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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Oceanien,

Die Tiefseeverhältnisse des Grossen Oceans.

fenden Küstenstriche zur Tief-see unterbricht. An die zungen-förmig ausgreifende Staffel ander chilenischen Küste schliesst,mit geringer Unterbrechung,ein inselartiges unterseeischesPlateau.

Der westliche Abschnittdes Grossen Oceans bietet einwesentlich anderes Bild. Dienach Westen hin immer dichterzueinanderrückenden Inseln u.

Archipele verleihen diesem Ab-schnitte ein im hohen Maassecharakteristisches submarinesGepräge. Die zahlreichen Inselnsind, wie wir bereits anderen-orts hervorgehoben haben, dieGipfel von Bergen, welche nichtausbedeutendenTiefen, sondernüber verhältnissmässig seichtensubmarinen Plateaus aufragen.

Eine der grossartigsten diesersubmarinen Gebirgserhebungenmöchte jener Rücken sein, der an seiner östlichen Seite alsSandwichinseln über den Seespiegel heraustritt. Man hatdiese gewaltige unterseeische Bodenanschwellung, deren vulca-nische Natur Oberflächenbildungen bedingte, die denjenigenfestländischer Massenerhebungen sehr ähnlich sind, mit einem„unterseeischen Himälaya” verglichen. Die Längenausdehnungdieses Rückens ist sicherlich noch beträchtlicher als die in denVergleich gezogene Erdanschwellung in Mittelasien; dagegenist die relative Höhe nicht so bedeutend, ausser man greiftweiter aus und zieht die grosse nordpacifische Depression —die sogenannte „Tuscaroratiefe” — mit in Betracht.

Hält man an den von einander räumlichen getrenntensubmarinen Rücken fest, so er-giebt sich von selbst, dass dieseBodenrippen tiefere Stellen desOceans einschliessen. Auf dieseWeise bilden sich locale De-pressionen von mitunter be-trächtlicher Tiefe. Die Depres-sionen sind entweder becken-artig geformt, wie beispielsweisedie „Narestiefe” nördlich vonNeuguinea (Mitteltiefe 2500Faden), die „Millertiefe” (zwi-schen den Amerikan- und denPhönix-Inseln), die „Belknap-tiefe” (südlich von den Sand-wichinseln) u. s. w.; oder dieDepressionen stellen sich als

Schluchten (Spalten) dar,wie die„Carpentertiefe”, welche ander Torresstrasse einen lang-gestreckten, bis in die Nähedes Archipels von Neucaledo-nien reichenden Schlund bildet,oder die „Gazellentiefe”, diesüdlich von der vorgenanntenDepression in den Boden desOceans eingesenkt ist. Ausser-dem giebt es, und zwar auffäl-ligerweise gerade in der seich-teren westlichen Hälfte desGrossen Oceans, etliche Stellen,wo der Meeresboden in Tiefenherabsinkt, die zu den grösstenbisher gemessenen gehören. Siesind aber räumlich so unbedeu-tend, dass von „Becken” nichtmehr die Rede sein kann; siesind einfach Löcher, trichter-förmige Einsenkungen. Wirkennen derzeit zwei solche lo-cale Depressionen: die eine amwestlichen Ende der Bandasee, südlich der Insel Keram, miteiner gemessenen Tiefe von 4000 Faden; die andere südlichder Ladronen mit einer gemessenen Tiefe von 4575 Faden.

Die räumlich grösste und zugleich tiefste Depression imGrossen Ocean befindet sich in dessen nördlichstem Abschnitte.Sie nimmt fast den ganzen Raum zwischen den Kurilen undder nordamerikanischen Nordwestküste und reicht vom Aleuten-Archipel bis über den 40 0 Nordbreite hinaus. Doch überschreitetsie an zwei Stellen sogar den nördlichen Wendekreis. Ob diesegewaltige Depression von durchschnittlich 3000 Faden einegleichartige, d. h. normal beckenartige ist, oder bedeutendereNiveauunterschiede besitzt, ist vorläufig nicht bekannt, da die

Lothungen nur an ihrem Randevorgenommen wurden.Dagegenist festgestellt, dass diese De-pression — die „Tuscarora-tiefe” — an ihrem westlichenRande, und zwar im unmittel-baren Bereiche der Kurilen,sich östlich zu noch grössererTiefe herabsenkt und mit 4665Faden die grösste bisherüberhaupt gemessene Tiefeerreicht. Diese Depression er-streckt sich südwärts bis zuden Japanischen Inseln, wostellenweise noch immer Tie-fen bis zu 4600 Faden Vor-kommen.

Wasservergnügungen der Hawaiierinnen.

Samoakisches Boot mit doppeltem Ausleger.

Wm

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