A. Nordamerika. — II. Die Vereinigten Staaten von Amerika.
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Eisenbahnbrücke über den Missouri bei Kansas-City.
Die wichtigste und volkreichste Stadt von Wisconsin ist Milwaukee(159.000 Einwohner), am Michigansee gelegen, regelmässig und schön ge-baut, ein Mittelpunkt des amerikanischen Holz- und Mehlhandels. Ausser-dem Ausfuhr von grossen Mengen Rind- und Schweinefleisches. ImJahre 1835 stand an der Stelle der heutigen Stadt nur eine Holzhütte,was genügend den ungeheuren Aufschwung, den Milwaukee (durchDeutsche) genommen, kennzeichnet.
Lansing (10.000 Einwohner), im Inneren der Halbinsel zwischen dem Michigan- und demHuronsee, Hauptstadt von Michigan, in holz- und kohlenreichem Lande. — Detroit (i33.000 Ein-wohner), unfern des Eriesees, in Michigan gelegen, mit Eisengiessereien und Locomotivfabriken.
Chicago (über 600.000 Einwohner), südlich von Milwaukee am West-ufer des Michigansees gelegen, Hauptstadt von Illinois, die „Grossstadtdes Nordwestens”, Mittelpunkt von 14 Hauptbahnen. Die continentaleLage Chicagos verhindert nicht, dass es — vermittelst der canadischenSeen und des mit diesen in Verbindung stehenden Canal- und Fluss-systems — mit dem Atlantischen Ocean in directer Wasserverbindungsteht. Chicago ist der grösste Getreidemarkt der Welt und einer derersten Viehmärkte. Die Viehgärten umfassen ein Gebiet von nahe an350 Morgen Land. Der Versandt von frischem Fleisch erreicht oft un-geheure Dimensionen. Es werden im Jahre oft über 3 Millionen Schweinegeschlachtet. An 12.000 Schiffe (mit 3,500.000 Tonnen Gehalt) laufenjährlich Chicago an. Im Jahre 1871 wurde die Stadt durch eine Brand-katastrophe, wie sie die AVelt wohl kaum zuvor je erlebte, vernichtet.
In 48 Stunden brannten 20.000 Häuser nieder. Seitdem hat sich die Stadtwunderbar verjüngt und — wie eine enthusiastische Schilderung bemerkt— zum „Nischnij-Nowgorod” der Erde entwickelt. Seiner vielen Gärtenwegen führt Chicago nicht mit Unrecht die Bezeichnung „Gartenstadt”.
Die Grossindustrie beschäftigt in circa 2500 Fabriken bei 70.000 Arbeiter.
Indianopolis (80.000 Einwohner), Hauptstadt des Staates Indiana, am westlichen Armedes White River, mit grossem Centralbahnhof, einem Arsenal der Union und vortrefflichenUnterrichtsanstalten. Knotenpunkt von zehn Eisenbahnlinien. Rege Gewerbthätigkeit. In der Nähebedeutende Kohlenlager.
Columhus (60.000 Einwohner), Hauptstadt des Staates Ohio, hübschgebaut, mit grossem Capitol, Arsenal, Zuchthaus und Irrenhaus. Vieleund gute Schulen.
Eisenindustrie.
Die grösste Stadt in Ohio und eine der volkreichsten derganzen Union ist Cincinnati (255.000 Einwohner, mit Covingtonum 30.000 Einwohner mehr), am rechten Ufer des Ohio —wegen ihrer Schweinezucht scherzweise „Porkopolis” genannt— eine der blühendsten Industriestädte der Vereinigten Staaten:Maschinen, Manufacte, Metallgiesserei, Papier-, Seifen- undKerzenfabrikation, Cigarren, Tabak u. s. w. In Cincinnatiwerden jährlich zwischen 500.000 bis 600.000 Schweine ge-schlachtet. Der Handel ist von grösster Wichtigkeit. Dabei istdie Stadt ein Mittelpunkt des geistigen Lebens in der Nationund ihre Unterrichtsanstalten sind vorzüglich. Ausserordentlichgross ist die Zahl der meist schönen Kirchen (über 200). Aufdem Mount Adams erhebt sich eine Sternwarte. Schöne Ge-bäude, geräumige Plätze und eine hohe, äusserst gesunde Lagegestalten nebenbei Cincinnati zu einem der angenehmsten Auf-enthaltsorte in der Union.
Cleveland (160.000 Einwohner), eine der schönsten und belebtesten Städteder Union, am grossen Ohio- und Erie-Canal im Staate Ohio. — Oxford (40.000Einwohner), in Ohio, mit der Miami-Universität. — Toledo (55.000 Einwohner),gleichfalls in Ohio, aufblühende Stadt. —Frankfort (6000 Einwohner), am rechtenUfer des Kentucky, Hauptstadt des Staates Kentucky, mit einem Staatsarsenal. —Bedeutender ist Louisville (150.000 Einwohner), am rechten Ufer des Ohio, eineäusserst gewerbfleissige Stadt: Dampfmaschinen, Sattlereien, Gerbereien, Brauereien,Eisenwerkstätten, Werften. Hier befindet sich die grösste Whiskybrennerei derUnion. — Nashville (50.000 Einwohner), am linken Ufer des Cumberland, Haupt-stadt von Tennessee, mit grossartigem Capitol. Universität. Viel Baumwoll- und
Die Sacramentostrasse in San Francisco.
St. Louis,
Knoxville (10.000 Einwohner), in Tennessee, mit be-rühmtem Collegium.— Lexington (20.000 Einwohner), gleichfalls in Tennes-see, mit der „Transsylvania-University”, welche weitberühmt ist.
b) Westlich vom Mississippi:
Jefferson (5600 Einwohner), am rechten Ufer desMissouri, Hauptstadt des Staates Missouri. — Die grössteStadt in Missouri und zugleich eine der volkreichsten derUnion ist St. Louis (400.000 Einwohner), am rechten Uferdes Mississippi, Knotenpunkt von 14 Eisenbahnlinien undMittelpunkt der Schifffahrt des Stromnetzes im Mississippi-becken. Der Missouri mündet unweit der Stadt in denMississippi. Die Stadt ist reich an wissenschaftlichenInstituten und Studienanstalten, darunter die Universität.Grosses Arsenal, prächtige Hotels, stark belebter Fluss-hafen. Eisenindustrie, Zuckerraffinerien, grosse Mahlmühlen.Ausserdem Oel- und Whiskyfabrikation und Tabakfabriken.Die Zahl der Dampfer, welche St. Louis anlaufen, erreichtim Jahre oft die Höhe von 4000.
Kansas-City (60.000 Einwohner), wichtiger Eisenbahnknotenpunkt
und viel Industrie, am rechten Ufer des Missouri, im gleichnamigen Staate._
Topeka (23.000 Einwohner), Hauptstadt des Staates Kansas, am gleichnamigen