Karte 
Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
Entstehung
Seite
324
JPEG-Download
 

324

A. Nordamerika. — II. Die Vereinigten Staaten von Amerika.

Flusse gelegen, mit Mühlen, Giesse-reien und Eisenbahnwerkstätten. GrosseEisenbahnbrücke über den Kansas-fluss. — Little Rock (15.000 Ein-wohner), Hauptstadt von Arkansas,am rechten Ufer des gleichnamigenFlusses, mit bedeutendem Handel. —Omaha (35.000 Einwohner), Haupt-stadt von Nebraska, am rechten Uferdes Missouri, Ausgangspunkt der älte-sten Pacificbahn. — Denver (40.000Einwohner), am Fusse des Felsenge-birges, Hauptstadt von Colorado, wich-tiger Eisenbahnknotenpunkt. — DesMoines (25.000 Einwohner), Haupt-stadt von Iowa, mit hervorragendenPapier- und Maschinenfabriken.— Du-buque (25.000 Einwohner), in Iowa,im Mittelpunkte desBleiminendistrictesdieses Staates. — Council Bluffs(20.000 Einwohner), gleichfalls in Iowa,mit dem Staatstaubstummen-Institute.

— St. Paul (45.000 Einwohner), erst1840 gegründet, Hauptstadt von Min-nesota und Ausgangspunkt der Nord-pacificbahn, am Mississippi gelegen.

— Minneapolis (50.000 Einwohner),volkreichste Stadt in Minnesota, amlinken Ufer des Mississippi.

Der Kiowa Pik in Texas.

7. Die drei Pacificstaaten.

Californien — Nevada — Oregon.

Sacramento-City (30.000 Einwohner), am linken Ufer desSacramento, Hauptstadt des Staates Californien und Mittelpunktdes californischen Golddistrictes. Grosse Eisenbahnwerkstätten.

San Francisco (250.000 Einwohner, hiervon fast 70.000 Chi-nesen), die grösste Stadt in Californien, in der Bai von SanFrancisco, welche durch das „Goldene Thor” mit dem GrossenOcean in Verbindung steht, gelegen, der wichtigste Handels-platz an der gesammten pacifischen Küste Amerikas, imJahre 1847 noch ein elendes Dorf von wenigen hundert Hütten.Wunderbare Lage an der schönen Bai und im Angesichte derSierra Nevada. Die Stadt breitet sich auf den Abhängen einigerHügel aus und besitzt einegrosse Zahl prachtvollerBauten. Zu den schönstenStrassen zählen: Kearny-,

Montgomery-, California- undSacramento-Street. Glänzen-de Auslagen, buntes Gewühl,

Reiter und Equipagen kenn-zeichnen die aufblühendeWeltstadt. In den höher ge-legenen Stadttheilen stehendie luxuriösen Paläste derGoldspeculanten und Eisen-bahnkönige. In grellem Wi-derspruche mit dieser Prachtsteht das elende Stadtvier-tel, in welchem die Chinesenhausen. An einzelnen Stellender Stadt vermitteln Draht-seilbahnen den Verkehr. Diefrequentirteste ist jene in derClary-Street.

Oakland (40.000 Einwohner),gegenüber von San Francisco, auf derstummenanstalt. — Neualmaden,

im Norden, Idahoim Quellgebiete des

Ein Fort im Indianerterritorium.

Ostseite der Bai, mit Universität und Taub-lm Küstengebirge, mit Quecksilbergruben. —Los Angeles (14.000 Einwohner), unfern der Küste, „die Blume von Californien’ , ,grösster Ort im Süden des Staates und Endpunkt der Südpacificbahn. — Carson-City, Hauptstadt des Staates Nevada, im übrigen ein unbedeutender Ort. In derNähe Blei- und Silbergruben. — Virginia-City (20.000 Einwohner), in Nevada,1898 M^ter hoch gelegen, erst 1859 gegründet, Mittelpunkt eines Silber- und Gold-districtes. — Salem, neu angelegtes Städtchen und Hauptort des Staates Oregon. —Portland (20.000 Einwohner), unweit der pacifischen Küste, Endpunkt der Nord-pacificbahn.

8. Die zehn Territorien.

Neumexico — Arizona — Utah — Idaho — WyomingWashington — Indianerterritorium —

— Lincoln — Montana —Alaska.

Santa-Fe (5000 Einwohner), am Rio Grande del Norte, in2144 Meter Seehöhe gelegen, Hauptort des Territoriums Neu-

mexico, schlecht gebaut, aberwichtig als Transithandels-platz.

Tucson, kleines Städtchen,Hauptort des TerritoriumsArizona, wichtig als Mittel-punkt eines reichen Berg-werkdistrictes.

Salt-Lake-City (25.000 Ein-wohner), die „Salzseestadt”,erst 1847 gegründet, am „Jor-dan” und unfern des Süd-ostufers des grossen Salzseesgelegen, Sitz der Mormonen,welche die Stadt auch „Neu-jerusalem” nennen. Das her-vorragendste Gebäude ist dergrosse Mormonentempel.Das „Tabernakel” — eingrosses Gebäude von ovalerGrundform, ganz aus Holzgebaut — ist der Versamm-lungsplatz der Mormonen. ImInneren eine mächtige Orgelmit 2200 Pfeifen. Die Stadt ist weitläufig gebaut, da diemeisten Häuser in Gärten liegen. Eisengiessereien, Woll-fabriken, viel Handel. — Die Salzseestadt ist Hauptort desTerritoriums Utah.

Olympia, kleines Städtchen mit vielen hölzernen Häusern, Hauptort desTerritoriums Washington, am Südende des Pugetsundes gelegen. — Bois6-City(kaum 1000 Einwohner), Hauptort des Territoriums Idaho, auf einem Plateau, östlichdes Schlangenflusses gelegen. — Cheyenne-City (etwa 2000 Einwohner), an derUnionpacificbahn gelegen, Hauptort von Wyoming. In der Nähe grosse Kohlen-und Eisenlager. — Virginia-City, Hauptort des Territoriums Montana.

Zwischen dem Territorium Montanaim Westen und Wyoming im Süden,

Schlangenflusses, des Oberlaufes des Columbia, des Yellowstone(eines rechtsseitigen Nebenflusses des Missouri) und des Green-River (des Hauptquellflusses des Colorado-River) erstreckt sichder Nationalpark über eine Bodenfläche von 9500 Quadratkilo-metern, von welchen dergrösste Theil östlich desHauptzuges der Felsenge-birge liegt. Mächtige Ge-birgsketten durchziehen den„Park”. Die Zahl der heissenQuellen und Geysir beträgtweit über 800. Sie bildennicht nur ein merkwürdigesNaturschauspiel, sondern be-sitzen auch seltene Heilkraft.Leider ist dieses wunder-bare Stück Land noch immerschwer zugänglich.

Das Indianerterritorium (IndianTerritory) wird umgrenzt von Kansas,Arkansas, Missouri und Texas undbesteht grösstentheils aus wellenförmi-gen, reich bewässerten Ebenen. DasTerritorium wird ausschliesslich vonIndianern bewohnt. Im Jahre 1866verpflichtete sich die Staatenregierung,den Indianern ihren Besitz nicht zustören und weisse Ansiedler fern zuhalten. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung hält die Staatenregierung mehrere Fortsmilitärisch besetzt und zahlt den verschiedenen Stämmen für Abtretung ihrer früherenLändereien eine entsprechende Jahresrente. — Die Niederlassungen der Indianersind unbedeutend.

Zu der Union gehört noch das ausserhalb ihres Stammgebietes, im äusserstenNordwesten des Continents gelegene Territorium Alaska (1867 von den Russenkäuflich erworben) mit dem Archipel der Aleuten. Das Gebiet hat fast dendoppelten Umfang Skandinaviens, aber nur etwa 30.000 Bewohner, grösstentheilsEskimo. Ein Theil des Gebietes ist sehr waldreich. Der grösste Fluss ist der fisch-reiche Jukon. — Hauptort ist Sitka auf einer Küsteninsel (vgl. S. 297).

Die Bewohner zu beiden Seiten des ausserordentlich fischreichen Jukon sindIndianer, welche mit ganzen Flottillen auf dem gewaltigen Strome, der noch ineiner Entfernung von 750 Kilometern von der Mündung eine Breite von 3 bis 4Kilometern hat, verkehren. Die Küstennomaden haben nur im Winter feste Wohn-sitze; im Sommer streifen sie umher und sammeln für die kalte Jahreszeit. Wurzelnund Beeren gehören zu den Leckerbissen des Sommers. Die Hauptnahrung liefertdas Meer mit seinem Fischreichthum.