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C. Ostasien. — II. Das Kaiserreich China.
Geistes, dem Islam aber innig* er-geben ist und Pilger auf Pilgernach Mekka sendet. In den 16 Mo-scheen von Aksu soll mehr gebetetwerden als in den 200 von Constan-tinopel. Die dsungatischen Dunga-nen (moslimische Chinesen) sind vonwildem Fanatismus und seltenerTapferkeit erfüllt.
Neben diesen Hauptculten hatindess auch der Schamanismus(Götzendienst) ziemliche V erbreitung.
Zu ihm bekennen sich die altenMandschu, einige Tungusen- undSojotenstämme und die unter selbst-ständigen Fürsten lebenden Stämmean der chinesisch-turanischen Grenze,der Insel Hai'-nan und des östlichenTheiles der Insel Formosa. — Daskatholische Christenthum zähltunter den Chinesen einige TausendeGläubige. — Zum Judenthume ge-hören gleichfalls etliche Tausende,welche aus dem östlichen Persienin China eingewandert sind.
Culturverhältnisse. Urproduc-tion. Das eigentliche China ist einfruchtbares, allenthalben wohlculti-virtes Land. Ein wahres „Mesopo-tamien” ist die grosse chinesischeTiefebene zwischen den Unterläufender grossen Ströme Yang-tse-kiangund Hoang-ho. Die Fruchtbarkeitdes Bodens wird durch ein weit-verzweigtes Netz von Bewässerungscanälen unterstützt. NachBridgmann gehört der achte Theil der Bodenfläche demReisbau; sechs Achtel gehören anderen Culturen und Vieh-weiden, ein Achtel des Gesammtareals ist Wald oder sterilesGebiet. Am stärksten wird Reis, das Hauptnahrungsmittel,gebaut und doppelt geerntet; demnächst folgen Weizen undGerste. Thee wird besonders in der Provinz Fu-kien gebaut;die erste Ernte liefert den „Kaiserthee”, der jedoch nur seltenausser Land kommt; die geringste Art ist der „Ziegelthee”. —Die Viehzucht tritt im eigentlichen China gegen den Acker-und Gartenbau zurück. Die grösste Sorgfalt wird der Pflegeder Seidenraupen und der Bienen zugewendet. Das Land
Ein Mandarin.
Chinesische Karawane.
ist reich an Gold- und Silberfasa-nen und an Flussfischen. — DerBergbau wird wenig rationell be-trieben; Gold wird aus Flüssen, aufdem Altai und im nördlichen Stufen-lande gewonnen. Ausserdem giebtes reichlich Silber, Kupfer, Eisen,Blei, Zinn und Zink.
Der Reichthum an Steinkohlen ist grösserals irgend sonstwo auf der Erde. Man unter-scheidet zwei Kohlenfelder, das „südliche” unddas „nördliche”. Ersteres erstreckt sich in derProvinz Sze-tschuan und umfasst nach Fr.v. Hcchstetter’s Berechnung mindestens 100.000englische Quadratmeilen. Die Kohlenlager tretenin den tief eingerissenen Flussthälern am Randedes Beckens zu Tage und werden ausgebeutet.Auch in Jiin-nan, der südwestlichen Grenz-provinz Chinas, finden sich ausgedehnte undmächtige Lager eines guten Anthracits, der hierin unmittelbarer Nachbarschaft von Kupfer, Zinn,Zink und Bleierz vorkommt und daher die Ent-wickelung eines schwunghaften Bergbaues undeiner bedeutenden Metallgewinnung ermöglicht.Auch in der Provinz Hu-nan ist der Kohlen-reichthum bedeutend. Das „nördliche” Kohlen-feld liegt in den Provinzen Schan-si undSchen-si. Besonders ist es die Provinz Schan-si,welche nicht blos als die Kohlen-, sondern auchals die Eisenprovinz par excellence bezeichnetwerden kann. F. v. Richthofen hat nachgewiesen,dass der grösste Theil der südlichen Hälftedieser Provinz in einer Ausdehnung von 32.000englischen Quadratmeilen ein continuirlichesKohlenfeld von unglaublichem Reichthum bildet.An der südwestlichen Fortsetzung des west-lichen Flügels des grossen Steinkohlenfeldes vonSchan-si nimmt auch noch die Provinz Schen-siTheil. Wichtig ist ferner das Kohlenfeld vonHo-nan. Auch in der Provinz Kan-su istdurch Richthofen das Vorkommen nennenswerther Kohlenlager constatirt worden.
Industrie. Die Gewerbthätigkeit Chinas steht auf einerhohen Stufe und nimmt dieselbe schon seit ältesten Zeiten ein.Die wichtigsten Erzeugnisse sind: Seidenstoffe in den glän-zendsten Farben und mit Stickereien der feinsten Art; Baum-wollstoffe, besonders „Nankings” (nach der gleichnamigenStadt so genannt); Porzellan von unübertroffener Feinheitund Festigkeit (King-tu-tschin), Lackwaaren, Schnitzereienin Holz und Elfenbein, Perlmutterwaaren, Strohgeflechte, Papiervon grosser Feinheit und Haltbarkeit, Galanteriewaaren be-sonders aus Kupfer, Metallspiegel, Glas, Leder, Eisen-und Stahlwaaren. — In der Mandschurei ist die Industriegering; in der Dsun-garei hat Kuldschadie meisten Gewerbe;in Ostturkestan sinddie Baumwoll- undSeidenweberei, dieLeder- und Stahlfa-brikation und Stein-schleiferei besondersentwickelt.
Der Handel imInneren ist lebhaftund bedeutend undwird durch schiff-bare Strassen undCanäle gefördert.Derwichtigste der letz-teren ist der grosse„Kaisercanal” (fastso langalsderRhein),der das Reich vonNorden nach Südendurchschneidet, dochist derselbe vielfachzerstört und wird fürdessen Erhaltungnichts mehr gethan.
Die ersteEisen bahnChinas von Schang-hai nach Kang-wan(8*5 Kilometer) wurde1876 eröffnet, dochhat der Betrieb inFolge der nationalen
Vorurtheile wieder Die grosse chinesische Mauer.
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