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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Oceanien. — 1. Melanesien.

Waldscenerie auf der Südinsel von Neuseeland.

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herrlichen Gebirgsseen, grossartigen Gletschern, Wasser-fällen, Engpässen und düsteren, von tosenden Gebirgs-wassern durchrauschten Schluchten. Die neuseeländischenAlpen erreichen ihre grösste Erhebung in der Mitte deretwa 300 Kilometer langen Kettenzüge mit 3500 bis 3764Meter und tragen Schnee- und Eisfelder, welche denbedeutendsten der Alpen Europas nicht nachstehen. DerCulminationsgipfel ist der 3764 Meter erreichende MountCook mit grossartigen Gletschern. In gerader Linie mitdiesem Gipfel liegen die pyramidenförmigen schnee-gekrönten Gipfelmassen des Mount Tyndall, Kaimatauund Pembrokpik.

Neuseeland hat als Alpenland vortreffliche Weideländereien, welchedie Viehzucht wesentlich begünstigen. Besonders entwickelt ist die Schaf-zucht. Der in steter Zunahme begriffene Land bau liefert namentlichWeizen; die Wälder liefern Bau- und Nutzholz, die Gebirge Gold undSteinkohlen. Von hervorragender Bedeutung ist der Flachsbau, dessenProduct als „neuseeländischer Flachs’’ in den Welthandel kommt. — Haupt-ausfuhrartikel sind Gold, Kaurigummi (beiläufig bemerkt ist die Kauri-fichte im Schwinden), Wolle, Flachs, Weizen, conservirtes Fleisch.

Seit 1852 hat Neuseeland eine eigene Colonialregierung und einParlament mit zwei Kammern.

denem Naturcharakter. T Im Jahre 1840 nahm England Besitz von der Doppelinselund führte von da ab einen wahren Vertilgungskrieg gegen die Eingeborenen — diemalayischen Maori — und musste zu Zeiten bei 10.000 Mann Truppen im Landebelassen, um die Colonisten vor Racheacten und Ueberfällen zu schützen. In Folgeder Verluste, die die Kämpfe mit den Engländern zur Folge hatten, hat sich dieZahl der Maori sehr vermindert; eine Zählung im Jahre 1886 ergab 41.432 Köpfe.Wo sie mit der Civilisation in beständiger Berührung sind, verschwinden sie vonselbst, eine Erfahrung, die mit allen Naturvölkern gemacht worden ist. In ihrenBeziehungen zu der erobernden Rasse gleichen die Maori sehr den Indianern Nord-amerikas, mit denen sie auch die wilde kriegerische Energie und die starre Unbeug-samkeit gemein haben.

Flächeninhalt der beiden Inseln von Neuseeland: 270.392; Bewohner-zahl: 623.852, wovon circa 582.000 Europäer (Engländer).

Die Nordinsel von Neuseeland hat meist niedriges Hügel-und Plateauland, von zahlreichen Flüssen nach den verschieden-sten Richtungen durchschnitten, von weiten Ebenen unter-brochen und mit einzelnen vulcanischen Kegelbergen besetzt.Die Insel bildet einen Hauptherd vulcanischer Vorgänge. Dernoch thätige Vulcan Tongariro erhebt sich bis 2111 Meter.Die vulcanischen Vorgänge bethätigen sich ausserdem inkochenden Springquellen, „welche an Reichthum der Erschei-nungsformen die isländischen Geysir und das Yellowstone-gebiet weit hinter sich lassen,” in Solfataren, Dampfquellen,Seen mit siedend heissem Wasser — Kalksinterbecken — be-sonders merkwürdig im „Seendistrict” des Rotomahana. Der2686 Meter hohe Mount Egmont (oder Taranaki) ist ein er-loschener Vulcan; noch höher erhebt sich der Ruapahu (bis2990 Meter). Durch mancherlei Sagen der Eingeborenen merk-würdig ist der Ikurangiberg (1796 Meter), in der Nordost-ecke der Insel.

Die Südinsel hat einen von dem der Nordinsel ganz ab-weichenden Naturcharakter; es ist „ein vollkommenes Hoch-gebirge mit allen Schönheiten der Alpenwelt”, daher mitRecht die „Australische Schweiz” genannt. Die steil abfallen-den Bergzüge mit zackigen Gipfeln streichen in langen paral-lelen Ketten und sind von wilden Schluchten rechtwinkeligdurchbrochen. Es sind Gebirge von echt alpinem Charakter mit

Auckland (57.000 Einwohner), Hauptstadt von ganzNeuseeland, liegt auf einem schmalen Isthmus der Nordinselund an einem der schönsten Häfen der Welt. Die Stadt wurde1840 gegründet.

Andere wichtige Oertlichkeiten sind: Wellington (28.000Einwohner), ganz im Norden der Nordinsel, an der Ostseiteder Cookstrasse gelegen, wichtigster Handelsplatz der Colonie.— Dunedin (46.000 Einwohner), Hauptstadt der Südinsel, anderen Südostküste, unweit der Goldregion gelegen.

Zur Colonie Neuseeland gehört noch die Insel Stewart, durch die Foveaux-strasse von der Südinsel Neuseelands getrennt. Sie wird nur von Eingeborenenund Walfischfängern bewohnt. Zwei gute Häfen erleichtern die Zufahrt zu dem Ei-lande, auf welchem man Eisenlager vermuthet. — Die Chatam-Inseln und dieAucklands-Inseln bilden das entlegenste insulare Besitzthum der Colonie Neu-seeland.

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Mount Cook und der Hookergletscher vom Muellergletscher aus gesehen.

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B. Oceanien.

1. Melanesien.

Unter dieser durch die ethnographischen Verhältnisse derBewohner bedingten Unterabtheilung der Inselwelt Oceaniensfasst man die grösste Insel der Erde, Neuguinea, den Archipelvon Neubritannien (jetzt „Bismarck-Archipel”), die Salomon-inseln, die St. Cruz-Inseln, die Tucopiagruppe, die NeuenHebriden, Neucaledonien, die Loyalty-Inseln und dieViti-Inseln zusammen.

Alle diese Inseln liegen südlich vom Aequator, in derheissen Zone und während des (nördlichen) Winters im Ge-biete des australischen Nordwest-Monsuns; hingegen im Gebietedes asiatischen Südost-Monsuns und des mit ihm in gleicherRichtung wehenden Südost-Passates während des (nördlichen)

Sommers. Eine Ausnahme von diesen klimatischen Verhältnissenmacht nur Neucaledonien.

Die Inseln Melanesiens sind durchwegs gebirgig; Merkmalevon vulcanischer Thätigkeit sind allenthalben wahrzunehmen.Die Vegetation hat durchwegs tropischen Charakter, dochfehlen auch Nährpflanzen nicht.

Neuguinea (die Hauptinsel annähernd 808.000 Quadratkilo-meter gross und circa V2 Million Einwohner zählend) ist die grössteInsel unseres Planeten. Sie erhebt sich, von zahllosen Korallen-eilanden und kleineren Inseln umgürtet, auf einer flachenMeeresbank von weniger als 200 Meter Tiefe, ist aber imUebrigen noch sehr wenig erforscht. Sie scheint überall mitüppigen Wäldern bedeckt, und Wallace meint, die Insel sei dieeinzige Region, „in welcher durchaus neue, nicht vorher-