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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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A. Nordamerika — I. Britisch-Nordamerika.

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becken fürzahlreicheFlüsse, vondenen derRed Rivereiner der be-merkenswer-thesten ist,

Abflüsse desSees sind derNelsonflussund der Se-vernfluss.

In den At-lantischenO c e a n er-giessen sich:

Der St.Lo-renzstrom(3816 Kilome-ter Lauflän-ge, 1,378.000Quadratkilo-meter Strom-gebiet). Er istder Abflussder fünf cana-dischen Seen(siehe S. 316)u,nd erreichtschon 400 Ki-lometer vonseiner Mün-dung eine

Breite von über 20 Kilometer, Zwischen dem Erie- und demOntariosee bildet er den Niagarafall, den mächtigsten allerWasserstürze auf der Erde. Die Schifffahrt umgeht ihn mittelsteines Schleusencanals. Vom Ontario aus bekommt der Flussseinen eigentlichen Namen, St. Lorenz- (St. Lawrence-) Strom,und ergiesst sich unterhalb Quebek in eine meerbusenartigeMündung, die allmählich in den St. Lorenzgolf übergeht. Dader Fluss oberhalb Montreal in Folge zahlreicher Inseln Strom-schnellen verursacht, benützt die Schifffahrt den Ottawa biszur Stadt gleichen Namens. Von da führen Canäle südlich bisnach Kingston am Ontariosee.

Der St. Johnsfluss, ein kleiner Küstenfluss, der in dieFundybai fällt.

In den Grossen Ocean er-giessen sich:

Der Jukon (Kwickpack), derjedoch nur im Oberlaufe zu Britisch-Amerika gehört.

Der Fraser. Er entspringt inden Felsengebirgen und mündetgegenüber der Vancouver-Insel. Erist für Dampfschiffe 140 Kilometerstromauf schiffbar; 89 Kilometerweiter aufwärts beginnen die Strom-schnellen mit prächtigen Landschafts-bildern. Fast das ganze obere Fluss-becken ist goldhaltig.

Zu Britisch-Nordamerika ge-hören auch noch einige Zuflüsse desden Staat Oregon durchströmendenColumbia.

Die Seen. Der arktische Norden vonNordamerika ist von einer grossen Zahl sehr an-sehnlicher Wasserspiegel bedeckt. Die wichtig-sten liegen im Stromgebiete des Mackenzie: derAthabascasee, der Grosse Sklavenseeund der Grosse Bärensee. Demnächst folgtder Wünipegsee, der durch eine Reihe vonWasserbecken und Zwischenströmen mit demOberen See der canadischen Seengruppe inVerbindung steht. — Das Innere der HalbinselLabrador ist ein niedriges Plateau mit vielenSeen und Wasseradern, die sich jedoch nichtzu grösseren Flusssystemen vereinigen.

Klima siehe S. 303.

Bewohner. Von den 4*6 MillionenBewohnern dieses weiten Gebietesstammen 2*5 Millionen aus Grossbri-tannien und Irland, 1*3 Millionen aus

Der Niagarafall.

Frankreich, einschliesslich der sehr ansehnlichen französisch-indianischen Mischrasse. Die Zahl der Indianer beläuft sich aufetwa 110.000. In Britisch-Columbien sind auch Chinesen an-sässig, an den arktischen Küsten Eskimo.

Das französische Halbblut ist ein „wildes Gesindel”: Jäger, Trinker, Schwärmer,Spitzbuben wenn man will — edelmüthig und gastfrei aber durchaus. „Bestimmt, vorden Fussstapfen des weisseil Mannes zu verschwinden, haben sie einstweilen dieLaster des amerikanischen Pionniers angenommen.” Das reinblütige französischeElement steht im Rufe der Ehrlichkeit, Arbeitsamkeit, Nüchternheit und Gast-freundlichkeit. Es bildet gut ein Drittel der Gesammtbevölkerung Canadas und über-wiegt besonders in der Provinz Quebek, der sie sogar heute noch „ein so durchausfranzösisches Gepräge aufdrückt, dass selbst die Umgangssprache dort ein, freilichmit auffallenden Eigenthümlichkeiten ausgestattetes Französisch ist und die franzö-sische Sitte nach allen Seiten hin gewahrt wird”. Die französischen Ansiedler stammenfast sämmtlich aus der Normandie und aus der Bretagne, also aus sehr conservativen

und ehrenfesten Provinzen Frankreichs. Darausentspringt aber die geringe Fähigkeit zu colo-nisatorischer Ausbreitung. Die „Canadier” rückenimmer enger zusammen; sie hängen an derHeimat und an der Gemeinde.

Bezüglich der Confession istzu bemerken, dass von der Gesammt-bevölkerung ungefähr 68% Prote-stanten, der Rest Katholiken undAndersgläubige (wenig Juden) sind.

Culturverhältnisse. Die Haupt-erwerbsquellen sind Ackerbau,Viehzucht, Jagd und Fischerei.Man baut Weizen, Roggen, Gerste,Hafer; besonders geschätzt ist die„Canadagerste”. Auch die Culturvon Mais, Hopfen und Tabak isteinträglich. — Unermesslich ist derReichthum an Holz, das den Haupt-exportartikel des Landes bildet. —Die Viehzucht beschäftigt sichmit allen gewöhnlichen Hausthieren,die man hier eingeführt hat. Grossist die Zahl der jagdbaren Thiereund der Pelzhandel hat noch immereine gewisse Bedeutung. — Die Fi-scherei erstreckt sich hauptsächlichauf den Fang des Lachses und desKabeljau; die Walerei ist im Rück-schritte begriffen. — Unter den Mon-tanproducten steht die Kohleobenan; das grosse Kohlenfeld vonNeuschottland erstreckt sich über130.000 Hektaren. Auch die Van-

Canadische Farmerfamilie.

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