A. Nordamerika.
316
— II. Die Vereinigten Staaten von Amerika.
(Nationalpark) und das Indianer-Terri-torium. 1876 wurden Neumexico, 1883Dakota selbständige Staaten.
Der Gegensatz zwischen den Nord-staaten, wo die Sklaverei aufgehobenwurde, und den Siidstaaten, wo sie be-stehen blieb, führte 1861 zur „Confödera-tion der Südstaaten”, welches den lang-wierigen und blutigen „Secessionskrieg”
(1861—1865) zur Folge hatte. Die Süd-staaten wurden besiegt, die Sklaverei da-selbst aufgehoben. (Nach Arras.)
Länderbestand und Grösse.
Die Vereinigten Staatenvon Amerika — gewöhnlichkurzweg die „Union” genannt —bestehen aus 39 Staaten, 1 Di-strict (Bundesdistrict „Colum-bia” mit der BundeshauptstadtWashington) und ioTerritorien.
Das Gesammtareal derUnion beträgt (ohne die Kü-stengewässer [144.000 Quadrat-kilometer] und die canadischenSeen [238.971 Quadratkilome-ter]) 9,068.272 Quadratkilometer.
Die Grenze gegen Britisch-Nordamerika misst 5328 Kilo-meter, jene gegen Mexico 2345 Kilometer.
Bodenbeschaffenheit siehe S. 300.
Flüsse und Seen. Die Bewässerungsverhältnisse der Unionspielen insoferne eine grosse Rolle in der Natur dieses aus-gedehnten Landgebietes, als das Becken des Mississippiden grössten Theil des Gesammtgebietes der Union umfasst.Die Gebirgswelt beschränkt sich auf den östlichen und west-lichen Rand, dort in geringerem, hier in höherem Maasse.Die Dreitheilung ist cha-rakteristisch für die Naturund die Geschichte undnicht zuletzt für die Bo-denreichthümer und diedamit verbundenen Indu-strien der Union.
Die fliessenden Ge-wässer der Union gehörenzwei oceanischen Wasser-gebieten — dem Atlanti-schen und dem GrossenOcean — an.
In den AtlantischenOcean münden:
1. Der Mississippi,der aus dem Itascasee,auf den Hauteurs de terre— einer Fortsetzung derBlack Hills — entströmt.
Er ist der längste Stromder Erde (6530 KilometerLauf länge), besitzt aber nurein halb so grosses Strom-gebiet (3,300.000 Quadrat-kilometer) als sein mächti-ger, um Weniges kürzereRivale, der Amazonas.
Ohne seinen ihm ebenbür-tigen Zwillingsbruder, denMissouri, erreicht übri-gens der Mississippi eineLauflänge von nur 4200Kilometern. Die Schifffahrterstreckt sich aut über6000 Kilometer, davon 2600Kilometer für Dampfer.
Seine wichtigsten Ne-benflüsse sind: (links) derIllinois und der Ohio;ferner (rechts) der Mis-souri (5000 Lauf länge),dessen Hauptquelle imFelsengebirge nur 1*5 Ki-lometer von der Columbia-quelle entfernt ist; er istausserordentlich schlamm-reich, daher sein Name
(„Schlammfluss”); der Arkan-sas, RedRiver, Yellowstoneund Platte River (Nebraska).
2. Der Rio Grande delNorte, der Grenzfluss zwischender Union und Mexico. SeineQuellen liegen in der SierraMadre. Er ist ein ungestümer,reissender Strom von der bei-läufigen Lauf länge der Donau.
3. Die Zahl der unmittel-bar in den Atlantischen Oceansich ergiessenden Flüsse istsehr bedeutend. Der wichtigsteist der Hudson (der Hauptflussvon New-York), seiner land-schaftlichen Schönheit halbervon den Amerikanern häufigmit dem Rhein verglichen. Fürden Handel ist der Hudson des-halb von grosser Bedeutung,weil zwischen dem Strom unddem Eriesee eine Canalverbin-dung besteht. Ein zweiter Schifffahrtscanal verbindet den Hudsonmit dem Champlainsee, dessen Abfluss sich in den St. Lorenzergiesst. — Der Connecticut — Grenzfluss zwischen New-Hampshire und Vermont — der Delaware ; der Susquehannaund der Potomak. Die beiden letzteren ergiessen sich in dieChesapeakbai. Der James bewässert Virginien, der RoanokeNordcarolina, der Santee Südcarolina, der Altamaha Georgia.Durch die Flalbinsel Florida fliesst der St. John.
In den Grossen Ocean münden:
1. Der Columbia (oder Oregon), mit dem grossen Nebenfluss
Snake [River („Schlan-genfluss”), beide im Fel-sengebirge entspringend,der Hauptfluss des äusser-sten Nordwestens der ame-rikanischen Unionstaaten.
2. Der Sacramento,im californischen Schnee-gebirge entspringend. Erergiesst sich in die Baivon San Francisco.
3. Der Colorado desWestens, ein mächtigerStrom, der aus verschie-denen, an den westlichenGehängen desFelsengebir-ges entspringenden Quell-flüssen entsteht und unter-halb von Juma in dencalifornischen Meerbusenmündet. Der eigentlicheQuellfluss des Coloradoheisst Green River (BildSeite 305). Der Coloradodurchfiiesst das grossartig-ste und merkwürdigste Ero-sionsthal, welches man aufder Erde kennt (vgl. BildSeite 303).
Die Seen. Das Staatengebietder Union besitzt die grösste Siiss-wassermasse der Erde: die fünfcanadischen Seen, welche invier Terrassen Übereinanderliegenund mit der Abstufung räumlichimmer kleiner werden. Der grössteund höchstgelegene (191 Meter überdem Meere) ist nämlich der ObereSee (84.000 Quadratkilometer Flä-cheninhalt); auf der nächstniedrige-ren Stufe (176 Meter) breitet sichder Michigansee (64.000 Quadrat-kilometer) aus, durch eine schmaleWasserstrasse mit dem Huronsee— der ungefähr denselben Flächen-raum einnimmt wie der Michigan-see — verbunden. Auf der drittenStufe (172 Meter) breitet sich derEriesee (25.000Quadratkilometer),auf der vierten und untersten Stufe(71 Meter) der Ontariosee (20.000Quadratkilometer) aus. Huron- und
Der Schlangenfluss (Shoshonefall).
,Yv,V
mmm
wmysi
Das Thal des Delaware in Pennsylvanien.
pH®
mm
mm