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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Südasien. — I. Iran.

welchen die nördlichen dieVerbindung zwischen denmittelasiatischen und west-asiatischen Hochländern her-steilen. Als erstes Glied die-ses Verb ; ndungswalles trittauf persischem Boden — alsFortsetzung des Hindukuh —dasGebirge von Khorassanauf. Es bildet, an Höhe dervorgenannten Kette bedeu-tend nachstehend, das süd-liche Randgebirge der Turk-menensteppe und erhebt sichvon neuem als Elbursge-birge am Südufer des Kaspi-sees (Demawend 5630 Meter),um sich in der persischenNordwestprovinz (Azerbeid-schan) und im Hochlandevon Armenien wieder mitden Taurusketten zu einemzweiten, mit Seen bedecktenPlateau zu vereinigen. DenWestrand des persischen (und

zugleich des ganzen iranischen) Hochlandes, nach dem meso-potamischen Tieflande hin, bilden die Zagrosketten, welcheim Norden durch die kurdischen Alpen mit den armenischenGebirgen in Verbindung stehen. Das Zagrossystem setzt sichaus mehreren vom Nordwesten nach Südosten streichendenKetten zusammen. Aus der mesopotamischen Tiefebene, auswelcher einst eine Kunststrasse nach Medien hinaufführte,zieht ein elender Saumweg durch die „Pforten des Zagros”und durch Thäler mit kurdischen Nomadenlagern.

Im Süden ist das persische Hochland gegen die Küstedes Indischen Oceans einerseits durch die Muschtikette vonBeludschistan gegen das niedrige Küstengebirge des PersischenGolfes, andererseits durch die Bergketten von Farsistan undLuristan — welche das Zagrosgebirge mit der Kette vonBeludschistan verbinden — begrenzt. Der Küstenrand von Irangehört zu den ungastlichsten Gebieten unserer Erde. Es istdieselbe dürre, heisse, ein bis zwei Tagereisen breite Küsten-ebene, welche auch den grössten Theil von Arabien und demPersischen Golf umsäumt und sich bis nach Indien erstreckt.Das persische Küstenland steigt stufenförmig an, jede Stufevon einer gewaltigen Gebirgskette getragen. Nur steile Zickzack-pfade an himmelhohen Felsen und über entsprechend tiefenAbgründen führen hindurch bis auf die erste Stufe, wo sichPalmen befinden. Höher oben liegt die Ebene von Schiraz.

Ein persischer Palast.

Persische Frau.

„Zend-Avesta”(d. i. „das lebendige Wort”)niederschrieb. Es ist in der medisch-baktrischen Sprache verfasst, die demSanskrit und dem Altpersischen eng ver-wandt ist.

Klima. Es ist zumeist dasder Steppen, im Sommer heissund trocken, mit häufigen Wir-belwinden und Luftspiegelun-gen, im Winter kalt, mit aus-giebigen Schneefällen. Klimaund Vegetation richten sichfast mehr nach der Höhenlageals nach der geographischenBreite, so dass z. B. in denHochebenen um Schiraz unterdem 30 0 Nordbreite das Ther-mometer im Juli kaum 30 C.erreicht, während in Masande-'ran in 37 0 Nordbreite die Oran-gen üppig im Freien gedeihen.Da die Städte wegen derWasserversorgung und wegensanitärer Verhältnisse meist inder Nähe hoher Berge angelegtsind, wird es möglich, im Som-mer vor der tropischen Hitzein kürzester Frist nach denkühlen Bergregionen zu über-siedeln.

Bevölkerung. Der Abstam-mung nach zerfallen die Bewoh-ner Persiens in folgende Haupt-

Es folgt noch eine höhereStufe, deren Flüsse (gleichdenen der Schiraz-Ebene)nicht mehr dem Meere an-gehören, sondern sich inkleine salzige Binnenseenergiessen.

Im Norden geht dieHochfläche in Salzwüsteüber, welche bis an die Thorevon Teheran reicht. EineTagereise östlich von Tehe-ran zieht vom Elbursgebirgeein Querriegel nach Südenin die Wüste hinaus. Durchihn winden sich von Westnach Ost die Sir Dara-pässe — im Alterthum die„Kaspischen Pforten” ge-nannt. Ein Salzbach begleitetden Weg in den Engen,welche voll Schlangen sind.Jenseits, im Osten, folgt be-bautes Land, welches sichbis Khorassan erstreckt.

Einen Abschnitt des persisches Hochlandes für sich bildetAzerbeidschan (die Nordwestprovinz), in welchem der Seevon Urumia (circa 280a Quadratkilometer gross) liegt. DieEbenen um diesen wSee sind von aussergewöhnlicher Lieblich-keit und bemerkenswerther Fruchtbarkeit.

Azerbeidschan ist das vormalige Hochmedien, das Feuerland „Atropatene”,die Heimat Zoroaster’s, des Stifters einer ehemaligen Weltreligion. Es war immerdarein rauhes Hochland. Vor den Thoren von Tabris, seiner jetzigen Hauptstadt, fehltes niemals an Erfrorenen. An den ehemaligen Feuerdienst erinnern da und dortnoch Denkmale. So kennt man südöstlich vom Urumiasee, im Dschaghatuthale, die„Grotten von Kerefto”. Sie sind hoch am Gipfel eines Gebirges von weissem Marmor,natürliche Grotten, aber künstlich erweitert und labyrinthisch verbunden in ver-schiedenen Stockwerken übereinander. Da giebt es Gewölbräume, welche mit dickemRuss bedeckt sind. Neuerdings sind zeitweise Räuberhöhlen daraus geworden. Daist auch der seltsame Festungsberg Takht-i-Sulejman („Soliman’s Thron”), mit wohl-erhaltenen Mauern, Thürmen und Thoren. Innerhalb ist ein kleiner tiefblauer See,in der anderen Hälfte ein Feuertempel, gleichfalls dick von Russ geschwärzt. Nacharabischen Historien wurde das Feuer von hier auf alle anderen Feueraltäre derWelt gebracht.

Zoroaster (Zarathustra) gründete im 6. Jahrhundert v. Chr., mit Benützungvon chaldäisch-sabäischen Grundlehren, die „Lichtreligion”, dessen System darinbestand, dass dem höchsten Urwesen zwei Gottheiten entsprossen: „Ormuzd”, derGott des Lichtes, und „Ahriman”, der Beherrscher der Finsterniss, das Princip desBösen. Im steten Kampfe ringen die beiden Gottheiten um die Herrschaft der Welt;zuletzt wird Ormuzd siegen. Durch die Verlockungen Ahriman’s fielen die Menschenvon Ormuzd ab. Nun wuchs die Macht der bösen Geister, trotz einer älteren Offen-barung, welche die wahre Lehre als Schutz gegen den chaldäischen Sabäismus vor-bereitet hatte. Da geschah die vollkommene Offenbarung an Zoroaster, der sie im

■/Anr'

Persischer Gardesoldat.