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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Mittelamerika.

II. Der westindische Archipel.

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Volkreicher ist St. Pierre(26.000 Einwohner); zugleichdie wichtigste Hafenstadtder französischen Antillen.

Die Hauptproducte der beidenInseln sind Zucker und Kaffee; fernerBaumwolle, Cacao, Tabak, Cassia undCampecheholz. Jede der beiden Inselnhat einen eigenen Gouverneur, der demMinisterium der Marine und der Colo-nien in Paris untersteht.

Zwischen den Inseln Gua-deloupe und Martinique liegtdie englische Insel Dominica(754 Quadratkilometer; circa28.000 Einwohner). Wichti-ger ist das kleine Eiland Bar-bados, dessen HauptstadtBridgetown (21.000 Ein-wohner); eine der schönstenStädte der Antillen; im Hin-tergründe einer schönen Bailiegt. Im 17. Jahrhundert galtBarbados für die blühendsteInsel der Antillen; ist es abernicht mehr. Die Plantagensind aber noch immer sehr

ertragsreich. — Die wichtigste der englischen Antillen und zu-gleich die grösste Insel derselben überhaupt ist Trinidad (4544Quadratkilometer; circa 154.000 Einwohner); hart an der Küstevon Südamerika (dem Orinocodelta gegenüber) g*elegen ; mit dersie den schönen Golf von Paria einschliesst. Die Insel hateine eigenthümlich regelmässige viereckige Gestalt. Die Nord-und Südküste werden von hohen Randgebirgen begleitet. DasInnere ist eine Waldwildniss. Merkwürdig sind der Asphaltsee(siehe S. 333) und die Schlammvulcane. Die Insel ist als orkan-freie Flottenstation wichtig*.

Hauptort ist Puerto deEspana(Port of Spain oder Spanish-town ; 32.000 Einwohner); mitschönem befestigten Hafen amGolfe von Paria. Die wichtig-sten Producte der Insel sind:

Zucker; Kaffee; Cacao ; Baum-wolle; Indigo, Tabak; Asphalt.

Die nördlich von Trinidadund südlich von Martiniqueliegenden Eilande sind sämmt-lich britischer Besitz. Die wich-tigsten derselben sind: Sta. Lucia(614 Quadratkilometer; circa40.000 Bewohner); eine vulca-nische Insel mit ungesundemKlima. Ihre wichtigsten Pro-ducte sind die der übrigen An-tillen. Ausserdem viele Schild-kröten. — St. Vincent (381 Qua-dratkilometer; circa 36.000 Be-wohner); mit einem erloschenen

Vulcankrater; der einen See enthält. Die Küsten sind steil undfelsig; die Thäler aber fruchtbar und gut bewässert. Haupt-producte sind die der übrigen Inseln. Ausserdem wird vielhydraulischer Kalk erzeugt. Die Hauptstadt ist Kingstown (6000Einwohner). — Grenada (430 Quadratkilometer; circa 43*^^^ Be-

wohner); im Norden von Trini-dad; von Nord nach Süd voneiner vulcanischen Bergkettedurchzogen; welche in Gipfelnvon über 1400 Meter culmi-nirt. Die Producte der Inselnsind die der übrigen Antil-len. Hauptstadt: George-town (5000 Einwohner); ander Westküste.

Plantagenbahn an der Küste der Insel Barbados.

3. Die Bahamainseln.

Sie erstrecken sich vonder Westküste des südlichenFlorida in südöstlicher Rich-tung bis in die Nähe derNordküste von Haiti undbilden eine Gruppe von zwölfgrossen und 661 kleinen Ei-landen und an 3000 Klippenund Bänken. Alle diese Ei-lande erheben sich an denRändern grosser Korallen-als in ihrem Bau un voll-fast in gleichem

Die westindische Insel Montserrat.

bänke und charakterisiren sichendete Koralleninseln. Die meisten liegenNiveau mit dem Meere; die höchsten erheben sich nicht über130 Meter über dasselbe. Der Boden ist meist sandig und wenigfruchtbar; das Klima aber gesund. Häufige Wirbelstürme. DieSchifffahrt in dem durch seine Durchsichtigkeit ausgezeichnetenWasser dieses Inselmeeres ist der vielen Klippen und Bänkewegen sehr gefährlich.

Die Hauptproducte sind: Ananas ; Orangen, Baumwolle;

Bataten; Melonen, Färb- undSchiffbauhölzer, Seeschwämme,Schildkröten. Es wird aucheinige Viehzucht (Schafe undSchweine) getrieben.

Die Bahamainseln umfas-circa 13.960 Quadratkilo-

sen

meter Flächeninhalt und wer-den von 44.000 Menschen be-wohnt, von denen drei ViertelFarbige sind.

Die Hauptstadt ist Nassau(7000 Einwohner), auf der InselNew-Providence, Sitz des bri-tischen Gouverneurs, der Ma-rine- und Militärbehörden, mitbefestigtem Hafen. Der Handelist ansehnlich. — Die InselWatlingist wahrscheinlich das„San Salvador”*des Columbus,das erste amerikanische Land,das der grosse Entdecker sah undbetrat (12. October 1492). Es isteines der kleinsten Eilande der Gruppe. Die grössten derselbensind: Andros, Espiritu Santo, Gross-Abaco, Gross-Bahamaund Inag~ua.

Die Bahamainseln werden auch die „Lucaisehen Inseln”

genannt.

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