Karte 
Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Australisches Vegetationsbild.

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Uebersicht.

Die feierliche Ruhe — schreibt S. Müller — welche in diesen durch eine niemalsruhende Naturkraft entstandenen Spalten und Felslabyrinthen herrscht, die zahllosenschroffen und spitzigen Klippen, welche dieselben bilden, die Abwechslung und diegrellen Farbencontraste, welche die starren Felsenkolosse mit dem herrlichen grünenPflanzenschmucke hervorrufen, der tiefblaue durchsichtige Wasserspiegel, dessen Ober-fläche nur von einem leichten Zephyr gekräuselt ist dies alles liefert einen Anblick,welcher einen wahrhaft entzückenden und bezaubernden Eindruck ausübt.

Von Australien ist Neuguinea durch die gefährliche, weilklippenreiche Torresstrasse geschieden. Der Abschnitt desIndischen Oceans, welcher zwischen Neuguinea, dem ostindi-schen Archipel und der Nordküste von Australien fluthet, wirddie Harafurasee genannt. Einen Meeresabschnitt für sichbildet der grosse Golf von Carpentaria, welcher von Nordenher tief in das australische Festland einschneidet. Im Ostenwird dieser Golf von der keilförmig auslaufenden York-Halb-insel, im Westen von dem gleichfalls halbinselförmigen Theildes Continents, welchen man gemeinhin „Nordaustralien” nennt,begrenzt. Die Nordwestküste Australiens ist vielfach durch-buchtet und von Klippenschwärmen, die meist Korallenbildungensind, umlagert. Lange Zwischenstrecken dieses Küstenlandes,

ür die räumliche Ausdehnung des Ländercomplexes, welchen wir den „fünftenErdtheil” nennen, ist es charakteristisch, dass mehr als die Hälfte eines Arealsauf demselben unterseeischen Plateau ruht, über welchem die ostasiatischenInseln sich erheben. Neben dem eigentlichen Australien und den drei grösserenInseln Tasmanien, Neuseeland und Neuguinea fasst man die übrige Insel-welt des Grossen Oceans mit dem Namen „Oceanien” zusammen und unter-scheidet hierbei zwei Inselreihen: den „inneren Gürtel” und den „äusserenGürtel”.

Bekannter und allgemein geläufiger ist die Eintheilung Oceaniens in dreiInselgebiete, und zwar: in Melanesien, Mikronesien (beide zum „innerenGürtel” gehörig) und Polynesien.

Der Gesammtflächeninhalt des australisch-oceanischen Gebietes wirdauf 9 Millionen Quadratkilometer geschätzt, wovon 77 Millionen Quadratkilometerauf den australischen Continent (ohne Nebeninseln) entfallen.

Küsten und Inseln. Das ungeheure oceanische Gebiet, welches man denStillen oder Grossen Ocean nennt und das, am Aequator gemessen, von derKüste Südamerikas bis zur ostindischen Insel Celebes in einer Ausdehnung von160 Längengraden fluthet, ohne festes Land oder grössere Inseln zu bespülen,ist in einem verhältnissmässig kleinen Abschnitte (zwischen dem Aequatorund dem Wendekreise des Steinbocks) von der oceanischen Inselwelt erfüllt.An der südwestlichen Schwelle des Grossen Oceans erstreckt sich der Erd-theil Australien. Nördlich des Aequators sind die Inselschwärme bedeutendspärlicher.

Aber nur auf seiner Ostseite wird der Continent Australien vom GrossenOcean bespült; die Nord-, West- und Südküste gehört dem Indischen Ocean an.An der Schwelle beider Wassergebiete, im Norden von Australien, liegt diegrosse Insel Neuguinea, die grösste Insel der Erde. Zahllose grössere undkleinere Eilande umlagern ihre Süd- und Westküste. Sie sind mit einer dichtenVegetation bedeckt und zeigen an den Steilküsten unzählige Löcher und Höh-lungen, welche die Wellen ausgewaschen haben.

sowie jene südlich vom nordwestlichen Vorgebirge des Conti-nents — also am Westrande desselben — sind noch wenig odergar nicht erforscht. Die Westküste Australiens hat einen fastmeridionalen Verlauf und ist wenig gegliedert. Die bedeutend-sten Einbuchtungen sind die Haifischbai im Norden und dieGeographenbai im Süden.

Der Indische Ocean bespült auch die Südgestade desaustralischen Festlandes bis auf die Höhe des Meridians vonTasmanien, d. i. bis zur Bass-Strasse (zwischen dem Fest-land und der genannten Insel), durch die er mit dem GrossenOcean in Verbindung steht. In dieser Strasse liegt die schöneBucht von Melbourne, etwas weiter westlich greift derSpencergolf tief in das Festland hinein. Oestlich von letzteremist der schöne St. Vincentgolf bemerkenswerth, an dessenEingänge sich die „Känguru-Insel” quer vorlegt. Zwischen demCap Catastrophe (einem Eckpfeiler des Spencergolfes) unddem Cap Paisley schneidet die „grosse australische Bucht”nordwärts in den Continent ein. Ihr Hinterland ist noch un-erforscht.

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