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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Siidasien.

III. Hinterindien,

Der Tschokhamsee im östlichen Himälaya (Sikkim).

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1. Britisch-Hinterindien.

Bis zum Jahre 1885, d. i. bis vor der Eroberung- desKönigreiches Birma durch die Engländer, besassen diesenur etliche Küstenprovinzen, welche die Gebiete vonAssam, Manipu, Britisch-Birma und die sogenanntenStraits-Settlements auf Malakka u. s. w. umfassten.Jetzt sind alle diese Länder mit dem neueroberten Birmavereint und bilden den Besitzstand der Briten in Hinter-indien. Der Flächenraum desselben möchte rund 700.000Quadratkilometer umfassen; die Bewohnerzahl beträgt wohlüber 8 Millionen.

a) Die früheren Küstenprovinzen sind, und zwar in der Reihenfolgevon Norden nach Süden: Arakan, mit der gleichnamigen Hauptstadt, einstvolkreich und blühend, derzeit aber herabgekommen. — Pegu, mit der ver-ödeten gleichnamigen Hauptstadt. In demselben Gebiete liegt Rangun(134.OOO Einwohner), eine wichtige Handelsstadt (bedeutende Reisausfuhr) aneinem Arme des Irawaddi, 32 Kilometer vom Meere entfernt, mit vielenWerften. Grösster Niederlagsort für Teakholz. Auf dem Gipfel eines Hügelserhebt sich der berühmte Tempel von Schudagon, eine gewaltige Pyramide. —Die südlichste der Küstenlandschaften ist Tenasserim.

b) Das ehemalige Königreich Birma, im Jahre 1885 von den Eng-ländern erobert, doch nur in seinen mittleren und nördlichen Theilen besetzt,

Mekhong, dessen Quellen wahrscheinlich auf dem Hochlande von Tibetliegen und welcher als gewaltiger Strom mit Katarakten und breitem,inselnbesetztem Bette das südwestliche China, das östliche Birma, Siamund Cochinchina durchströmt. Er bildet ein mächtiges Delta, welches dieSüdspitze der Halbinsel Cochinchina ausfüllt. — Als letzter bedeutenderFluss ist der Song-ka, der Fluss von Tongking, zu nennen, der inYün-nan entspringt und mit breitem Delta in den Golf von Tongkingmündet.

Klima. Es ist ein tropisches und gilt, da Hinterindien in der Monsun-zone liegt, alles, was über Vorderindien vorgebracht wurde. Bangkok hateine mittlere Januartemperatur von 23*8° und eine mittlere Jahrestempe-ratur von 26*7°; die Regenmenge beträgt 1560 Millimeter. Das Südchinesi-sche Meer ist berüchtigt wegen seiner Wirbelstürme (vgl. S. 31).

Bewohner. Die Gesammtzahl der Bewohner Hinterindiens wird aufcirca 38 Millionen geschätzt. Ihrer Abstammung nach gehören sie theilsder mongolischen Rasse an, theils sind sie Malayen. Die Ersteren, welchesich in drei grosse Volker — Birmanen, Siamesen und Annamiten —scheiden, bezeichnet man gewöhnlich als „Indo-Chinesen”. Den Norden vonSiam nehmen die Schan (oder Laosvölker) ein. Die meisten Ethnographenrechnen sie zur mongolischen Rasse und bezeichnen Tibet als wahrschein-liche Urheimat.

Die herrschende Religion ist der Buddhismus; der Brahmaismusbeschränkt sich auf den nordwestlichsten Theil der Halbinsel. Die Malayensind Mohammedaner. Ausserdem giebt es unter der einheimischen Be-völkerung viele katholische Christen, doch sind dieselben noch immerVerfolgungen ausgesetzt.

Von den Naturproducten sind hervorzuheben: Baumwolle, Seide,Zinn, Teakholz, Gummilack, Getreide, Oel, Zucker, Elfenbein, Pfeffer,essbare Vogelnester, Edelsteine und Eisen.

Politische Eintheilung. Von den nördlichen Bergstämmen, welche un-abhängige Gemeinwesen bilden, abgesehen, zerfällt Hinterindien in fol-gende politisch selbständige Gebiete: 1. Britisch-Hinterindien; 2. dasunabhängige Malakka; 3. Siam, und 4. Französisch-Hinterindien.

Brandung bei Pondichery.

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während das frühere Königreich sich ostwärts über den Salwen hinaus biszum Mekhong erstreckte. Das Land wird vom Irawaddi und Salwen und derenzahlreichen Nebenflüssen durchströmt. — Hauptort ist Mandalay (circa100.000 Einwohner), eine ausgedehnte Stadt in einer Ebene am Irawaddi,mit den weitläufigen Palastbauten des ehemaligen Königs. — Awa, etwassüdlicher gelegen, die ältere Hauptstadt, am linken Ufer des Irawaddi, mitzahlreichen Ruinen von Tempeln, Mauern und Thürmen. Die Stadt ist fastganz verlassen. — Amarapura, bis 1824 Hauptstadt des Reiches, durchBrand und Erdbeben fast gänzlich zerstört. — Bhamo, nördlichste Dampfer-station am Irawaddi.

c) Gebiet von Malakka auf der gleichnamigen Halbinsel, mit Malakka,einer rasch im Aufschwünge begriffenen Küstenstadt. — Auf einer kleinenInsel vor der Südspitze von Malakka liegt Singapur („Löwenstadt”, 139.000Einwohner), Freihafen, eine der blühendsten und reichsten ColoniestädteAsiens, Sammelplatz der Schiffe aller seefahrenden Völker Asiens und Ocea-niens. Singapur ist ein Hauptentrepöt für den Opiumhandel.

d) Pulo Penang (oder Prinz Wales-Insel), in den Straits-Settlements,mit der Hauptstadt und dem Freihafen Georgetown (30.000 Einwohner),wichtig wegen der Ausbeute von Betelnüssen und Gewürznelken.

Ueber die zu Britisch-Hinterindien gehörendenInselgruppen der Andamanen und Nikobaren sieheSeite 198.

Skardu.