Amerika. — Allgemeine Uebersicht.
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Patagonier.
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rungsform adoptirte, währenddas portugiesische Brasiliender einzige monarchische StaatAmerikas ist.
In den compacten Massen von In-dianern, Spaniern und Portugiesen wuchernüberdies zahlreiche Mischrassen, die aller-orten das abendländische Culturleben zueinem abstossenden Zerrbilde gemachthaben. Anstatt die Gesittung der Urrassezur Geltung kommen zu lassen, habenjene vielmehr alle Erbübel des „rothenMannes” in die gesellschaftlichen Institu-tionen der weissen Rasse hinein getragen.Nichts zeichnet diese eigentümlichenVerhältnisse besser als das nachstehendeUrtheil Fr. Ratzel’s: „In jeder Hinsichtbedeutend sind für den Menschen- undVölkerforscher die Verhältnisse der süd-amerikanischen Völker und Staaten. AlteHalbculturen sind mitten im Aufstreben,lange vor der Bliithe, niedergetretenworden. Einwanderer europäischen Stam-mes haben sich unter den Eingeborenenniedergelassen, Menschen afrikanischerundneuester Zeit auch mongolischer Rassesind hinzugekommen und ein Völkerge-misch ist entstanden, wie man es so buntund so ganz im Werden und Gährenvorher nicht gekannt hat. Diese in bestän-diger Veränderlichkeit schillernde Massehat sich gesellschaftlich und politisch in dieeuropäischen Formen gegossen, vermag sieaber keineswegs zu erfüllen, und dieselbennehmen in Folge dessen bei ihnen fastaberall einen verzerrten Charakter an, denman in den meisten Beziehungen als barba-rische Entartung bezeichnen kann.”
Ein Cholo.
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Zu den Einwanderern zählen auch die Neger und dieChinesen.
Erstere leben in grossen Mengen in den Südstaaten derUnion, wo sie — wie überall in den Vereinigten Staaten seitdem Secessionskriege — frei sind, und in Brasilien, hier alsSklaven; doch ist ihre Emancipation eben beschlossen. Auchauf den Antillen siedeln viele Neger; die Republik Elaiti istein Negerstaat in aller Form. In den spanischen Republikensind Neger nur in Peru in grösserer Zahl vorhanden.
Ein wichtiges Element unter der flottanten BevölkerungAmerikas bilden die Chinesen, welche sich hauptsächlich inden Weststaaten der Union und in den südamerikanischenRepubliken zu Tausenden niederlassen, um nach einiger Zeit,durch Ersparnisse von den Arbeitslöhnen mehr oder weniger •bereichert, wieder in ihre Heimat zurückzukehren.
In Californien ist die „Chinesenfrage” einegrosse Calamität geworden, da sich die gelbeRasse am pacifischen Gestade durch Einwande-rung viel rascher vermehrt als die weisse. Be-sonders schlimm ist es mit dem weiblichen Theilder mongolischen Einwanderer bestellt. Ein Be-richt des ad hoc eingesetzten Ausschusses anden gesetzgebenden Körper Californiens erklärt,dass ein grosser Theil der eingewanderten Chi-nesinnen aus ihrer Heimat entführt und zum un-heiligsten aller Zwecke verschifft worden ist.
Die „Chinesenstadt” in San Francisco ist eineder unheimlichsten und widerlichsten unter allenWohnstätten der Welt . . . Im Uebrigen aberist der Chinese, vermöge seiner guten Eigen-schaften — Geschicklichkeit, Fleiss, Ausdauer —ein vortrefflicher Arbeiter. Gewisse niedrigeArbeiten, zu welchen sich nur schwer Einheimi-sche hergeben, verrichtet der Chinese mit Emsig-keit und Geduld. Auch ist er beim Berg- undEisenbahnbau sehr verwendbar. Diesen gutenEigenschaften stehen aber mancherlei Gebrechenzur Seite, so die Sucht, den Weissen zu über-vortheilen, sein Hang zum Schmuggel, Mangel anDiensttreue, Wortbrüchigkeit und sein exclusivesVerhalten gegenüber den Gesetzen und Sittendes Landes, in welchem er sein Brot erwirbt.
C. Die Mischlinge.
Eine auffallende Erscheinungim Völkerleben von Nordamerika istdie Thatsache, dass Mischehen zwi-schen Repräsentanten der germa-nischen Rasse und den Eingebo-renen zu den grössten Seltenheitengehören. Nur die in den NordostendesContinents eingewandertenFran-zosen haben sich mit Indianern ge-mischt. — In ganz aussergewöhn-
lichem Maasse ist aber diese Blutmischung überall dort ein-getreten, wo Spanier sich niedergelassen hatten. Im Allge-meinen schreibt man diesen Umstand der ethnischen Individua-lität des Romanen zu, der sich den Eingeborenen zugesellte,mit ihnen lebte und sich unbefähigt erwies, den Wilden zuunterwerfen. Ganz besonders aber ist §s dem Mangel an Ent-haltsamkeit zuzuschreiben, dass zahlreiche Mischtypen zwischenEingeborenen und Repräsentanten romanischer Rasse entstehenkonnten.
Die Zahl der Mischtypen ist ausserordentlich gross. Im Nachstehenden gebenwir nur die wichtigsten und bekanntesten derselben.
Kinder:
Mulatte.
Mestize.
Quarteron.
Kreole.
Chino.
dunkler Chino.helle Mestizen (sehrschön).
Cholo.
dunkler Zambo.
„ Mulatte.
„ Zambo (fastschwarz).
Zambo (schlechteRasse).
„ „ Mestizin . Chino (ziemlich hell).
Unter allen Mischlingen stehendie Zambo und Chino auf der unter-sten Stufe der Gesellschaft. Zu denMischlingen zählen auch die Gau-cho in den La Plataländern, Nach-kömmlinge der ersten spanischenAbenteurer, welche sich mit In-dianerinnen verbanden. Der NameGauchos leitet sich aus dem arauka-nischen „Gatchu” ab, was so vielals „Kamerad” bedeutet.
Die Gesammtbevölkerung vonAmerika beträgt etwa 100 M i 11 i o n e nKöpfe, von welchen 57 Millionenauf die mittelländische Rasseentfallen. Das Zahlenverhältniss derübrigen Rassen stellt sich wie folgt:Amerikaner 10 Millionen, Mesti-zen 12 Millionen, Neger, Mulatten,Zambo und andere Mischlinge 21Millionen.
Die Zahl der Mittelländer inAmerika wird durch Einwanderungaus Europa unausgesetzt vermehrt.
Eltern:
Weisser und Negerin
„ „ Indianerin
„ „ Mulattin
„ „ Mestizin
Indianer und Negerin„ „ Mulattin
„ „ Mestizin
„ „ Chino .
Neger und Mulattin .„ „ Mestizin .
„ „ Zamba
Mulatte und Zamba .
Indianer am Amazonas.