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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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In den canadischen Wäldern.

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I. Britisch-Nordamerika.

Fast der ganze Norden von Nordamerika wurde seit Beginn der Entdeckungund Erforschung jenes Erdraumes von den Engländern in Besitz genommen; nur imNord westen (Alaska) setzten sich die Russen fest; dieselben verkauften 1867 ihre Be-sitzungen an die Vereinigten Staaten. Früher stand das ganze britische Nordamerika— ausgenommen Canada, die Küstenprovinzen und Neufundland — unter derHudsonsbaicompagnie, welche am 16. Mai 1669 von König Karl II. in einem Frei-briefe den Handel und die bürgerliche Verwaltung dieses Gebietes ausschliesslicherhielt; erst 1869 — nach genau zweihundertjährigem Bestände — ward die Com-pagnie dieses Vorrechtes beraubt und auf den Pelzhandel beschränkt. Dieselbegründete zur Ueberwachung und Sicherheit ihrer Leute in den einzelnen DistrictenFactoreien oder Forts. Seit 1784 erscheint neben der Hudsonsbaicompagnie dieebenfalls für den Pelzhandel zu Montreal gegründete Nordwestcompagnie. Siemachte ihre Geschäfte nach den der ersteren Gesellschaft (durch den Freibrief) ver-schlossenen Gegenden und suchte unermüdlich nach neuen Absatzgebieten. Auf ihreVeranlassung trat Mackenzie seine Reisen nach dem Polarmeere und nach demGrossen Ocean an (Mackenziefluss 1789; bis über den Fraserfluss 1790); bald wardder Westen erschlossen und seit 1808 Neucaledonia (Fort George) genannt.

Neben den Engländern setzten sich die Franzosen seit 1608 in Canada(1608 Gründung Quebeks), dann auch in Acadia und Neufundland fest. Streitig-keiten zwischen ihnen und den Engländern konnten nicht ausbleiben; es kam zumKriege. England erhielt im Utrechter Frieden: Acadia und Neufundland, und 1763im Pariser Frieden: Canada, die Insel Breton und die französischen Besitzungenöstlich des Mississippi mit winzigen Ausnahmen. Damit waren die Franzosen that-sächlich von Nordamerika ausgeschlossen.

Lage und Länderbestand. Die britischen Besitzungen inNordamerika umfassen — mit Ausnahme des Gebietes vonAlaska — die nördliche Hälfte des Festlandes von Nordamerika,beziehungsweise von dessen Stamme, mit Abrechnung Mexicos.Die weitaus grössere Küstenentwickelung fällt dem nördlichenEismeere zu. Die pacifische Küste reicht vom Mount Elias imNordwesten bis zur San Juan de Fucastrasse im Südosten.Der Atlantische Ocean bespült die Küsten zwischen dem Ost-cap von Labrador im Nordosten bis zur Südwestspitze vonNeuschottland im Südwesten.

Die britischen Besitzungen in Nordamerika sind:

1. Der canadische Bund.

2. Die Insel Neufund-land.

3. Die Bermudasinseln.

Grösse. Der Flächenraum

des vorstehend angeführtenGesammtbesitzes Englands inNordamerika umfasst 8,933.303Quadratkilometer.

1. Der canadische Bund.

Im Jahre 1791 wurde die alte Pro-vinz Quebek in Ober- und Untercanada ge-theilt, von denen jedes eine Repräsentationerhielt. 1840 erfolgte aber ihre Wieder-

Die „Rapids” (Stromschnellen) des St. Lorenzstromes.

Vereinigung. Durch eine Bill vom 29. März 1867, welche am 22. Mai desselbenJahres ihre Sanction erhielt, wurden die Provinzen Obercanada, Untercanada,Neuschottland (Nova Scotia), Neubraunschweig vom I. Juli 1867 ab zu einemBunde (Conföderation) vereinigt, zu welchem noch kamen: 1869 das Nord west-gebiet (Hudsonsbailänder), 1870 Manitoba (die Colonie Red River am Winipeg-see), 1871 Britisch-Columbia und 1873 die Prinz Edwardinseln. Der Bunderhielt nun die Bezeichnung „Dominion of Canada”, worin Obercanada den NamenOntario, Untercanada den Namen Quebek führt.

Grösse. Der Canadische Bund umfasst ein Gebiet von8*8 Millionen Quadratkilometer.

Bodenbeschaffenheit. (Vgl. S. 295 und 302.)

Flüsse und Seen. Es ist eine charakteristische, in dieserAusdehnung nicht wieder auf der Erde vorkommende Eigen-schaft der arktischen Tiefebene Nordamerikas, dass die Wasser-scheiden der Flüsse, namentlich in der nassen Jahreszeit, fehlen.So förderlich dieser Umstand für den Verkehr in diesen öden,auf weiten Strecken von finsteren Waldungen bedeckten Ge-bieten ist, wo alle Reisen auf leichten Kähnen gemacht werden,so wird dieser Vortheil gleichwohl durch das häufige Auftretenvon Stromschnellen bis zu einem gewissen Grade aufgehoben.Der im Westen der Halbinsel Boothia mündende GrosseFischfluss zählt über 80 solcher Stromschnellen, welche aufsogenannten „Trageplätzen” (Portages) umgangen werdenmüssen.

Die Stromsysteme von Britisch-Nordamerika gehören dreiWassergebieten' an.

In das nördliche Eismeer ergiessen sich:

Der Grosse Fischfluss.

Der Mackenzie (3700 Kilometer Lauf länge, 1,517.000Quadratkilometer Stromgebiet). Durch die Gewässer des Atha-bascasees verstärkt, fliesst der Strom als „Sklavenfluss” inden Grossen Sklavensee und nimmt beim Austritte aus dem-selben den Namen „Mackenzie” an. Im Unterlaufe entwässert

er auch den Grossen Bären-see. Zweifelhaft ist, ob derMississippi dem Flusssystemdes Mackenzie zuzurechnen ist,dem er durch den Athabasca-see einen Theil seiner Gewässerzusendet, oder ob er als derQuelllauf des in die Hudsonbaimündenden

Churchill anzusehen ist.Der Kupferminenfluss.DerSaskatschewan, auszwei Quellen von den Rocky-Mountains herabströmend, fälltin den vier Aequatorgrade lan-gen Winipegsee. Dieser Seebildet übrigens das Sammel-