Karte 
Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
Entstehung
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In den Pampas. Columbus-Standbild in Colon (Panama). Baumwollernte.

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Allgemeine Uebersicht.

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In den Llanos am Orinoco.

Aequators sich ausbreitet. Dadurch greift der südliche Theilvon Südamerika bis zum 54 0 Südbreite hinaus und wird von denaus dem Antarktischen Ocean kommenden kalten Strömungenbespült. Die Südspitze von Afrika hingegen — das Nadel-cap _ liegt unter 34*8° Südbreite, also auf der Polhöhe von

Buenos Aires.

Amerika — auch die Neue Welt genannt — war den alten Culturvölkern un-bekannt. Zwar hat eine phantastische, wissenschaftlich gänzlich unbegründete Anschauunggewisse Beziehungen zwischen dem westlichen Continent und der antiken Culturweltausgeklügelt und die „Ophirfahrten” der Bibel nach den Erzländern von Südamerikaverlegt. Wir können uns dem kühnen Fluge dieser Hypothese leider nicht anschliessen.Freilich darf ein „Gelehrter” ungestraft Manches behaupten, was einem gewöhnlichenSterblichen nach dem alten tiefsinnigen Spruche: Quod licet Jovi, non licet bovi,nicht gestattet ist. So hatte beispielsweise Professor Schaaffhausen m Bonn vor nichtlanger Zeit (im „Correspondenzblatt der deutschen Gesellschaft für Anthropologie1877, Nr. 9) auf Grund eines in der Krim gefundenen makrokephalen Schädels, dener mit einem von J. J. v. Tschudi erhaltenen Peruanerschädel verglich, die altenSkythen und die alten Peruanerstämme für ein und dasselbe Volk erklärt. Was kannes also schaden, das Ophir der Bibel nach den Anden zu verlegen?

Die ersten Entdecker Amerikas in historischer Zeit waren höchstwahrscheinlichdie Normannen. Sie drangen in das Eismeer ein, östlich bis ins Weisse Meer,westlich bis Grönland, und kreuzten sogar den Atlantischen Ocean, wobei sie —wie aus der „Winlandsage” hervorgeht — den nördlichen Theil von Nordamerika

merika zeichnet sich unter allen Erdtheilen durch seine Erstreckung zwischen dernördlichen und der südlichen Polarregion aus, wodurch es alle Zonen der Erde— die antarktische ausgenommen — in einer Länge von etwa 15.000 Kilometerndurchschreitet, im Osten vom Atlantischen, im Westen vom Grossen Oceanbespült. Der nördlichste Punkt des Festlandes ist das Nordcap auf der HalbinselBoothia Felix unter 70 0 58' Nordbreite, der südlichste Punkt ist Cap Frowardunter 54 0 Südbreite. Schon Karl Ritter hatte daraufhingewiesen, dass die beiden,an der Landenge von Panama miteinander verbundenen Theile des amerika-nischen Continents — Nord- und Südamerika — der horizontalen Dimensionund den Küstenumrissen nach eine unverkennbare Analogie besässen. BeideTheile zeigen in zweimaliger Wiederholung eine dreieckähnliche Gestalt mitder Seite der Basis gegen Norden gerichtet, den spitzeren Winkel gegen Südenstreckend.

Auf Grund dieser eigenartigen Configuration giebt es in Amerika nicht denGegensatz von Orient und Occident, „denn dort sind Ost und West zusammen-gehörige Naturgestaltungen, grosse Einheiten, wobei freilich bisher die erstere(Nordamerika) ein bedeutendes Uebergewicht über die letztere behauptete,hauptsächlich wohl deshalb, weil die vom Grossen Ocean bespülte Westküstenoch ärmer an Gliederung ist als das Gestade am Atlantischen Ocean und nurim südlichen und nördlichsten Theile zahlreiche Fjordenbildungen aufzuweisenhat, welche als lediglich klimatische Erscheinungen und Reste einer vormaligen,nunmehr im Rückzuge begriffenen Eiszeit überall an hohe Breiten gebun-den sind”.

Südamerika besitzt in seinen Umrissen eine auffällige Aehnlichkeit mitAfrika. Ersteres wendet sich, wie dieses, mit seiner breiten Basis nach Nordenund läuft südwärts in einen halbinselartigen Ansatz aus. In Bezug auf diegeographische Lage beider Erdtheile ist immerhin ein auffälliger Unterschiedvorhanden. Während nämlich beide Erdtheile die gleiche Längenausdehnungvon Nord nach Süd haben, erstreckt sich Afrika zu beiden Seiten des Aequators,indess Südamerika, die nördlichen Küstenländer ausgenommen, ganz südlich des

(ein halbes Jahrtausend vor Columbus) entdeckt haben mögen. Thatsächlich ent-schleiert aber wurde das Geheimniss, welches die westliche Hemisphäre umhüllte,erst durch die That eines vom religiösen Glaubenseifer geleiteten italienischen See-mannes — Christoph Columbus. Damit war die Scheu vor der Oceanfahrt,welche bis dahin die Schifffahrt im Banne hielt, gebrochen. Der früheren Zaghaftig-keit folgte eine rege Unternehmungslust, welche nicht nur dem neu entdeckten Erd-theile, sondern allen Gebieten unseres Planeten zugute kam. Fünf Jahre nach derEntdeckung des Columbus (1492) folgte Amerigo Vespucci den Fussstapfen seinesVorgängers und im Jahre 1500 wagte sich der portugiesische Admiral Cabral überden Aequator hinaus und ging an der Küste von Brasilien vor Anker. Im Jahre 1512erblickte Balboa, welcher den Isthmus von Panama gequert hatte, als erster Euro-päer den Grossen Ocean. In voller Rüstung, das entblösste Schwert in einer Hand,ein Banner mit der heiligen Jungfrau in der anderen, sprang er in die Brandungmit den Worten: „Langes Leben den mächtigen und hohen Herrschaften von Casti-lien! In ihrem Namen nehme ich Besitz von diesen Meeren und Ländern.”

Im Jahre 1519 wurde der amerikanische Welttheil zum erstenmale (um dasCap Hoorn) umschifft, und zwar von dem Portugiesen Magalhaes. Die Spanierdehnten vom Zeitpunkte der ersten Entdeckungen rasch ihre Eroberungen in Ame-rika aus. Im Jahre 1521 -fentdeckte und eroberte Ferdinand Cortez Mexico, 1536eroberte Franz Pizarro Peru, in demselben Jahre wurde Californien entdeckt...Bald fanden sich auch die Repräsentanten anderer seefahrender Volker in Amerikaein. Sebastian Cabot, ein Venetianer von Abstammung, aber zu Bristol geboren,hatte schon 1494 als Erster das Wagniss unternommen, in das Arktische Meer von Nord-amerika einzudringen. Auch die Franzosen folgten den neuen Spuren. Im Jahre 1524hatte König Franz I. von Frankreich eine grosse „transatlantische Expedition” aus-

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