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Afrika. — Allgemeine Uebersicht.
den Duveyrier soll auf den beiden höchsten dieser Gipfel durchmindestens ein Vierteljahr — Schnee liegen! Das ist allerdingseine seltsame Illustration zu der früheren Vorstellung von dermuldenförmigen; meeresbodenartigen Gestalt des Saharagebietes.
Einige kleine Flächen im Saharagebiete sind sogenannte Depressionen, d. h.sie liegen unter dem Meeresspiegel. Dies ist bei den Oasen zwischen Siuah(Jupiter Ammon) undAudschila (in Tripolitanien) und bei den algerisch-tunisischenSchotts der Fall. In Bezug auf die letzteren ist man einem Projecte näher getreten,welches die Inundation des Schottgebietes durch Herstellung einer marinen Verbindungzwischen der Depression und dem Mittelmeere mittelst eines Canals anstrebt. DasProject, bekannt unter der Bezeichung „das Saharameer”, hat vom wirthschaftlichenStandpunkte geringe Bedeutung.
3. Die Plateauzone des Sudan- Zwischen dem 15. und
9*5.° Nordbreite im Osten und dem 14. und 5*5.° Nordbreiteim Westen des Erdtheiles Afrika dehnt sich vom Westrandedes abessinischen Hochlandes bis an die Küsten des Atlan-tischen OceanS; d. i. in einer Linie von circa 4600 Kilometer;ein Gebiet aus, welches man den Sudan nennt. In seinerLängenausdehnung erfahrt dieses Plateau durch das Beckendes Tsadsees eine Theilung in eine östliche Hälfte (Wadüi;Darfur ; Kordofan und Sennaar) und in eine westliche Hälfte(Haussastaaten und Nigerreiche). Sennaar und Kordofan sindim Grossen und Ganzen ungeheure Ebenen mit geringfügigenBodenanschwellungen. Dieselben befinden sich hauptsächlichim Westen (Takalaberge 844 Meter; Dar Nuba 822 Meter); woim Gebiete von Dar Für der Dschebel Marrah den Culmi-
nationsgipfel der östlichen Hälfte der Plateauzone des Sudanbezeichnet (1830 Meter).
Die westliche Erhebungszone (zwischen den Flüssen Sokoto ;Waube ; Niger und Benue) culminirt im Massiv des Mendif incirca 1900 Meter. Hieran schliessen die Erhebungen; welchedie Wasserscheide zwischen dem Atlantischen Ocean und demBinnenbecken des Tsadsees bilden. — Zwischen dem Nigerund dem Golfe von Guinea dehnt sich anfangs eine Ebene,welche allmählich in ein System von Terrassenketten übergeht;und zwar parallel zur Küste von Nordguinea. Die untersteTerrasse ist von der Nigermündung an nach Westen hin nochziemlich von der Küste entfernt. Erst an der SierraLeoneküstetritt diese Terrasse an das Meer heran und begleitet dasselbebis zur Mündung des Gambia. Der centrale und östliche Theildes Plateaus im Hinterlande wird als Konggebirge be-zeichnet. Eine Reihe von terrassenförmig sich abstufendenPlateauflächen; überragt von isolirten Klippenbergen; bildetden Nord- und den Ostabfall dieses Hochlandes; das im Quell-gebiete der senegambischen Flüsse Gipfelhöhen bis 2000 Meteraufweist.
4. Das südafrikanische Hochland. Das riesige, diesüdliche Dreiecksfigur des Continents Afrika umfassende Ge-biet kann man, im Gegensätze zu der niedrigen nördlichen Stufe,als das eigentliche Hochafrika bezeichnen. Der südlich desNgamibeckens gelegene Theil des afrikanischen Hochlandes
(Kalahari, Grossnamaland, die Boerenrepubliken, Zululand unddie britischen Colonien) ist eine Hochebene von durchschnittlich1200 Meter Seehöhe, welche in mehreren Terrassen steil zurKüste abfällt. Die zweite dieser Terrassen ist die Karr00, einecirca 80.000 Quadratkilometer grosse Fläche, deren aus rothem,mit Sand gemischtem Thon bestehender Boden während desSommers wüst und ausgebrannt ist, während der Regenzeitaber ein Blumen- und Grasmeer bildet.
Die an die vorerwähnten Terrassen nordöstlich anschliessen-den Compass-, Kalambe- und Drakenberge nehmen stattder vorherrschenden Terrassenformation den Charakter des Ge-birges an. Mittelpunkt dieses Gebietes ist der 2591 Meter hoheCompassberg. Wie an der Südküste des Caplandes, erstrecktsich auch an dessen Westküste vom Cap der guten Hoffnungbis zur Oranjemündung eine Uferterrasse als Steilküste, welchevon isolirten Tafelbergen überragt wird. — Nördlich des Oranje-durchbruches setzt sich die Küstenterrasse ununterbrochenbis zum Cunene fort. Oestlich vom Compassberge ist die aus-geprägte Abstufung des Hochlandabfalles bis zum 29. 0 Südbreitemehr oder weniger verwischt. Das ganze, Britisch-Kaffrariaausfüllende Bergland erreicht im Grossen Winterberg 2360Meter Höhe.
Der Unterlauf des Limpopo bildet eine breite Erhebungs-lücke. Von hier steigen allmählich landeinwärts Plateauxstufenvon wellenförmigem Aussehen nach dem inneren Hochlande an,
das in 800 Meter seinegrösste Erhebung erreicht.Erst im Sofalagebietefindet man wieder schärferausgeprägte Plateaustrei-fen, mit ziemlich steilaufgerichtetem Rand desHochlandes, das hier 1000Meter erreicht. — Nördlichdes Vaalflusses erhebtsich das Niveau der Hoch-ebene zu einer 30 bis 60Kilometer breiten, durch-schnittlich 100 bis 200 Me-ter (relativ) hohen plateau-artigen Bodenschwelle,welche die Wasserscheidezwischen dem AtlantischenOcean und dem IndischenOcean bildet. — Hieranschliessen nördlich anderePlateaux, welche allent-halben von isolirten Ke-gelbergen getrennt wer-den. Relativ reich geglie-dert ist das Berglandvon Grossnama und Da-mara. Im Hereroland er-reicht es mit 2682 MeterSeehöhe seinen Culmina-tionspunkt.
Nach dem Binnenlande hin erstreckt sich die grosse Ka-lahariwüste bis an den Ngamisee im Norden aus. Die Er-hebungslücke des Sambesithaies trennt das südafrikanischeHochland vom centralafrikanischen. Nördlich vom Sambesi,zwischen Benguela im Westen und Kiloa im Osten, zieht dieWasserscheide mit dem Lokingagebirge (im Süden vomBangweolosee), welche die Flussgebiete des Sambesi und desCongo trennt.
5. Das centralafrikanische Hochland. Nördlich vomCunene dehnt sich das Küstengebiet bis zum Golf von Guineain Gestalt von nach dem Binnenlande hin ansteigenden Terrassen.Man unterscheidet eine Küstenstufe, eine Uebergangsstufeund schliesslich den inneren Rand des Plateaus. Letzteresstellt keine Ebene dar, sondern ist von zahlreichen, mitunterausserordentlich breiten Thälern durchschnitten und gleicht imRelief einem wellenförmigen Hügellande. Die vorstehend er-wähnte Bodenschwelle und Wasserscheide zwischen den Fluss-gebieten des Congo und Sambesi (1500 bis 2000 Meter) dachtsich im Norden zum Congobecken ab. In seinem mittlerenTheile ist dieser Wasserscheiderücken so niedrig, dass man ihnkaum wahrnimmt. In ihrem westlichen Theile bildet die Boden-schwelle die drei Plateaux von Bihö, Quioco und Cangala;im östlichen Theile geht die Wasserscheide in das Lokinga-gebirge über, dessen Gipfel ungefähr 2200 Meter absoluteHöhe erreichen.
Ein Felsenthal in der nördlichen Sahara (Wadi Egeri).
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Hüte