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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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E. Nordasien. — Sibirien.

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Petropawlowsk auf Kamtschatka.

Eismeeres bis zur Indigirka und Kolyma. — 8. Die „sibirischen” Tataren (62.000Seelen), in Tobolsk, Tomsk und am Jenissei.

b) Völker der Hyperboreerrasse: 1. Die Jukagiren, an den Flüssen Indi-girka, Kolyma und Anadyr, nur etliche tausend Seelen. — 2. Die Tschu kt sehen(7000 Seelen), im äussersten nordöstlichen Winkel des asiatischen Festlandes, mitdem Anadyr als Südgrenze. — 3. Die Korjaken, südlich des Anadyr und imnördlichen Theile der Halbinsel Kamtschatka. — 4. Die Kamtschadalen (2000Seelen), im mittleren und südlichen Theile von Kamtschatka. — 5. Die Jenisse i-Ostjaken, am oberen Jenissei und seinen Nebenflüssen, die Arinzen in den saja-nischen Steppen und andere kleinere Sippen, deren Gesammtzahl das Tausendnicht überschreitet.

Alle diese Völkerschaften sind entweder Viehnoma-den, oder Jäger- und Fischerstämme. Ihre Gesammtzahlbeläuft sich auf rund V2 Million. Ihrer Religion nach ge-hören sie grösstentheils dem schamanischen Heidenthuman. Der Grundzug des Schamanismus ist die Furcht vorden finsteren Mächten und bösen Geistern, welche die ödeNatur erfüllen. Dieser verzweiflungsvollen Furcht suchtman sich durch Zauberei und Beschwörungen zu entledi-gen, und man bedient sich hierzu zauberkundiger Priester,„Schamanen” genannt.

Der Schamane heilt Gebresten und verscheucht unwillkommenes Miss-geschick; er besänftigt „Schaitan” (Teufel) oder erwirkt die Gnade „Tangiri-Khans”, des Himmelsfürsten, beides natürlich nur für ausgiebige Geldopfer.

Die Priester sind übrigens keine Gottesdiener, sondern gewissermassen selberincarnirte Gottheiten. Die W^ürde ist in einzelnen Familien erblich. Kennerdes Schamanenthums behaupten, dass die Mehrzahl der Zauberpriester wahr-scheinlich bewussten Betrug übt. Wenn sie den religiösen Tanz aufführen,legen sie ein höchst abenteuerliches Costüm an, das lebhaft an die groteskenVermummungen der „Medicinmänner” unter den Indianerstämmen Nord-amerikas erinnert.

Culturverhältnisse. In Sibirien reicht die Zone desAckerbaues von Süden gegen Norden bis zum 6o° Nord-,breite in Westsibirien, bis zum 55 0 Nordbreite in Ostsibirien.Man baut Roggen, Gerste, Weizen, Buchweizen, Hafer, Hülsen-früchte und Hanf. Der Obstbau ist ohne Belang. — Im Süden derTundren dehnt sich ein weites Waldgebiet aus, welches in dennördlichen und höher gelegenen Gegenden aus Nadelhölzernund Birken, in den geschützteren Thälern und in den südlichenTheilen auch aus Laubbäumen besteht. Die grösste Ausdehnung

der Wälder findet sich nördlich vom Baikalsee. DemThierleben ist das extreme Klima ungünstig. Sibirienist das einzige Land der Erde, welches aus den Resteneiner fossilen Thierwelt einen kaufmännischen Nutzenzieht. Nach Finsch kommen in Irkutsk allein jährlich bei60.000 Kilogramm Stosszähne des Mammuth in den Handelund repräsentirt deren Werth bei 70.000 Mark. — Vongrösserer Bedeutung sind aber die Pelzthiere, derenVliesse einen hervorragenden, meist sehr kostspieligenHandelsartikel bilden. — Das Mineralreich liefert Gold(im Altai), Silber, Blei, Eisen, Kupfer und Graphit. Ausser-dem werden gewannen: Zinn, Zink, Kobalt, Lasursteine,Smaragde, Malachit und Jaspis. Im Altai finden sichKohlenlager.

Die gewerbliche Thätigkeit ist wenig entwickelt;von Belang sind nur die Leder- und Filzfabrikation; esbestehen ferner: Salz- und Salpeterwerke, Pech- und Fisch-leimfabriken, Waffenschmieden und Steinschleifereien.

Der Handel Sibiriens ist zum grossen Theile sibi-risch-chinesischer Durchzugshandel, welcher seinen Wegüber Kiachta und Irkutsk nimmt. Ostsibirien liegt ausser-halb dieser Handelsbewegung. Die wichtigsten Handels-artikel sind: Pelzwaaren, Metalle, Mammuthelfenbein und Theefür die Ausfuhr, Manufacte und europäische Industrieartikelaller Art für die Einfuhr, beziehungsweise abermalige Ausfuhrnach Nordchina. Die Messe von Irbit (Gouvernement Perm)ist die wichtigste in ganz Russisch-Asien.

Administrative Eintheilung. Sibirien ist in sieben Gouverne-ments eingetheilt, und zwar: Gouvernement des Küstengebietes,

Jakutsk, Transbaikalien, Irkutsk, Jenisseisk, Tomsk und Tobolsk.Hierzu kommt das Amurgebiet, welches administrativ zu Tur-kestan gehört. Doch ist zu bemerken, dass der westlichste TheilSibiriens (am Ostfusse des Ural) politisch zum europäischenRussland gehört. Der besseren Uebersicht halber halten wiruns an die Eintheilung in die nachfolgenden drei Landgebiete:k Westsibirien.

Tobolsk (20.000 Einwohner), am rechten Ufer desIrtysch, unweit der Mündung des Tobol, meist aus Holz-häusern aufgeführt, aber geschmückt mit vielen hoch-thürmigen Kirchen und befestigt durch den „Kreml”, inwelchem sich der Palast des Gouverneurs befindet. Sitzdes griechischen Erzbischofs von Westsibirien. Haupt-stapelplatz für den sibirischen Pelzhandel.

Tomsk (32.000 Einwohner), am Tom, der sich eine Strecke unterhalbin den Jenissei ergiesst, und an einer wichtigen Handelsstrasse nach China;schön und regelmässig gebaut, mit Schloss des Gouverneurs, grossem Kauf-hof und Bazar. Die Gründung einer Universität ist in Aussicht genommen.— Tjumen (16.000 Einwohner), südwestlich von Tobolsk, wichtiger Handels-platz an der sibirischen Hauptpoststrasse. — Barnaul (14.000 Einwohner),wichtige Bergstadt und Sitz der Bergwerksverwaltung des ganzen Altai. —Riddersk, Dorf mit reichen Silbergruben. — Sususkij, grosses Dorf mitKupfer- und Bleiwaarenfabriken. Münze.

2. Ostsibirien.

Irkutsk (36.000 Einwohner), fast ganz aus Holz gebaut,auf dem rechtenUfer der Angara (Tunguska), mit reichenMagazinen, mit Schulen und Fabriken und anderen Hilfs-mitteln der Civilisation. Die Winter sind in der Regelvon furchtbarer Strenge. Die Stadt ist ein Mittelpunktdes Pelzhandels und Hauptentrepot für den Theehandel.

Blagoweschtschensk.

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Renthier-N omaden.

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