Urwald am Amazonenstrom.
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C. Südamerika.
Südamerika umfasst neun Republiken spanischer Zunge,welche nach langwierigen Kämpfen, die im Grossen und Ganzenim Jahre 1824 abschlossen, vom Mutterlande sich lostrenntenund hierauf eine lange Reihe innerer Wirren durchmachten, dienoch heute andauern. Nur in Chile und Argentinien habensich die politischen und socialen Verhältnisse in befriedigenderWeise entwickelt; ferner das Kaiserreich Brasilien und dieColonienlande Guyana. Ueber die wichtigsten historischen Er-eignisse in den einzelnen Staaten wird betreffendenorts be-richtet.
Die politische Eintheilung von Südamerika gestaltet sich sonach wie folgt:
1. Die drei columbischen Republiken:
A. Die Vereinigten Staaten von Columbien (aus neun Staaten und achtTerritorien bestehend).
B. Die Republik Venezuela — auch „die Vereinigten Staaten von Vene-zuela” genannt — (aus acht Staaten, fünf Territorien, einer Colonie undeinem Bundesdistrict bestehend).
C. Die Republik Ecuador.
2. Die Republik Peru.
3. Die Republik Bolivia.
4. Die Republik Chile.
5. Die Republik Argentina (mit Patagonien und Feuerland).
6. Die Republik Uruguay.
7. Die Republik Paraguay.
8. Das Kaiserthum Brasilien.
9. Das Colonialland Guyana, bestehend aus:
a) Britisch-Guyana,
b) Niederländisch-Guyana,
c) Französisch-Guyana.
1. Die drei columbischen Republiken.
Das weitläufige Gebiet der früheren drei Columbischen Republiken bestand ausdem vormaligen Vicekönigreiche Neugranada und aus dem GeneralcapitanateCaracas (Venezuela), welche Gebiete sich am 17. December 1819 unter dem Namen„Republik Columbia” vereinigten und denen 1821 Quito (Ecuador) und 1823 Panamabeitraten. Der Begründer dieser Conföderation war Simon Bolivar, der wegen der Be-freiung der vorgenannten Länder von der spanischen Herrschaft durch den Ehren-beinamen „el Liberador” (der Befreier) ausgezeichnet wurde. Er stand bis 1830 ander Spitze der Conföderation. — Im Jahre 1831 zerfiel das Gesammtgebiet — nun„Conföderation der Vereinigten Staaten des Südens” geheissen — in die drei Repu-bliken: Neugranada, Venezuela und Ecuador. Obgleich diese Republiken voneinander unabhängig waren, bildeten sie dennoch eine feste Conföderation. Am 19.October 1840 trennte sich die Stadt Cartagena in Neugranada von diesem Staate,und bald hierauf folgten andere Provinzen; am 18. Juni 1841 beschworen zu PanamaAbgeordnete der Provinzen Panama und Veragua eine neue Verfassung, durchwelche die Provinzen unter dem Namen des Staates der Landenge von Panamafür unabhängig erklärt wurden.
Die Regierung von Neugranada erhob aber gegen diesen Beschluss Einsprache,in Folge dessen er nicht zur Ausführung gebracht werden konnte. Erst am 27. Fe-bruar 1855 wurde auf Grund eines einstimmigen Beschlusses der gesetzgebenden Ge-walt von Neugranada die Unabhängigkeit der Landenge anerkannt. Zugleich tratVenezuela aus der Conföderation aus. — In Neugranada dauerten die innerenWirren durch Jahrzehnte fort und bekämpften sich die südlichen und nördlichenStaaten unter besonderen Präsidenten. Erst 1861 kamen die Wirren zum Stillstände.In Folge abgeschlossener Unionsvertrages zwischen dem Staate Panama und derfrüheren Republik .Neugranada nahm nun das Gesammtgebiet den Namen „ber-
einigte Staaten von Columbien” an, während Venezuela einen Staatenbundfür sich bildete, nachdem am 20. Februar 1873 nach langwierigen inneren Kämpfender Dictator General Guzman Blanco zum Präsidenten der neuen Conföderativrepublikausgerufen worden war.
A. Die Vereinigten Staaten von Columbien.
Länderbestand: i.Neun Staaten, und zwar: Panama, Cauca,Antioquia, Bolivar, Magdalena, Santander, Boyaca, Cundinamarca,Tolima. — 2. Acht Territorien, und zwar: S. Andrea yProvidencia, Bolivar, Goajiro, Nevada, Motilones, Casanare, SanMartino, Caqueta.
Das Gesammtgebiet umfasst einen Flächenraum von 830.723Quadratkilometer.
Bodengestalt siehe S. 300, 302 und 303.
Flüsse. Zwischen den parallel verlaufenden Gebirgsketten,welche das südamerikanische Gebiet von Columbien (d. h. mitAusschluss des Isthmus von Panama) von Süden nach Norden,als Fortsetzung der ecuadorianischen Anden durchziehen, liegendrei breite, heisse und tiefe Thäler, durch welche die FlüsseAtrato, Cauca und Magdalena laufen, alle drei für Dampf-schiffe befahrbar. Der zwischen der mittleren und östlichenCordillere fliessende Magdalenenstrom, das ganze Land vonSüden nach Norden durchschneidend, ist die grosse Pulsaderdes Landes, welche den gesammten auswärtigen Handel vonfünf Staaten des Inneren vermittelt. Der bedeutendste Neben-
Fruchtmarkt in Cartagena (Columbien).