Siamesisches Dorf am Mekong.
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B. Südasien.
I. Iran.
Dieses ausgedehnte Gebiet, welches die Hochflächen zwi-schen dem Tigris und Indus umfasst, bildete zu verschiedenenZeiten und unter verschiedenen Herrscherfamilien das persischeReich. Gegenwärtig begreift es drei unabhängige Staaten: dasKönigreich Iran, oder das eigentliche Persien, Afghanistanund Beludschistan. Das eigentliche Persien bildet den west-lichen Theil von Iran, Afghanistan dagegen liegt im Nordosten,Beludschistan im Südosten. Hier bildet der Indische Ocean dienatürliche Grenze; im Norden ist dieselbe durch den Kaspiseeund das turkestanische Tiefland bezeichnet. Die durchschnitt-liche Höhe dieses Tafellandes beträgt 1200 Meter.
Geschichtlicher Rückblick. Die Kenntniss der historischen Ereignisse imiranischen Hochlande ist von grosser Wichtigkeit für die Beurtheiiung der gegen-wärtigen Verhältnisse dortselbst. Die selbständige Geschichte Irans beginnt mit demZerfall des ersten assyrischen Weltreichs (13. Jahrhundert v. Chr.). Damals fielen dieMeder ab und erheblich später wurde unter ihrem halb mythischen Könige Dejokesdie Stadt Ekbatana gegründet (728 v. Chr.). Alsdann wurden die Perser unterworfen.Dieser Zustand währte kaum zweihundert Jahre, denn schon 559 v. Chr. entthronteKyros den letzten medischen König Astyages in der denkwürdigen Schlacht vonPasargadä bei Persepolis. Unter Kyros wurde Persien zum Weltreich, das vomAegäischen Meer bis zum Himälaya reichte. An Grossartigkeit des äusseren Erfolgeswird Kyros noch übertroffen von seinem Nachfolger Kambyses (bis 522 v. Chr.),der ganz Aegypten eroberte. Sein Nachfolger Dar ei os I. Hystaspis drang in Europaein, ward aber in der Schlacht bei Marathon (490 v. Chr.) geschlagen. Ihm folgtesein Sohn Xerxes, an dessen Namen sich die Griechensiege von Salamis, Platääund Mykale knüpfen. Durch diese Siege waren die Perser für immer aus Griechen-land getrieben.
Mit Dareios III. erlischt die persische Weltmacht. Ersterer unterlag bekanntlichdem Siegesläufe Alexander’s des Grossen (zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts) undsein Reich fiel an die Erben des Letzteren. Als auch das makedonische Welt-reich zerfallen war, traten die Parther als Herren von Iran auf, nach diesendie Sassaniden, deren Dynastie Ardeschir begründet hatte. Seine Residenzwar das prächtige Ktesiphon bei Bagdad. Unter den Sassaniden erreichtedas Perserreich noch einmal seinen alten Glanz und wohl auch einen Theilseiner früheren Macht. Unter Chosru-Parwiz drangen die „Neuperser” bisNordafrika und Constantinopel vor. Da machte Kaiser Heraklios sich aufund vernichtete in den Feldern von Ninive die persische Hauptmacht. DasReich zerfiel, die Königsschlösser wurden geplündert und in der Nacht derGeburt des Propheten Mohammed verwandelte ein Erdbeben Ktesiphon ineinen Schutthaufen.
Den Sassaniden folgte die Herrschaft der Araber. Mit Feuer undSchwert fand der Islam über das iranische Hochland hinweg seine Verbreitungbis tief nach Innerasien. In diese Zeit fällt eine nicht unwesentliche Blut-mischung zwischen den Persern und ihren Besiegern. Indess regte sich unterden iranischen Bewohnern nach dem Zerfall des Seid schukenreiches,welches dem abbassidischen Khalifate gefolgt war, neuer Unabhängigkeits-drang. Die Mongolen InDerasiens hatten ohnedies alle Verhältnisse in AVest-asien über den Haufen geworfen (Mitte des 13. Jahrhunderts). Die Perser,zwischen Mongolen und Seldschuken eingeklemmt, strebten nach Selbständig-keit. Sie erhielten dieselbe aus der Hand eines frommen Scheichs, Safi-Eddin, welcher in Azerbeidschan auftauchte und der Gründer der Safiden-dynastie wurde, aus der einige thatkräftige Herrscher (Abbas, Ismail u. s. w.)hervorgingen, die aber in der Folge durch Grausamkeiten, Thronstreitigkeitenu * dgl. das Land in argen Verfall brachte. Dies benützten die Afghanen(Anfang des 18. Jahrhunderts), über Persien herzufallen und die Dynastieauszurotten. Da die Afghanen wieder abzogen, griff in dem herrenlosenLande eine greuliche Anarchie platz, der erst der Turkmene Kuli-Khan (als
Beherrscher Persiens „Nadir Schah” genannt) mit harter Faust ein Ende machte.Nadir Schah — der „Napoleon von Iran” — war ein grosser Eroberer und drang bisIndien vor. Aber seine Herrschaft war nur eine Episode und nach seinem Tode (1747)trat wieder ein Interregnum ein. Die Krone Persiens riss nun ein südpersischerUsurpator, Kerim Khan, an sich, doch konnte er seine Herrschaft nicht behaupten.Nach seinem Ableben trat der Eunuche Mohammed Aga als Prätendent auf. Erwar vom turkmenischen Stamme der Kadjaren, der noch jetzt in Persien regie-renden Dynastie, aus welcher der Reihe nach FethAli, Abbas Mirza, Mohammedund Nassr-Eddin (der jetzige Schah) hervorgiogen.
1. Das persische Reich.
Lage und Grösse. Das persische Reich (oder Iranschlechtweg) nimmt die westliche Hälfte des iranischen Hoch-landes ein und erstreckt sich zwischen Russisch-Armenien,dem Kaspisee und Turkestan im Norden, einem Theile vonRussisch-Armenien und der asiatischen Türkei im Westen, demIndischen Ocean im Süden. Im Osten ist die Grenze gegenAfghanistan, namentlich aber gegen Beludschistan, wo sichausgedehnte Wüsten erstrecken, nicht festzustellen.
Das persische Reich umfasst einen Flächenraum von1,650.000 Quadratkilometern und zählt ungefähr 77 MillionenBewohner, wovon der vierte Theil Nomaden sind.
Bodengestalt. Das persische Hochland wird auf drei Seitenvon mehr oder minder hohen Randketten eingeschlossen, von
Partie aus dem Sendscbanthal.
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