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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Oceanien. — 2. Mikronesien. — 3. Polynesien.

(gleichfalls französischer Besitz, 2750 Quadratkilometer, mit13.000 Bewohnern) gezählt.

6. Die Viti- (Fidschi-) Inseln (20.800 Quadratkilometer, 122.000Einwohner, wovon an 2300 Europäer und 8000 anderen Südsee-inseln angehörige Arbeiter und indische Kuli), ein Archipelvon 255 Eilanden, wovon jedoch nur 80 bewohnt, sind gross-britannisches Besitzthum. Hauptproducte sind: Kokosnüsse,Zuckerrohr, Baumwolle, Kaffee, Mais. Im Ganzen sind die Inselnsehr fruchtbar und auch ergiebig für den Handel. Die Bewohnerwaren bis in die neueste Zeit dem scheusslichsten Cannibalismusergeben, sind aber derzeit grösstentheils bekehrt. Sie sterbenindess rasch aus.— Die Hauptinsel ist Viti-Levu, mit Mbauals Hauptort. Ihr an Grösse zunächst steht Vanua-Levu. Alleanderen Eilande sind unbedeutend.

2. Mikronesien.

Nördlich vom Aequator, zwischen Neuguinea und denSüdküsten Japans, ist der Grosse Ocean mit einem Schwarmeunzähliger kleiner Inseln erfüllt, welche, zum Theil mit denEilanden Melanesiens parallel ziehend, einen zweiten äusserenInselgürtel um das Festland Australien darstellen.

Man unterscheidet folgende Gruppen:

1. Die Marianen oder Ladronen (1140 Quadratkilometer,8200 Bewohner), ein Archipel von 17 Eilanden, dessen grössterGuam (Guajan), mit dem Hauptort Agana ist. Die Gruppe istspanisches Besitzthum und untersteht administrativ dem Ge-neralcapitän der Philippinen. Die zweitgrösste Insel ist Saipan;die anderen sind ohne Belang.

2. Die Karolinen (1450 Quadratkilometer, 160.000 Bewohner)erstrecken sich südlich der Ladronen in einer ganzen Reihevon Einzelgruppen (man zählt deren 48 mit 400 bis 500 Eilanden),meist Laguneninseln. Die grösseren Inseln sind mit einemüppigen Pflanzenwuchse bedeckt. — Die westliche Hälfte derKarolinen fasst man unter dem Specialnamen Pelew- (oderPalau-) Inseln zusammen. Die Bewohner gehören zu den Poly-nesiern. Die Karolinen sind spanisches Besitzthum.

3. Die Marshall-Inseln (400 Quadratkilometer, etwa 10.000Bewohner) — deutscher Besitz — bestehen durchwegs ausniedrigen Eilanden, welche nirgends mehr als 3 Meter über dieHochwasserlinie aufragen. Die Vegetation ist dürftig. Haupt-sächliche Nutzpflanzen sind: Kokospalmen, Pandanus und Brot-fruchtbäume. Die grösste Insel ist Jaluit mit 90 Quadratkilo-metern Flächenraum.

4. Die Gilbert-Inseln (430 Quadratkilometer, 37.000 Be-wohner) erstrecken sich südöstlich der Marshall-Inseln und

Neucaledonische Doppelpirogue.

sind durchwegs Korallenbildungen. Ausser Kokosnüssen lieferndie Eilande nichts. Die Bewohner haben sich zum Christenthumbekehrt, sind aber im Aussterben begriffen.

3. Polynesien.

Vom 180. Längengrade — dem longitudinalen Erdtheiler —ostwärts erstrecken sich die Inselschwärme Polynesiens mitgeringer Ausnahme südlich des Aequators und über den 30 0Südbreite nicht hinaufreichend. Klimatisch ist die Natur dieserInselwelt dadurch gekennzeichnet, dass sie aus der Region derMonsune in jene des Passats übergeht. Dieser Umstand hatauf das organische Leben der Inseln einen höchst beachtens-werthen Einfluss.

Der Passat und die beiden Monsune sind, da sie stets über weite Meeres-flächen wehen, feuchte Winde. Wenn sie auf hohe Inseln stossen, wird ihr Wasser-dunst an den Bergen verdichtet und fällt als Regen herab. Daher ist der Wind, derauf der einen Seite einer hohen Insel Regen bringt, auf der anderen Seite derselbenInsel trocken und hieraus folgt, dass in denjenigen Theilen des Oceans, in welchender Ostpassat vorherrscht und nur selten von Westwinden unterbrochen wird, dieöstlichen Seiten der Inseln durch grössere Feuchtigkeit, Frische und Ueppigkeitder Vegetation sich vor den westlichen auszeichnen werden. Genauere Untersuchungder einzelnen Archipele zeigt, dass nach Osten hin die Flora immer ärmer und ein-facher wird; dennoch bleibtder indische Charakter derPflanzenwelt derart vorherr-schend, dass sogar auf derOsterinsel, welche 120Längengrade östlich von denMolukken entfernt ist, kaumeine Pflanze sich findet, dienicht ihrem Wesen nach derindischen oder neuseeländi-schen Flora angehörte (nachO. W. Thom 6 ).

Die grossen Ar-chipele Polynesienssind:

1. DieTonga- (oderF reundschafts-) Inseln(970 Quadratkilome-ter, 25.000 Bewoh-ner), im Osten derVitigruppe gelegen,setzen sich aus meh-reren kleinen Archi-pelen zusammen, un-ter deren EilandenTonga Tabu (die„heilige Insel”) mitNukualofa (derResidenz des Häupt-lings) die wichtigsteist. Die Vegetationder meisten Inselnist eine parkartige.Durch einen 1876 ab-

Marktboote von Tahiti.