E. Nordasien.
Sibirien.
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Partie des Altaigebirges im Thale der Buchtarma.
findet der Fuss sicheren Halt; überall sinkt er ein und muss sich mit Gewalt aus denVerschlingungen der Zerrbirkenranken losreissen. Oft sind Sumpfstrecken zu über-schreiten, in welchen man bis über die Knie einsinkt. — Die Thierwelt der Tundraist äusserst spärlich. Selten, dass ein grösserer Teich oder See mehr als fünf PaarTrauer- oder Eisenten oder mehr als zwei Eistaucher beherbergt. Unter den wenigenRaubvögeln, welche die Tundra beherbergt, stehen in erster Linie der Wanderfalkeund der Bussard. Noch ärmer als an Vögeln ist die Tundra an Säugethieren. Zwarsoll das wilde Ren einzeln Vorkommen; dagegen ist der Wolf häufig, desgleichenWühlmäuse,* ferner Eisfüchse. Das merkwürdigste Thier aber ist der Lemming,welcher bekanntlich grosse Wanderungen unternimmt. Die sibirischen Lemmingesollen von Mitte Mai bis Mitte Juni in unzählbarer Menge den Ural überschreiten,bis zum Weissen Meere Vordringen und im Herbste wieder nach der Ostseite desGebirges zurückwandern. Nahrungsmangel scheint die Ursache dieser Wanderzügezu sein. Wölfe und Füchse folgen den Lemmingen Tagereisen weit und nähren sichnur von ihnen; auch Marder, Iltisse und Hermeline, dann der Vielfrass stellen denLemmingen nach. (Nach Finsch, Brehm und Thome.)
Flüsse. Die grossen Ströme Sibiriens gehören mit Aus-nahme eines einzigen dem nördlichen Eismeere an, der Amurdem Grossen Ocean. Ausserdem nimmt das Becken des Baikal-sees mehrere Flüsse von Bedeutung auf. Die grossen Strömesind :
Der Ob (4230 Kilometer, von der Irtyschquelle 4350 Kilo-meter Lauf länge, 3,520.000 Quadratkilometer Stromgebiet, dasgrösste auf asiatischem Boden), der die grosse westsibirischeEbene durchfliesst und schon bei Biisk (oberhalb Barnaul)schiffbar wird, bildet sich aus mehreren Bergflüssen des Altai.Unter den kleineren Nebenflüssen, die er bis zu seiner Ver-einigung mit dem ihm ebenbürtigen Irtysch aufnimmt, habender Tschulym und der Ket grössere Bedeutung, da sie bisweit hinauf schiffbar sind. Die Dampfschifffahrt auf demTschulym endet bei Atschinsk, 100 Kilometer entferntvon Krasnojarsk, das am Jenissei liegt. — Der Irtysch
_gewissermassen ein Zwillingsbruder des Ob — hat seine
Quelle in der Dsungarei (als „Schwarzer Irtysch”), durch-strömt den Saisansee, bricht sich durch die Verzwei-gungen des Altai Bahn und wird bereits von Semipalatinskab mit Dampfschiffen befahren. Auf 1100 Kilometer Lauf-länge erhält der Irtysch kaum einen nennenswerth en Zu-fluss. Erst im unteren Laufe geht ihm der I sch im zu.
Der wichtigste ist aber der Tobol (bei Tobolsk), dessenQuellen im Ural liegen, von dem herab ihm auch mehrereNebenflüsse Zuströmen. Nach der Vereinigung des Obmit dem Irtysch wird ersterer über 400 Meter breit undbedeckt zur Hochwasserzeit weite Strecken seines flachenUferlandes. Der Ob mündet in den Obischen Meerbusen,der den grössten Theil des Jahres vom Polareis ver-sperrt ist.
Der Jenissei (5200 Kilometer Lauflänge, 2,816.000Quadratkilometer Stromgebiet) ist nächst dem Yang-tse-kiang der längste Strom Asiens. Er entspringt als „Ulu-Khem” am Südhange des Sajanischen Gebirges, das er
mit Schnellen und Kata-rakten auf seiner Lauf-änderung von Ostwestnach Südnord durch-bricht. Von hier ab ver-folgt der Jenissei einefast genau nördlicheRichtung und mündetunter dem 70 0 Nord-breite in einen insel-reichen Golf. Die bedeu-tenderen Nebenflüsseliegen alle auf derrechten Seite, als: dieObere Tunguska oderAngara, welche denBaikalsee entwässert;die Mittlere Tungu-ska und die UntereTunguska. Der Jenis-sei, dessen Mittel- undUnterlauf fast sechsMonate im Jahre mit Eisbedeckt ist, kann bis Je-nisseisk mit Dampfschif-fen befahren werden.
Die Lena (4180Kilometer Lauf länge,2,500.000 Quadratkilo-meter Stromgebiet) istder dritte der grossenStröme Sibiriens. Sieentspringt im westlichen Randgebirge des Baikalsees, nimmtim Oberlaufe den Witim (von rechts), im Mittelläufe denAldan (gleichfalls von rechts) unterhalb Jakutsk auf undmündet mit einem ausgedehnten Delta in das nördliche Eis-meer. Die Lenamündung liegt in einer Polhöhe wie keinzweiter Strom der Erde eine solche aufzuweisen hat.
Die nächstbedeutenden sibirischen Ströme, welche sich indas nördliche Eismeer ergiessen, sind Indigirka und Kolymain Ostsibirien. Der weiter ostwärts folgende Anadyr ergiesstsich in das Beringmeer, gehört also bereits dem GrossenOcean an.
In diesen letzteren ergiesst sich ferner der vierte grosseStrom Sibiriens, der Amur (4400 Kilometer Lauflänge, 2,090.000Quadratkilometer Stromgebiet). Er setzt sich aus der Schilkaund dem Argun zusammen. Letzterer heisst in seinem Ober-laufe, wo er den Nordrand der Mongolei durchzieht, Kerulen,und bildet eine bedeutende Strecke hin die jetzige Grenzezwischen Transbaikalien und der Mandschurei, verstärkt durchdie von Süden kommenden Flüsse Sungari und Ussuri.Der Lauf des Amur wird durch eine grosse S-förmige Krümmunggekennzeichnet. Die Mündung ist, durch die Küstengebirgeabgelenkt, bedeutend nach Norden geschoben und liegt derNordspitze der Insel Sachalin gegenüber. Zwischen dieserletzteren und dem asiatischen Festlande erstreckt sich der seichte„Tatarensund”, der für grössere Schiffe ebenso unfahrbar ist,wie die Amurmündung selbst. Der Strom selber aber wird
Am Jenissei.
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