Amerika. — Allgemeine Uebersicht
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6. Die Pawnie, südwestlich von den Dakota, am Platte River und Kansasflusse.
7. Die Appalachen, östlich vom Mississippi, vom Cumberland und im Ostenund Süden vom Meere begrenzt.
8. Die Aboriginer der Nordwestküste, zwischen dem Mount Elias und demColumbiaflusse.
9. Die Völker des Oregongebietes, vom Mount Hooker im Norden bis an denSacramento im Süden, im Osten bis an den oberen Missouri.
10. Die Aboriginer von Californien, südlich der vorgenannten Völker, aber aufNeucalifornien und die Halbinsel Californien beschränkt.
11. Der Yumastamm, südöstlich an die vorgenannten anschliessend.
12. Die isolirten Völker von Sonora und Texas.
13. Die Aboriginer von Mexico.
14. Die mexicanischen Völker, zu welchen auch das ehemalige Culturvolk Mexicos— der aztekisch-toltekische Stamm — gehörte.
15. Der Mayastamm, die autochthone Bevölkerung von Yukatan, gleichfalls einehemaliges Culturvolk.
16. Isolirte Stämme Mittelamerikas und der Antillen.
17. Die Arowaken und Cariben, die ersteren in Britisch- und Holländisch-Guyana, letztere in Guyana, auf Trinidad und in Honduras.
18. Die Tupi, Guarani und Omagua, im Gebiete zwischen dem Amazonas unddem Paraguay bis zum *4° Nordbreite und 54 0 Westlänge.
,19. Isolirte Völker im Inneren von Brasilien, von denen die bekanntesten dieBotokuden sind.
20. Isolirte Völker von Columbia, theilweise mit den Cariben zusammen wohnend.
21. Die Andesvölker, im Osten der Anden, etwa vom Chimborazzo bis an denIllimani herab, ostwärts das Quellgebiet des Amazonas und des Madeira in sich be-greifend.
22. Die Guaycuru-Abiponergruppe, am rechten Ufer des Paraguay und seinenwestlichen Zuflüssen, vom I9 0 bis zum 32 0 Südbreite.
23. Die Araukaner, in Chile, vom 30 0 Südbreite südwärts.
24. Die Puelche, östlich von den vorgenannten und in den Pampas.
25. Die Tehuelchen (oder Patagonier), südlich von den Pampas bis gegendas Feuerland.
Eskimofähre.
Volkstypen aus Neumexico.
26. Die Feuerländer (oder Peschäräh), auf Feuerland und den umliegendenkleinen Inseln.
27. Die Chibcha (oder Muisca), auf der Westseite der Anden, südlich desCaribengebietes.
28. Die Quichuavölker, im südamerikanischen Küstenlande auf der Westseiteder Anden vom 4 0 bis zum 30 0 Südbreite. Hierher gehört auch das ehemaligeCulturvolk von Peru (Inkavolk).
B. Eingewanderte Völker.
Hierzu zählen wir drei Hauptrepräsentanten der mittel-ländischen Rasse, welche als Eroberer des neuen Erdtheilsauftraten, denselben im Laufe der Zeit vollständig in Besitznahmen und neue Staaten gründeten. Von den später wiederverdrängten Franzosen in Nordostamerika abgesehen, handeltes sich hier um zwei Hauptstämme: den germanischen (Eng-länder) und romanischen (Spanier und Portugiesen). In derTheilung der Herrschaft fiel dem germanischen Stamme dienördliche Hälfte des Continents, dem romanischen die südlicheHälfte zu. Hier ist noch eine Zweitheilung zu unterscheiden:die spanischen Staaten in der Westhälfte von Südamerika unddie Portugiesen in Brasilien. Den spanischen Neumexicanernfiel der südliche Theil von Nordamerika zu.
Die ersten Ansiedler in Nordamerika waren Engländer, in Begleitung vonzur Deportation verurtheilten Missethätern und Verbrechern. Bald ergriffen auchHolländer und Schweden von einzelnen Küstenstrichen Besitz. Erstere gründetendie Niederlassung „Neuniederland” mit der Hauptstadt Neuamsterdam, dem späterenNew-York; letztere wechselten mit den Holländern im Besitze New-Jerseys undgründeten am Delaware die Colonie Neuschweden, welche indess blos siebzehn Jahrebestand. Schon im 17. Jahrhundert rissen die Engländer alle niederländischen Landes-theile an sich und verliehen ihnen ein einheitliches Gepräge. Die meisten Colonistenführte religiöser oder politischer Druck im Vaterlande den nordamerikanischen Nieder-lassungen zu. Religionsschwärmer, besonders Puritaner, bildeten (1621 1638) die
nöidlichen Colonien Newhampshire, Massachussets und Rhode Island, welche imJahre 1643 unt er dem Namen „Neuengland” eine Verbindung schlossen; 1628 gründeteder katholische Lord Baltimore für seine Glaubensgenossen die Colonie Maryland
und 1681 kam der Quäker William Penn mit vielen seiner Anhänger und gründetePennsylvanien mit der „Brüderstadt” Philadelphia.
Daneben bildeten verfolgte Katholiken, besonders Irländer, und deutscheProtestanten ein ganz ansehnliches Völkergemenge. Mit der wachsenden Einwande-rung wurden zugleich die Kämpfe mit den Eingeborenen (Indianern) immer heftiger,bis diese im Laufe der Zeit völlig an die äussersten Grenzen der von Weissen be-siedelten Territorien verdrängt wurden und jetzt dort getrennt in einer bei-läufigen Zahl von 300.000 auf sogenannten „Reservationen” leben. Nach demGesetze der Vererbung erfolgte auf Seite der Einwanderer eine Veränderungdes Typus, welche in den „Yankees” (Neuengländern) zum Ausdrucke kam.Indess wird diese Vererbung vielfach angefochten (nach Gerland). Die Ge-sammtzahl der jetzt in Nordamerika siedelnden Mittelländer wird auf 45 Mil-lionen geschätzt. Die in der amerikanischen Union lebenden Deutschen (oderAnsiedler von deutscher Abkunft) zählen 11*5 Millionen Köpfe. Die Euro-päisirung Amerikas ist hauptsächlich das Werk der Deutschen, eineGermanisirung also. „Mit der deutschen Einwanderung haben sich deutscheSitten, Lebensgewohnheiten und Anschauungen verbreitet, welche schon inden grossen Städten und dem gesammten Nordwesten des Landes einen mass-gebenden Einfluss äussern. Da das deutsche Temperament in der Regel denGegensatz bildet zum englisch-amerikanischen, so kann sich dieser Einflussnur heilsam erweisen” (nach Fr. v. Hellwald).
In Südamerika und in Mittelamerika herrscht, wieerwähnt, die romanische Rasse. Man hat deshalb diesenTheil des Continents das „lateinische Amerika” genannt.Die romanische Bevölkerung Südamerikas zerfällt in zweiGruppen: in Spanier und Portugiesen, beziehungsweisedie Nachkommen dieser Völker seit der Eroberung vonSüd- und Mittelamerika (einschliesslich von Mexico). BeideVölker haben den uralten Antagonismus, der sie auf derPyrenäenhalbinsel seit jeher feindlich auseinanderhielt, aufden Boden der neuen Welt verpflanzt: ein Vermächtniss,das uns in jeder noch so nebensächlichen Angelegenheit schroffvor Augen tritt.
Der Gegensatz ist nicht ausschliesslich ethnischer, oderwenn man will, nationaler Natur; er kommt auch in politisch-staatlicher Beziehung zum Ausdrucke, indem Spanisch-Amerikain allen seinen Staatenschöpfungen die republikanische Regie-
Araukaner.
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