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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Amerika. — Allgemeine Uebersicht.

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Zum Grossen Ocean gehören:

1. Der patagonische Archipel, derWestküste von Patagonien vorgelagert, haupt-sächlich den Königin Adelaide-Archipel, denMadre de Dios-Archipel und die Insel Wellingtonumfassend.

2. Die Chonosgrup pe, südlich von Chiloe. .

3. Der Archipel von Chiloe, mit derHauptinsel gleichen Namens.

4. Die Gruppe Juan-Fernandez, 850Kilometer westwärts von Valparaiso, aus drei Ei-landen bestehend: Juan-Fernandez (Cumberland),Mas-a-Fuera und Santa Clara, von welchen daserstgenannte Eiland durch die Schicksale des Ma-trosen Selkirk, beziehungsweise durch die roman-hafte Darstellung derselben durch Defoe in dessen„Robinson Crusoe’* weltberühmt geworden ist.

5. Der Galapagos-Archipel („Schild-kröteninseln”), unter dem Aequator und circa890 Kilometer im Westen der Küste von Ecuadorgelegen, aus fünf grösseren und vielen kleinerenInseln bestehend. Von den grösseren Inseln(welche fast unbewohnt sind) wären zu nennen.Albemarle, James, Chatham und Charles.

6. Die Perleninseln, im Golfe vonPanama.

7. Die Gruppe von Revilla-Gigedo,380 Kilometer westlich von der mexicanischenKüste, mit der Hauptinsel Socorro.

8. Einige Inseln im Golfe von Cali-fornien, die ohne Belang sind, an deren Küstenman aber Perlen fischt.

9. Der Vancouver-Archipel, aus derVancouvergruppe (mit der gleichnamigen Haupt-insel), der Königin Charlottengruppe und denSitkainseln bestehend.

10. Die Konyagen-Inseln im Südostender Halbinsel Alaska, mit der Hauptinsel Kadiak.

11. Die Aleuten, eine vulcanische Insel-reihe von zahlreichen Eilanden.

12. Die Beringinseln, mit den Haupt-inseln St. Lorenz, Pribylow und Nuniwok.

Pelzjäger beim Cap Bathurst.

Bodengestalt.

In Amerika halten sich Tiefebene und Gebirgsland an-nähernd die Wage. In Nordamerika überwiegt das Hochland,in Südamerika das Tiefland. Charakteristisch für die Boden-gestalt ist die meridionale Erhebungsrichtung aller Faltungender Erdoberfläche. Die Gebirgsländer treten an den beidenäussersten Längsseiten des Continents auf und dazwischenbreiten sich (ohne nennenswerthe Unterbrechungen durch Quer-riegel) die Ebenen aus in fast ununterbrochenem Zusammen-hänge von Nord nach Süd, so dass man vom Ufer des Arkti-schen Oceans bis zum Golfe von Mexico, vom Gestade desCaribenmeeres bis zur Südspitze von Patagonien wandernkönnte, ohne ein Gebirge überschreiten zu müssen.

In der Höhengliederung Amerikas unterscheidet manzwei Hauptabtheilungen von Gebirgssy stemen, und zwar:

A. Das westliche Hauptgebirgssystem,

B. die östlichen (isolirten) Gebirgssysteme.

Das westliche Hauptgebirgssystem hat nachfolgende Glieder:1. das Andengebirge (Cordilleras de los Andes) von Süd-amerika; 2. das mittelamerikanische Gebirgssystem; 3. dasnordamerikanische Gebirgssystem.

Die östlichen isolirten Gebirgssysteme zerfallen in fünfGruppen: 1. das Kettengebirge der Appalachen (Allegha-nies); 2. das Kettengebirge der grossen Antillen; 3. dieSierra Nevada de Santa Marta; 4. das Hochland vonGuyana, und 5. das Gebirgs-system von Brasilien. L=gj |

A. Das westliche Haupt-gebirgssystem.

Es erstreckt sich längs derganzen Westküste von Amerika,an der Magalhaesstrasse be-ginnend, nur durch die kleineLücke an der Landenge vonPanama unterbrochen bis zurMündung desMackenziestromesund bis zur Beringstrasse. Diegesammte Längenausdehnungdieses Gebirgssystems beträgt

Küste von Feuerland.

über 15.000 Kilometer, doch scheidetman in Bezug auf die grossen Haupt-gebiete des Erdtheils die weiter obenangeführten drei Hauptglieder strengvoneinander.

1. Das Andengebirge oder dieCordilleras de los Andes von Süd-amerika. — Nahe der Westküste er-heben sich die Anden an der Süd-spitze des Continents als eine schmaleKette (Cordill er en von Patagonien)mit reicher Fjordbildung unmittelbaraus dem Meere. Die höchsten Spitzensteigen bis zu 2000 Meter an. Aufder Ostseite wird das Gebirge vompatagonischen Plateau begleitet.Die patagonische Andenkette reichtim Norden bis zum Pass Boquete deRosales. —Von hier ab erstreckensich die Cordilleren von Chile,welche im Norden etwa bis zumWendekreis des Steinbockes reichen.Als unverästelte und nach Norden anHöhe zunehmende Kette ziehen dieAnden hier zu der Küste parallel,und zwar in einem Abstande von 150bis 200 Kilometer. Der südliche Theilzeichnet sich durch einen ausser-ordentlichen Reichthum von Vulca-nen aus. Die chilenischen Anden cul-miniren im Aconcagua (6834 Meter),einem nichtvulcanischen Gipfel, andessen Südfuss der Pass von Cum-bre (3900 Meter) gelegen ist, überden die alte Courierstrasse und noch heute der kürzeste Wegvon Valparaiso und Santiago nach Mendoza und weiter nachBuenos Aires führt.

Nördlich vom Aconcagua entwickeln sich allmählichmehrere, zur Küstenkette parallel verlaufende binnenländischeKetten, welche in der Folge ausgedehnte Hochebenen zwischensich nehmen. Aber auch diese Hochebenen zerfallen in mehrerenatürliche Abschnitte, da die beide Hauptketten miteinanderverbindenden Querketten die Hauptmasse des Plateaulandesentsprechend gliedern. — Als unmittelbare Fortsetzung derCordilleren von Chile kann nur die westliche Cordillere vonPeru gelten. Sie ist ausserordentlich reich an Vulcanen vonbedeutender Elevation (der Sahama, östlich von Arica, 6415Meter). Im Osten schliesst das Plateau von Bolivia an,welches ostwärts von der Cordillere von Bolivia begleitetwird, in ihren gewaltigen Gipfeln selbst die Cordillere vonPeru noch überragend. Der Illimani steigt bis zu 6400 Meteran, der Illampu oder Sorata bis 6550 Meter. Der Titicaca-see, welcher in die zwischen den vorgenannten Ketten sicherstreckende Hochebene (im Mittel 3800 bis 4000 Meter hoch)eingesenkt ist, liegt 3834 Meter über dem Meere. — Im Ostender bolivianischen Cordilleren erstreckt sich ein Gebirgslandvon vielen Ketten, welche den Raum zwischen den grossenQuellflüssen des Amazonas erfüllen und allmählich nach demgrossen Becken dieses Stromes sich verflachen.

Weiter im Norden sinken die Anden zu dem (durchschnitt-lich 2200 Meter hohen) Plateau von Loja herab, von wo abdas ganze System zur Hochebene von Ecuador ansteigt.Sie erstreckt sich, zwischen zwei hohen Gebirgsketten eingeengt,

kaum 40 Kilometer breit, bisüber den Aequator hin. Imnördlichen Theile dieser Hoch-ebene erheben sich Chimbo-razzo (6310 Meter), Cotopaxi(5643 Meter) und Antisana(5746 Meter).

Nördlich vom Aequatorspaltet sich (beim Knoten vonPaseo) das Gebirge in drei Pa-rallelketten, welche die Hoch-ebene von Bogota und dasThal des Cauca einschliessen.Die Vulcanreihe von Ecuadorsetzt sich nur auf der mittlerenKette bis zum Tolima (5584Meter) fort. Die westliche der

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