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Amerika. — Allgemeine Uebersicht.
Der Cotopaxi.
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drei Ketten hat kaum 1500 Meter Höhe und sendet einen Arman die Küste, der an der Landenge von Panama zur Hügel-kette herabsinkt. — Die östliche Cordillere verläuft nach Nord-ost, erhebt sich in der Sierra Nevada de Merida noch ein-mal zu bedeutender Höhe (4580 Meter) und geht in das Küsten-gebirge von Venezuela, in welchem die Silla de Caracasbis zu 2630 Meter ansteigt, über. Die nördlichsten Ausläuferder Anden sind die Hügelketten, welche die Ebene des Seesvon Maracaibo einschliessen.
Im südamerikanischen Andensystem sind es ganz besonders die Vulcane,welche unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Die Kette erstreckt sich fastüber 20 Breitengrade und viele der Kratergipfel zählen zu den höchsten dieser Artauf unserem Planeten. Die bedeutendsten sind: der Osorno, die Vulcane vonVillarica, Antuco, Maypu und Limari im Süden; hieran schiiesst die perua-nische, beziehungsweise äquatoriale. Nicht weniger als 16, theils erloschene, theilsnoch thätige Vulcane stehen auf einem Raume von 180 Kilometern Länge in zweiParallelketten zusammengedrängt: Berge, die 5000, ja 6000 Meter erreichen. Ihr be-rühmtester ist der Chimborazzo; weiter sind zu nennen: Misti, Gualateiri,Atacama und Sahama zu beiden Seiten des 20° Südbreite; derTolima, Purace,Antisana, Cotopaxi und Pinchincha zu beiden Seiten des Aequators.
Die Folge dieser grossartigen vulcanischen Thätigkeit imGebirgssysteme der südamerikanischen Westküste sind die vielenErdbebenkatastrophen, von welchen jenes Gebiet heim-gesucht ward. In Chile sind folgende Erdbeben denkwürdiggeblieben: das von 1570, wo Concepcion zerstört wurde; 1647,wo Santiago unterging; das von 1657, welches abermals Con-cepcion traf und wobei über diesen Ort die See hereinbrach;die Katastrophen von 1688 und 1722 und die von 1730, welchletztere unter Mitwir-kung des Meeres alleKüstenorte zwischenCoquimbo und Concep-cion zerstörte. Im Jahre1751 wurde Concepcionzum drittenmale zerstört,
Santiago ging zugrundeund die Insel Juan Fer-nandez wurde von Fluth-wellen furchtbar über-schwemmt. Andere Ka-tastrophen ^fallen in dieJahre 1783, 1819, 1822und 1829. Im Jahre1835 wurde Concepcionzum viertenmale zer-stört, 1837 Valdivia.
Peru hat eine zu langeKette von Unglücksjahren zuverzeichnen, um sie anzuführen.
Es ist übrigens auffallend, dassvon den grossen Erdbeben ander Westküste von Südamerikaein einziges Chile und Perugleichzeitig betroffen hat, einBeweis, dass Erdbeben mit sehrgrossem Schütterkreis dortselbstglücklicherweise seltener sindals solche von rein localer Be-deutung. Die Natur der Küste,mit ihrer gewaltigen Gebirgs-mauer im Hintergründe, scheintes mit sich zu bringen, dass dieErdbeben mehr localisirt auf-
treten. — Ein hervorragender Erdbebenherd ist die peruanische Küste beiLima. Fast in allen grossen peruanischen Erdbeben ist Lima der Mittelpunktder Verheerungen gewesen. Die grössten Katastrophen waren jene in denJahren 1682 und 1746, wobei Lima und Callao (letzteres unter Mitwirkungdes Meeres) vollständig zerstört wurden.
Jenes weiter oben erwähnte Erdbeben, welches Chile und Perugleichzeitig heimsuchte; bezieht sich auf die furchtbare Katastrophe vom13. August 1868, welche auf einem Gebiete von nicht weniger als 40 Breiten-graden— vom südlichen Chile bis zum Aequator — ungeheure Verwüstungenanrichtete. Was uns an jenem Elementarereignisse besonders interessirt, istdie Mitwirkung des Meeres an dem Zerstörungswerke. Das Meer stieg inden Buchten und Häfen bis zu gewaltiger Höhe empor; alsdann folgtenFluthweilen von mehr als 16 Meter Höhe, warfen sich auf die Küste undzerstörten alles, was in ihren Bereich kam. Sie warfen Schiffe, welche vorAnker lagen, 1000 Meter weit ins Land. In Arica stieg das Meer „ähnlicheiner Wasserhose”, und bildete eine mauerähnliche Fluthwelle, welche dieSchiffe emporschleuderte und sie weit im Inneren des Küstenlandes aufsTrockene setzte. In Arica hob sich übrigens die Fluthwelle fünfmal biszu 10 Meter, so dass sie die Oberstadt fast erreichte. — Aehnliches ereignetesich zu Arequipa und Iquique. Die Stadt Mejca wurde völlig fortgespült;nur 20 Menschen blieben am Leben. Auf der Guanoinsel sah man amVormittage des 13. August einen röthlichen Dampf aus dem Meereaufsteigen. Zu gleicher Zeit wurde ein heftiges unterirdisches Getöse ver-nommen. Dann trat das Meer auf eine Entfernung von circa 65 Meter vomUfer zurück, worauf sich eine ungeheure Welle erhob, welche nach wenigenSecunden fast die ganze Insel unter Wasser setzte. Alle Häuser wurdenfortgeschwemmt, die Moli zerstört. Zu erwähnen ist noch, dass zur selbenZeit der Hafen von Las Lomas mit der in der Bai liegenden Insel verbundenwurde, so dass es keinen Hafen mehr gab. Die Stadt Tambo wurde gänzlich fort-gespült, die peruanische Küste von Callao bis Iquique vollständig verwüstet. BeiValparaiso stieg und fiel während der Dauer des Erdbebens die Fluth drei- bisviermal in einer Stunde.
2. Das mittelamerikanische Gebirgssystem, Vom Isthmus vonPanama ziehen die Cordilleren von Mittelamerika bis zur Land-enge von Tehuantepec, wo abermals eine Senke von nur209 Meter Höhe die Grenze gegen das Llochland von Mexicobezeichnet. Diese Cordilleren, deren mittlere Kammhöhe manzu 2000 Meter annimmt, während einzelne Gipfel bis zu 4500Meter ansteigen, erleiden durch eine tiefe Querspalte unterii° Nordbreite eine völlige Unterbrechung. — Jenseits dieserSenke erheben sich die Cordilleren wieder, nehmen in Costa-rica die Mitte des Landes ein, treten aber im weiteren Ver-laufe nach Nordwesten hart an das Meer. Landeinwärts schliessenan diese Küstenketten die Hochländer von Nicaragua, Hon-duras und Guatemala, welch letzteres sich in der HalbinselYucatan zu völliger Ebene verflacht.
Ausgezeichnet sind die Cordilleren von Mittelamerika durchdie beträchtliche Anzahl von Vulcanen, welche etwa vom 9 0 biszum 16 0 Nordbreite den Südabhang derselben begleiten undmeist ihm vorgelagert sind. Wir nennen den Irazu (3300 Meter)im Centrum von Costarica, den Coseguina (1169 Meter) undden gewaltigen Fuego (4261 Meter).
3. Das nordamerikanische Gebirgssystem, Am Isthmus vonTehuantepec beginnt jene mächtige Bodenerhebung, welche
Der Chimborazzo.
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