A. Nordamerika — TT. Die Vereinigten Staaten von Amerika.
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sammengenommen ist, aber höchstens 4000 Einwohner (Indianer und Eskimound Missionen) beherbergt — ist eines der traurigsten und unwirthlichstenLänder der Erde (vgl. S. 295). Die Küsten von Labrador sind steil, häufigvon Felseilanden und Klippen umlagert, das Innere ist, so weit man eskennt, von Wüsteneien durchzogen. Vegetation nur an den hlussläufen(vgl. S. 304) und den vielen Seen, welche die innere Hochfläche bedecken.An der nördlichen und nordöstlichen Küste — ja selbst im Bereiche vonNeufundland — treiben den ganzen Sommer über Eisberge. Landreisensind noch im Juni mit Beschwerden verbunden. Die Bewohner nährensich von Jagd und Fischfang. Hausthiere sind Ren und Hund, welch letztererhauptsächlich als Zugthier verwendet wird. Der Name des Landes. ■ terralaborador, d. i. Ackerland — welchen Labrador von seinen portugiesischenEntdeckern erhielt, nimmt sich wie Hohn aus. Die nennenswerthen Oertlich-keiten — durchwegs Missionsstationen sind: Nain, Okak, Hopenthal(Hoffenthal) und Hebron, jede mit etlichen hundert Ansiedlern.
3- Die Bermudasinseln«
Diese Gruppe, im Ganzen 365 meist aus Korallenbildungen bestehendeEilande liegt isolirt im nordatlantischen Becken (drei Dampfertagreisenvon New-York, vier Dampfertagreisen von Puertorico entfernt) und hatinsgesammt einen Flächenraum von circa 50 Quadratkilometern. Im Ganzensind fünf (nach anderen Angaben 19) der Eilande bewohnt. Die grössteInsel ist Bermuda (Long Island) mit dem Regierungssitze Hamilton, wosich ein grossartiges schwimmendes Dock des englisch-westindischen Ge-schwaders befindet. Andere grössere Eilande sind: St. George, St. David,Somerset und Irland.
Der höchste Punkt ist ein 55 Meter hoher Hügel auf Bermuda. Vieleder kleineren Eilande erheben sich kaum merklich über die Wasserober-fläche. — Die Bewohner zählen circa 15.000 Köpfe. Der Archipel, be-ziehungsweise die Hauptinsel Bermuda, ist eine wichtige Station der atlantischen Dampferlinien, da die Entfernungen von hier nach Hali-fax, New-York und den Antillen fast gleich gross sind. — Die
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Hundeschlitten auf Labrador.
Schifffahrt zwischen den vielen Inselchen entbehrt übrigens nichtder Gefahr und muss von kundigen Piloten geleitet werden.
II. Die Vereinigten Staaten von Amerika.
(United States of America.)
wmfm/M.
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Seit 1584 hatte England (Walter Raleigh) ernsthafte Versuche gemacht, an der Küste desheutigen Virginien Niederlassungen zu gründen. 1606 ertheilte Jacob T. zwei Gesellschaften denBesitz über das Land vom 34O bis zum 45 0 Nordbreite, und zwar in der ganzen Ausdehnung vomAtlantischen bis zum Grossen Ocean. In der Zeit von 1607 bis 1638 erfolgte die Gründung vonverschiedenen Niederlassungen, durchwegs an der Küste. Indessen liessen sich zwischen Virginienund Neuengland die Niederländer nieder und beanspruchten, auf Grund des Rechtes derersten Entdeckung, das Delaware- und das Hudsongebiet. So entstand die Colonie „Neu-niederland’, mit der Hauptstadt Neuamsterdam (1614), dem späteren New-York. Im Jahre 1638entstand am Delaware die schwedische Colonie „Neuschweden”. Sie wurde von den Niederländernannectirt und 1664 diesen von den Engländern abgenommen. Das so gewonnene Gebiet verliehKarl II. dem Herzog von York.
So entstanden die britischen Colonien New-York und New-Jersey, welche bald mit denbenachbarten Colonien Connecticut (gegründet 1665), Massachusetts (1682), New-Hampshire(1:741) in Streitigkeiten verwickelt wurden. 1682 landete der Quäker William Penn und gründetedie Colonie Pennsylvanien mit der Hauptstadt Philadelphia. 1704 trennte sich das bis dahinmit Pennsylvanien vereinigte Delaware als selbständige Colonie. 1663 verschenkte Karl II. die Ge-biete südlich vom 36° Nordbreite, deren Ansiedelung sofort begann. Unter dem Namen „Carolina”1729 als königliche Provinz erklärt, wurde es in Nord- und Siidcarolina getheilt. 1733 entstand dieColonie Georgia.
Unterdessen suchte England, welches 1713 Acadia und Neufundland und 1763 Canada, dasLand östlich des Mississippi und Florida, gewonnen hatte, seine Staatsschuld durch Besteuerungder im Parlamente nicht vertretenen Colonien zu vermindern. Es stiess hierbei auf heftigen Wider-stand und selbst die theilweise Rücknahme der Decrete konnte den einmal wachgerufenen Un-willen nicht mehr besänftigen. In Boston kam es am 13. December 1773 zu einer ersten ernstlichenDemonstration, welche England mit einer Repressalie erwiderte. Hierauf traten die Vertreter von13 Colonien in Philadelphia zusammen (5. September 1774), welche, da die englische Regierungmittlerweile über Massachusetts den Belagerungszustand erklärt hatte, das Volk zu den Waffenriefen. Allenthalben siegten die Colonisten unter Washington^ Führung und am 4. Juli 1776 wurdedie Unabhängigkeit der 13 vereinigten Staaten von Nordamerika proclamirt.
Zu diesen 13 Staaten traten in der nächsten Zeit hinzu: 1791 Vermont, 1792 Kentucky,1796 Tennessee, 1802 Ohio. 1803 wurde von Frankreich Louisiana erworben, doch trat dieses1812 der Union bei. Es folgten: 1816 Indiana, 1817 Mississippi, 1818 Illinois, 1819 Ala-bama, 1820 Maine, 1821 Missouri. 1819 wurde von Spanien das Territorium von Florida er-worben. Hierauf trat eine längere Pause ein, welche sich aus der allmählichen Entwickelung neuerColonien erklärt. Erst 1836 trat Arkansas der Union bei; dann 1837 Michigan, 1845 Jowa,1846 Texas (seit 1836 als von Mexico unabhängig erklärt). Dieses letzteren Uebertrittes halber
brach zwischen Mexico und der Union ein Krieg aus, in welchem die Unionisten siegten und
dadurch die Provinzen Neumexico und Californien gewannen (1848). Im Jahre 1849 trat Wis-consin zum Bunde, während Neumexico und Utah (1850) als Territorien eingerichtet wurden.Schon vorher geschah dies mit dem 1849 von Michigan als besonderem Territorium getrenntenMinnesota (1858); ebenso mit Kansas (1861); mit Westvirginia (1863); mit Nevada (1865),mit Nebraska (1867) und mit Colorado (1875). Als Territorien wurden eingerichtet: 1863
Idaho und Arizona; 1864 Montana, 1867 Alaska (von den Russen gekauft), 1868 Wyoming
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Sir Walter Raleigh. (Nach einem alten Kupferstich )