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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Afrika. — Allgemeine Uebersicht.

Vegetation am Schari.

Provinzen sind im Vergleiche zu anderen Tropenländern arm.Unter den Kräutern deutet das häufige Vorkommen vonImmortellen- und Akanthusformen, der Saftpflanzen, der Zwiebel-und Knollengewächse das trockene Klima an.

Den Uebergang vom Sabaragebiet nach dem Sudan bezeichnet ein Gürtel vonMimosenwäldern, der, in seiner Längenausdehnung vielfach unterbrochen, in einerwechselnden Breite von vier bis fünf Tagreisen den ganzen Erdtheil von der West- biszu der Ostküste durchzieht. Es ist kein eigentlicher Wald, sondern gleicht vielmehreinem Parke, mit ausgedehnten Grasfluren zwischen grösseren oder kleineren Hainen.

Zu den Mimosen gesellen sich noch andere Typen, als: der Kurnabaum, der derMyrte ähnliche dornenlose Serrahbaum, ferner gummireiche Akazien, welche vonSchlinggewächsen umrankt und von Schmarotzerpflanzen bedeckt sind. An Stachel-gewächsen, welche ausserordentlich lästig fallen, ist kein Mangel.

Für die Landschaften am oberen Nil sind charakteristisch: Korkholzgebüsch,Papyrusdickicht und ein undurchdringliches Gewirr von Schlingpflanzen, dieim Strome treibenden Grasinseln nicht zu vergessen. Rohr und Schilf, sowie Lotos-blumen vervollständigen das Bild. Dagegen sind Waldbäume selten und ihre Grösseist nicht von Belang. Ausnahmen machen die oft riesigen Sykomoren, derEnsete— eine Pisangart mit 6 Meter langen Riesenblättern — und vor Allem der Affen-brotbaum oder „Baobab”. Stämme von diesemletzteren, welche 6 bis 8 Meter Durchmesser haben,sind nichts Seltenes. Die Blätter des Baobab dienen(nach Rohlfs) den Eingeborenen von Bornu alsbeliebtes, wie Braunkohl schmeckendes Gemüse,und die gekochten Kerne der sammtschaligen Fruchtwerden von Leberleidenden als Arznei genossen.

Eine Provinz des Sudangebietesbilden die Guinealänder, mit einemauffallenden Reichthum an Palmen-arten. Es giebt drei Arten von Nadel-palmen, acht Arten von Rohrpalmen,ferner die Delebpalme und die wirth-schaftlich hochwichtige Oelpalme, wel-che in Höhen gedeiht, wo andere Pal-men nicht mehr fortkommen.

Die Oelpalme bildet mit ihrem schlankenWuchs, der bis 30 Meter Höhe erreicht, mit ihrenan dem Stamme haften bleibenden abgestorbenenAesten, der zierlich gefiederten Krone und mit denden Stamm umspannenden Schlingpflanzen ein herr-liches Bild von überquellender Fülle und Frische.

Das Werthvollste an dem Baume sind die Früchte,welche aus einer fleischigen Hülle und einem stein-harten Kern bestehen. Die erstere liefert weitausden meisten Fettstoff, doch ist solcher auch in demSameneiweiss innerhalb der Kernschale reichlichvorhanden. Das Oel wird aus der teigartigen Masseder fleischigen Hülle ausgepresst. Es ist wohl-schmeckend, verdirbt aber bald, wenn es nicht ent-sprechend conservirt wird. Zum Export kommenmeist nur die Kerne, welche erst an ihrem Bestim-mungsorte ausgepresst werden.

Die Länder von Oberguinea sind aus-gezeichnet durch ihre Fülle von Kokos-palmen, Bananen und Brotfrucht- Dattelernte.

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b äjumen. Ausserdemsind zu nennen: Mango-,Orangen-, Guaven- undLimonenbäume. NachWilhelm Thome ist diewestafrikanische Subre-gion als eine eigentlicheüppige Waldregion zubezeichnen, während dieOberfläche der ostafri-kanischen Subregion imAllgemeinen offen ist,bedeckt mit hohen Grä-sern und dornigem Ge-strüpp. Von Baumge-wächsen sind zu erwäh-nen: der Butterbaum,zwei Nussbaumarten,Euphorbi enbäume,Tamarinden u. a. m.

Eine eigenthümliche Formdes Wa 1 d e s tritt in den Ländernder Niam-Niam und der Mon-buttu auf, der sogenannte Ga-leriewald, welchen G. Schwein-furth in anschaulicher Weiseschildert. Ein solcher W^aldbesteht aus schmalen Urwald-streifen an den Wasserläufen.Von aussen betrachtet, scheintein solcher Bestand eine un-durchdringliche Wand zu bil-den; im Inneren aber zeigensich prächtige Laubengänge,grüne Hallen mit murmelndem Wasser. Die Ueppigkeit erklärt sich aus dem immensenQuellenreichthum des Landes, welcher dieses zu einem „vollgesogenen Schwamm”gestaltet. An manchen Stellen herrscht vollständig nächtliche Finsterniss. RiesigeLianen durchsetzen das Dunkel. Termitenbauten reichen mitunter bis hoch zu denAesten hinauf. Aber blütenlos ist die Finsterniss nicht; es leuchten rothe und gelbeBüschel und Glocken; verschiedenartige Blumen schmücken die natürlichen Festons,welche die Laubwölbungen durchwirren, oder um die mächtigen Stämme sich schlingen,oder als Guirlanden von Baumpfeiler zu Baumpfeiler spannen. Das Ganze ist ein riesigesnatürliches Treibhaus, in welchem beständig eine feuchte, warme Luft brütet, die dasAthmen erschwert und beim Europäer in Kürze das Gefühl der Erschlaffung hervorruft.

Eigenartige Vegetationsbilder bietet Abessinien. Aus derafrikanischen Subregion sich erhebend und sein Gebiet miteinem in Terrassen aufsteigenden mächtigen Hochlande er-füllend, gliedert sich dieses Gebiet in die Vegetationsstufenverschiedener Regionen. Zuunterst herrscht die tropische .Vege-tation vor; dann folgt eine Zone von goldgelben Feldern undsaftiggrünen Wiesen; noch höher finden sich hellgrüne, süd-liche Wälder und darüber nordisch-düstere, dunkle Horste. In

den Ebenen des Tieflandes sind dieWasserläufe mit üppigem Dickicht,Rohr-, Binsen- und Bambuswäldern ge-säumt. Die nächst höhere Region istdie sogenannte „Woina-Degas” (zwi-schen 1460 und 2750 Meter), in welcherder Weinstock, die Dattel, die Ci-trone und die Orange gedeihen. DieDörfer sind beschattet von Sykomo-ren und Oeibäumen, oder liegen zwi-schen Gärten von Aprikosen- und Pfir-sichbäumen.

Eine Stufe höher (bis 4200 Meter)folgen die „D egas”, jene ausgedehnten,mit spärlichem Wald bestandenen, anKleewiesen und Feldern reichenHochebenen, wo der Baumwuchs fastganz aufhört.

Eine andere Provinz des mittel-afrikanischen Florengebietes bildet dasungeheure Congobeckenund die Sua-heliküste, einschliesslich des Sambesi-laufes. Merkwürdigerweise ist auch dieFlora von Transvaal und Natal —obwohl diese Länder in geographischerund zoographischer Beziehung zu Süd-afrika gehören — eine mittelafrikani-sche, echt tropische. — Das Innere desCongobeckens — noch wenig bekannt— ist vorwiegend ein mit ungeheurenGrasfluren bedecktes Tiefland. Dieüppigsten Gegenden sind die am Ost-