B. Oceanien. — i. Melanesien.
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Fahrzeug der Papua.
zusehende Lebeformen gefunden werden könnten.” Im Innerenist Neuguinea von gewaltigen Bergen erfüllt, und strömen vondort viele und zum Theil sehr ansehnliche Flüsse nach derKüste.
Die Insel zerfällt in drei Glieder: in das Hauptland undin eine nordwestliche und südöstliche Halbinsel. Durch dastiefe Eingreifen der Geelvinkbay erhält die Insel ein eigen-tümliches „insectenartiges” Aussehen. Im Allgemeinen ist dieKüste hoch und klippenreich, doch ist sie stellenweise so flach,dass sie zur Zeit der Ebbe einen morastigen Sumpf bildet,bewachsen mit Leuchterbäumen, deren vielfach verschlungeneund verkrümmte Wurzeln ein undurchdringliches Geflecht überder schlammigen Uferfläche bilden. Zur Fluthzeit ist alles über-schwemmt: hier ist die Brutstätte der Sumpffieber. Allenthalbenist der Rand von Korallenbänken gesäumt, welche zur Zeit derEbbe trocken liegen. Ab und zu trennt ein blendend weisserSandstreifen den dichten Wald von der Korallenbank. Dienördliche Küste ist hafenlos und zerrissen, da sie dem vollenWellengänge des Oceans ausgesetzt ist.
Die Bewohner Neuguineas sind Papua, doch sind nur die an den Küstenhausenden Stämme näher bekannt. Uebrigens bilden die „Küstenpapua” eine be-sondere Species dieser Rasse. Sie sind insgesammt vorzügliche Fischer und Schiffer,und es erscheint begreiflich, dass bei diesem Völkchen das Schiff eine grössere Rollespielt als das Haus. Grössere Segelboote bestehen aus zwei Theilen, aus dem eigent-lichen Schiff und aus dem „Ausleger”. Das Segel besteht aus mattenförmig gefloch-tenen Palmblättern . . . Neben dem Schiffe ist die Pfahlhütte das zweite Heim desKüstenpapua. Sie gleicht vollkommen den in den Seen Mitteleuropas entdecktenvorgeschichtlichen Pfahlbauten. Die Hütte wird auf Piloten gesetzt, deren jeder miteiner runden Holzscheibe versehen ist, um die Schlangen und Ratten am Empor-klettern zu hindern. Die einzelnen Pfähle stehen durch Quersparren in Verbindung;über dieses Gerüst wird der Fussboden gelegt, der aus Kokospalmenholz besteht.Mitunter liegt über dem Wohnraum noch ein zweites Stockwerk. Eine mittelgrosseHütte ist 10 Meter lang, 3 Meter breit und 4 Meter hoch und enthält nur eineneinzigen Wohnraum und darüber eine Art Dachkammer.
Diejenigen Naturproducte Neuguineas, welche zur Aus-fuhr gelangen, sind: Sago, wilde Muscatnüsse, Trepang, Perl-mutter und Schildpat, Perlen, Paradiesvögel, Matten und Reis.Artikel der Einfuhr sind: Eisen, Baumwollzeuge, deutscheMesser, Messingdraht, Geschirr u. s. w.
Doppelpirogue der Viti-Insulaner.
In neuester Zeit haben mehrere abendländische Mächteauf Neuguinea Besitzansprüche geltend gemacht, welchenur theilweise durch diplomatische Intervention geregelt sind.So beanspruchen beispielsweise die Niederländer die ganzeWesthälfte der Insel, während sie thatsächlich nur an einigenwenigen Küstenpunkten angesiedelt sind. Den südöstlichenTheil der Insel hat England unter seinen Schutz genommen.Ein Theil der Nordostküste (zwischen dem 141 0 und 147 0 Ost-länge und bis zum 8° Südbreite) wurde 1885 als Kaiser Wilhelm-land der Oberhoheit Deutschlands unterstellt. Der wichtigsteAnlaufplatz in diesem deutschen Colonialgebiete ist derFriedrich Wilhelmhafen.
Die übrigen Inselgruppen Melanesiens sind:
1. Neubritannien (47.000 Quadratkilometer, 180.000 Be-wohner) — seit 1885 unter dem Namen „Bismarck-Archipel”unter deutscher Oberhoheit — besteht aus den beiden grösserenInseln Neubritannien (Neupommern, 25.000 Quadratkilometer)und Neu-Irland (Neumecklenburg, 13.000 Quadratkilometer) undmehreren unbedeutenden Nebeninseln. — Die Inseln producirenverschiedene P almenarten, Brotfruchtbäume, Muscatbäume,Pfeffer. Die Vegetation ist überhaupt reichlich, aber es fehlt ananbaufähigen Ebenen. Die Bewohner sind Papua, und herrschtunter ihnen noch der Cannibalismus.
2. Die Salomon-Inseln (44.000 Quadratkilometer, 170.000 Be-wohner, sehr feindseliger Art und dem Cannibalismus ergeben)erstrecken sichsüdöstlich des
vorgenanntenArchipels mitden grösserenEilanden Buka,
Vella Lavella,
Rubiana (Neu-georgia), Choi-seul und vielenkleinen Insel-chen. Sie sind
grösstentheilsfruchtbar, tra-gen Kokospal-men, Gummi-bäume, liefernZucker und ent-halten wildeSchweine, Hüh-ner, zahlreicheSumpf- u. Was-servögel,Schild-kröten u. s. w.
Die meisten In-seln sind gebir-gig, einige vul-canisch.
3. Die SantaCruz- (KöniginCharlotte-)lnseln(988 Quadrat-kilometer, ^000
Einwohner), südöstlich des Salomon-Archipels gelegen, zerfallenin mehrere Gruppen von geringer Ausdehnung. Die Hauptinselist Santa Cruz mit dem Hafen La Graciosa. Auf dem EilandeWanikoro befindet sich das Denkmal des französischen Reisen-den La Perouse.
4. Die Neuen Hebriden (13.300 Quadratkilometer, 70.000Einwohner) erstrecken sich im Süden des Santa Cruz-Archipelsund zählen zu den lieblichsten Eilanden in der Südsee. DieFruchtbarkeit ist ausserordentlich. Die Bewohner (Papua undMischlinge) sind grösstentheils zum Christenthum bekehrt. Diebeiden ansehnlichsten Inseln heissen Espiritu Santo undMalikolo.
5. Neucaledonien (16.700 Quadratkilometer, 42.000 Ein-wohner, wovon 18.000 Europäer, und zwar Franzosen). DieHauptinsel zeichnet sich durch ihr regenarmes Klima und durchdie reichen Korallenbildungen, welche jene rings umgürten, aus.Das die Insel durchsetzende Gebirge erhebt sich bis zu 1642Meter. Hauptproducte sind: Yams, Taccaknollen, Erdnüsse,Bataten, Feigen, Orangen, Bananen, Kokosnüsse. Die Insel,welche französischer Besitz ist, wird als Strafcolonie benützt.
Hauptort ist Numea, Sitz des französischen Gouverneurs. _
Von den kleineren Inseln ist keine von Bedeutung. — ZurGruppe von Neucaledonien werden auch die Loyalty-Inseln
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Maorimädchen, die Maultrommel spielend.
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