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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Südasien.

III. Hinterindien.

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Madras.

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meter, die Bewohnerzahl 3 Millionen. Die wichtigsten Er-zeugnisse sind: Baumwollstoffe, Kupfer- und Messerschmied-waären, Glocken, Kanonen, Waffen. Ausgeführt werden: Reis,Pfeffer, Nutzholz und Elfenbein. — Hauptort ist Katmandu(50.000 Einwohner), in 1190 Meter Seehöhe, schlecht gebauteStadt mit zahlreichen grossen hölzernen Tempeln.

b) Das Reich Bhutan. Es umfasst den Südabhang desOst-Himälaya, ohne bis zur Terai* zu reichen. Das Land durch-

schneidet der in den Brahmaputra mündende unruhigeMonas von Nord nach Süd. Besonders ausgezeichnet ge-deihen Granaten, Orangen, Zimmt und Rhabarber. Bhutanbedeckt eine Bodenfläche von 35.200 Quadratkilometernund zählt circa 200.000 Einwohner mongolischer Abstam-mung, welche Buddhisten sind. In die Herrschaft überdas Reich theilen sich ein weltliches und ein geistlichesOberhaupt. — Hauptort ist Tassgong (circa 15.000 Ein-wohner), am Monas, mit einer Burg, in welcher zahlreicheLamas (Mönche) hausen.

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Colonien. In Vorderindien bestellen neben der Herrschaft Grossbritan-niens noch kleinere Colonien von zwei anderen europäischen Mächten,Portugal und Frankreich.

Die portugiesischen Colonien sind nur der winzige Rest ehemaligergrosser Besitzungen, welche im Jahre 1578 nach der Katastrophe von Alkazar(jener grimmigen Schlacht auf marokkanischem Boden, in welcher Dom Se-bastian fiel) verloren gingen. Gegenwärtig besitzt Portugal in Vorderindiendie kleine Insel Goa, an der Westküste von Vorderindien, mit der gleich-namigen Stadt (15.000 Einwohner), die einen schönen Hafen hat; ferner dieInsel Diu, Gogol, Salsette, Bardez und Damao — zusammen 3355Quadratkilometer mit 445.000 Einwohnern.

Die französischen Colonien. Nach dem Entscheidungskampfe um Vorder-indien im 18. Jahrhundert mit Grossbritannien, in welchem Frankreich unterlag, ver-blieben bei diesem nur einige Oertlichkeiten mit dazugehörigem Gebiet, derzeit im Ganzen508 Quadratkilometer mit 277.000 Einwohnern. Diese Oertlichkeiten sind: Pondichery,Tschandernagor, Karikal, Yanaon und Mähe. — Die grösste Stadt ist Karikal (mitGebiet 93.000 Einwohner), mit Baumwollwebereien. Demnächst folgt Pondichery(40.000 Einwohner), eine schöne Stadt an der Koromandelküste, mit grossen Indigo-und Zuckerrohrpflanzungen in der Umgebung. Die Rhede wurde erst in neuerer Zeitdurch Hafenanlagen benutzbar gemacht. — Tschandernagor (21.000 Einwohner)liegt am rechten Huglyufer, Mähe (8000 Einwohner) an der Malabarküste, Yanaon(4800 Einwohner) am linken Ufer des Godaweri.

III. Hinte

Hinterindien ist viel reicher gegliedert als Vorderindien;die grossen Ströme, welche es von Norden nach Süden durch-ziehen und theils in den Indischen Ocean (Golf von Bengalen),theils in das Südchinesische Meer sich ergiessen, bilden ins-gesammt ausgedehnte, wasser- und schlammreiche Deltas mittropisch heissem Klima und üppiger Vegetation. Mit Ausnahmeder birmanischen Hauptstadt Mandalay und der annamitischenHue liegen die übrigen — Rangun, Maulmein, Bangkok,Saigon — in solchen Deltalandschaften. So konnte auch dereuropäische Einfluss hier frühzeitig Fuss fassen und, dank dennatürlichen Anlagen und dem theilweisen Entgegenkommeneinzelner Reiche, die landesübliche Barbarei nach Kräften ein-•schränken.

Die europäischen Rivalen in Hinterindien sind die Eng-länder und Franzosen. Jene haben das ganze westlicheGebiet der Halbinsel an sich gerissen, diese das östliche. Nurin der Mitte der Halbinsel erhält sich noch ein Reich — Siam —in leidlicher Unabhängigkeit. Dasselbe gilt von den gänzlichunbekannten Gebieten an der chinesischen Grenze und voneinzelnen Abschnitten der Halbinsel Malakka.

Ceylon mit dem Adamspik.

r i n d i e n.

Lage und Grösse. Die hinterindische Halbinsel reicht vielweiter nach Süden als Vorderindien, nämlich fast bis zumAequator. Im Norden hat Hinterindien keine von der Naturgezogene Grenze, da —- abweichend von der Bodengestalt desHimälayagebietes — in jener Region keine mächtige Quer-schranke zwischen der Halbinsel und dem chinesischen Reichesich legt. Es sind vielmehr gewaltige, von Norden nach Südenstreichende Parallelketten, die im Inneren von Hochasienwurzeln und am östlichen Himälaya, von dem sie durch denDurchbruch des Brahmaputra getrennt sind, vorbeistreichen.

Seiner Gestalt nach zeigt Hinterindien zwei Halbinseln,von welchen die langgestreckte westliche — Malakka — dentypischen Charakter einer solchen aufweist, während die öst-liche — Cochinchina* — in ungegliederter stumpfer Ab-rundung hervortritt und mit der vorgenannten Halbinsel denGolf von Siam einschliesst (vgl. S. 198). Auf der Ostseitebuchtet sich Hinterindien im äussersten Norden mit dem Golfevon Tongking ein.

Ganz Hinterindien bedeckt eine Fläche von rund 2,505.500Quadratkilometern.

Bodengestalt. Wie vorstehend angedeutet, ist Hinterindienvon einer Reihe von Meridiangebirgen durchzogen, welche biszum 25 0 Nordbreite ein wildes, wenig durchforschtes Hoch-gebirgsland ausbreiten. Die Berge liegen meist in der Schnee-region, umschliessen aber tiefgelegene Thäler. Diese Bergkettenerfüllen namentlich den nördlichen und nordwestlichen Theil derHalbinsel. Eine besonders lange, Kette ist jene, welche längsdes Salwenflusses streicht und mit einigen Unterbrechungendie ganze keulenförmige Halbinsel Malakka durchzieht. Auch dieOstseite ist von einem Randgebirge begleitet; das Innere vonSüd-Hinterindien ist nur in geringem Maasse gebirgig.

Flüsse. Sie gehören, wie bereits erwähnt, zwei Wasser-gebieten an.

In den Golf von Bengalen ergiessen sich:

Der Arakan, welcher Birma und das ehemalige ReichArakan durchströmt; der Irawaddi, einer der grössten StrömeAsiens, dessen Quelle unbekannt ist und der mit einem ge-waltigen Delta in den Golf von Martaban mündet; der Salwen,gleichfalls in den vorgenannten Golf mündend.

In das Südchinesische Meer ergiessen sich:

Der Menam, der im Norden von Siam entspringt, diesesReich durchströmt und in den Golf von Siam mündet; der

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