
(trockene Rinnsale) mit dem köstlichenNass, das für gewöhnlich nur ausBrunnen undCisternen gewonnen wird.
Die Oasen, deren grössten jene vonSchom’r und Dschof sind, erfreuensich reichlicher Bewässerung.
Das Klima ist ein subtropisches,modificirt durch die örtliche Höhenlageeinzelner Gebiete, wie z. B. des Berg-landes Asyr an der Westküste, inwelchem ein gemässigteres Klima zurGeltung kommt. — Die Vegetations-verhältnisse der Halbinsel sind nichtsweniger als complicirt. Der Charakter-baum des ganzen Gebietes ist dieDattelpalme, über deren Bedeutungfür die Lebensverhältnisse in jenerRegion andernorts Mittheilung gemacht wurde (vgl. S. 39).Verschiedene Akazienarten liefern das Gummi arabicum, inJemen gedeiht der (wahrscheinlich aus dem benachbarten Afrikaeingewanderte) KafFeebaum.
Von den Nutzthieren sind das Pferd und das Dromedar,welche auf den Viehtriften des mittleren Binnenlandes gezüchtetwerden, die wichtigsten. Die arabischen Pferde gelten bekannt-lich für die besten der Welt, das Dromedar wird in ungeheurenMengen theils zu Transportzwecken, theils als Reitthier (Renn-dromedar) verwendet. — Raubthiere giebt es wenige. In dennördlichen Oasen zeigen sich Tigerkatzen; Schakale und Hyänendurchstreifen die Wüsten in Nachbarschaft der Oasen. Im Per-sischen Golfe wird die kostbare Perlauster gefischt. Nur eingeringer Bruchtheil der Küstenbevölkerung beschäftigt sichmit dem Fischfänge. Auch die Bodencultur ist dort, wo sieüberhaupt möglich ist, ohne Belang. Gewerbliche Thätigkeitbesteht nicht. Alle Bedürfnisse werden durch die Hausindu-strie gedeckt.
mangel getrieben, nordwärts, und andere folgten,indem sie die voran gegangenen drängten, um selberRaum zu gewinnen. Das sind die zahlreichenWanderstämme (Beduinen), welche Mesopota-mien und die arabische Halbinsel durchstreifen.Dass in Arabien gleichwohl einzelne GebieteStaatenformen angenommen haben, kann bei derRolle, welche diese Rasse in früherer Zeit alsVerbreiterin des Islam und Gründerin eines Welt-reiches spielte, nicht wundernehmen. Diese neuenStaatengebilde sind Schorn’r, Nedschd undOman.
Die Alten theilten Arabien indrei Gebiete, welche sie das „peträi-sche” (nach der Stadt Petra), das„glückliche” und das „wüste” Arabiennannten. Wir halten uns lediglich andie natürlichen geographischen Ver-hältnisse, ohne Rücksicht auf politischeAbgrenzungen.
a) Mittelarabien. Im engeren Sinnedas „Hochland”, mit den Culturoasendes eigentlichen Nedschd(Nedsched),in welchen die Wahabiten hausen.Dieselben sind eine puritanische Sectedes Islam, welche neben Allah Nie-mandem, also auch dem ProphetenMohammed nicht, göttliche Verehrungzollt. Die Secte stammt von AbdulWahab (Mitte des vorigen Jahrhun-derts) ab und erreichte zu Beginnunseres Jahrhunderts (unter dem „Kö-nige” Saud) ihre grösste Macht — vomRothen Meer bis zum Perserg*olf herrschend. Im Jahre 1818drang ein ägyptisches Heer unter Ibrahim Pascha bis zurResidenzstadt Deraje vor, welche nach hartem Widerstandebezwungen wurde. Der letzte König (Abdallah) wurde in Con-stantinopel enthauptet. Die jetzige Residenz ist Riad. ImGanzen giebt es 1V2 Millionen Wahabiten, doch ist ihr Einflussseit Langem gebrochen.
Unter wahabitischen Einflüssen bildete sich bald nach der grossen Reform-bewegung nördlich des Nedschd der Oasenstaat Schom’r, mit dem Hauptorte Ha'il.— Der nördliche (wüste) Theil von Mittelarabien ist der Tummelplatz zahlreicherBeduinenstämme, deren Lebensweise noch dieselbe ist wie in den ältesten Zeiten. Dersüdliche Theil von Mittelarabien begreift ein ausgedehntes Wüst engebiet, welchesnoch niemals von einem Europäer betreten worden ist. Ausser dem Inneren vonBorneo und einzelnen Strichen Afrikas ist kein zweites Gebiet unserer Erde sowenig bekannt als jene südarabische Wüste.
Im Nordwesten von Schom’r liegt die Oase Dschof.
b) Ostarabien. Dieser Abschnitt zerfällt in die osmanischeProvinz El Hahsa am Persischen Meere — ein ödes, trauriges
Bethlehemitin.
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Bewohner. Die Be-völkerung Arabiens („Ara-ber”) gehört zur südlichenFamilie der semitischenRasse und zerfällt dieselbesprachlich in zwei Gruppen:die Ismaeliten undjok-taniden. In Bezug auf diegeographische Lage ihrerWohnsitze nennt man dieersteren Centralaraber,die letzteren Südaraber.Die Südaraber sind die Ab-kömmlinge jener Sabäerund Himjariten, die alsackerbautreibendes Volk eszu einer hervorragendenCultur gebracht hatten. Alsdie Semiten von Nordenher in die Gebirge er-wanderten, die sie in derFolge besiedelten, fandensie eine autochthone Be-völkerung vor, welche ha-mitischen Stammes war.Von dieser Urbevölkerungexistiren heute nur etlicheUeberreste im Südwestenvon Arabien und an derKüste von Hadrmaut.
Als der Ursitz derAraber muss der mittlereTheil der Halbinsel — das„Hochland” — angesehenwerden. Aus diesem Gebietedrangen schon vor Moham-med’s Zeit einzelne Stämme,vielleicht von Nahrungs-
Jerusalem.
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