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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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A. Nordafrika. — I. Die Mittelmeerländer.

von einer bastionirten Mauer umgeben, sonst aber ohne Merk-würdigkeiten. — Biskra (7000 Einwohner) — und zwar Neu-Biskra, zum Unterschiede von dem V2 Kilometer südlicher ge-legenen Alt-Biskra — bemerkenswerth durch die Buntheit seinerBevölkerung, durch seine herrliche Lage zwischen Palmen-gruppen (in der ganzen Oase 140.000 Stämme) und als Heimatder „Almehs”, der arabischen Tänzerinnen. Die Stadt führtwegen der Vergnügungssucht ihrer Bevölkerung die Bezeich-nung „das Paris der Wüste”.

Im Oasengebiet von Ziban mit seinen 700.000 Palmen sinddie Oasen von Negrin und Ferkan an den tunisisch-algerischenSchotts besonders hervorzuheben.

Tuggurt.

Das Klima vonvon Algerien gleich.

In der Mitte des Boulevards befindet sich die Place dela Republique (Square Bresson), mit prächtiger Aussicht aufdas Meer. Hier befindet sich das Theater. Westlich führt derBoulevard Gambetta—eine gewaltige Treppe — zur PorteNeuve. — Die Place de Chartres ist der Blumen-, Gemüse-und Obstmarkt. — Die Rue de Chartres mündet nordwärts in diePlace Malakoff mit der Kathedrale St. Philippe, auf derStelle der Hassan-Moschee errichtet. Neben der Kathedrale derPalast des Gouverneurs. Im Herzen der Stadt befindet sichdie mit Marmor gepflasterte und mit Platanen geschmücktePlace du Gouvernement, der schönste Platz der Stadt, miteleganten Cafesalons und grossstädtischem Leben. Auf demPlatze steht das Reiterstandbild des Herzogs von Orleans.

Ausser den bereits genannten Baulichkeiten sind noch zuerwähnen: die Moschee Dschama el Dschedid, angeblich1660 von einem Christensklaven erbaut; die Dschama el Kebir(die „grosse Moschee”), schon 1018 erbaut, mit prächtigen mauri-schen Arcaden von weissen Marmorsäulen; die Kirche Notre-Dame des Victoires, ehemalige Moschee; die Kasba, jetztKaserne, 130 Meter über dem Meere; u. a. m.

Im* Süden der Stadt dehnt sich die Vorstadt MoustaphaSuperieur, der Glanzpunkt der näheren Umgebung von Algier,mit dem Sommerschlosse des Gouverneurs, aus. — Unterhalbdieser Vorstadt liegt Moustapha Inferieur, mit Seebädern.

In der Provinz Algier liegen ferner:

Blida (ii.OOO Einwohner), am Abhange des Atlas in üppigster Fruchtebene,schon unter den Römern eine Militärstation. Die Stadt ist sehr belebt, zeigt ein Ge-misch von maurischen und französischen Bauten und hat hübsche Plätze, darunter diePlace d’Armes. Bedeutende Tabakfabriken und Mühlen. — Orleansville (8500 Ein-wohner), 1843 gegründet, Hauptort des Scheliffthales. Grosser Sonntagsmarkt, welcher oft von 10.000 Arabernbesucht wird. Die Gegend ist wohlbebaut, aber landschaftlich reizlos.

In der Provinz Oran liegen:

Oran (80.000 Einwohner, darunter ein Drittel Spanier), in herrlicher Lage am steilen Abhang desDschebelMurdschadscho und an einem weiten Golf. Auf dem Gipfel des genannten Berges das Fort Santa Cruz, tieferunten das Fort St. Gregoire. Den Golf schliessen im Osten Cap Ferrat, im Westen Cap Falcon. Zwischendem letzteren und der Stadt springt das Vorgebirge Mers el Kebir 6 Kilometer ins Meer vor und bildet einenprachtvollen Hafen. Die Moscheen und Kirchen sind ohne architektonische Bedeutung. Das Chateau Neuf und dieNeustadt erheben sich amphitheatralisch auf der Ostseite, die maurischen und jüdischen Häuser liegen vorwiegendvon der „Place de la Republique” bis zum Fort St. Andre hin. Einst arabisch, dann spanisch (200 Jahre) undtürkisch, ist Oran jetzt fast völlig französische Handelsstadt. — Im Inneren der Provinz Oran sind bemerkenswerth:Mascara (6000 Einwohner), einst Sitz Abd el Kaders, 1835 von den Franzosen in einen Schutthaufen verwandelt,aus dem sich die Stadt erst allmählich wieder erhoben hat. — Tlem^en (20.000 Einwohner), hervorragend durchden Gewerbfleiss seiner Bewohner und durch die Denkmäler einer glänzenden Vergangenheit.

In der Provinz Constantine liegen:

Constantine (45.000 Einwohner), in äusserst malerischer Lage auf einem auf allen Seiten senkrecht ab-fallenden und vom Kumelflusse unflossenen Felsen (300 Meter hoch), der nur mittels einer schmalen Landbrückemit dem Festlande zusammenhängt. Constantine ist das punische Karta (römisch Cirta) und spielte als Hauptstadtvon Numidien im Alterthume eine Rolle. Römische Ueberreste finden sich allenthalben. Das Innere der Stadt hatein noch sehr orientalisches Aussehen. Bemerkenswerth sind: der Palast Achmed Beis, im Inneren prachtvolleingerichtet, einst Residenz des letzten Herrschers von Constantine, heute Sitz eines französischen Divisionsgenerals.Die Kathedrale, eine ehemalige Moschee; die Dschama Kebir, auf den Grundmauern eines antiken Tempelsstehend. — In der Provinz Constantine sind ferner bemerkenswerth: Bougie (11.000 Einwohner), in herrlicher Lagean einem weiten Golf, mit dem mächtigen „Babor” (2095 Meter) im Hintergründe. Viel Handel und reicher Anbauin der Umgebung. — Philippeville (18.000 Einwohner), die Hafenstadt von Constantine, auf den Trümmern desalten Rusicada 1838 erbaut. — Bone (oder Bona, 30.000 Einwohner), an einem schönen Golfe, aber in ungesunderLage, mit Citadelle und mehreren Forts. Die Einnahme der Citadelle (Kasba) bildete eine der vornehmsten Kriegs-thaten der Franzosen bei der Eroberung Algeriens. Den unteren, ganz europäischen Stadttheil durchzieht der „CoursNational” mit der Kathedrale und dem Theater. Am Südende die Statue Thiers*.

Die Oasen in der algerischen Sahara sind:

El Aruat (oder Laghuat), mit der gleichnamigen Stadt, seit 1852 von den Fran-zosen verschönt, Sitz einer militärischen Colonie und Knotenpunkt mehrerer Karawanen-wege, von welchen jener nach Timbuktu der wichtigste ist. — Tuggurt,. Hauptortder gleichnamigen, durch ihre Palmenwälder (72.000 Stämme) ausgezeichneten Oase,

3. Der französische Schutzstaat Tunis.

Lage und Grösse. Die ehemalige Regentschaft (bis 1882)Tunis — auch „Tunisien” genannt — umfasst das halbinsel-förmige Gebiet, welches die tiefe Einbuchtung des sogenannten„Syrtenmeeres” im Nordwesten begrenzt, wie dies im Südostenmit dem Hochlande von Barka der Fall ist. Der nördliche Theilvon Tunisien gehört zum Atlassystem, der südliche zum Sahara-gebiet. — Der Flächeninhalt des Landes umfasst 116.348Quadratkilometer.

Bodengestalt, Klima etc. Den nördlichen Theil des Landesdurchziehen mehrere Ausläufer des Atlas in parallelen Kettenvon Südwest nach Nordost. Die nördlichste dieser Ketten istdas Küstengebirge der Khumir; die mittlere Kette erhebtsich im Dschebel Borberu bis zu 1480 Meter; die südlichenKetten endlich lösen sich in unregelmässig streichende Hügel-wellen auf, welche zum Theile die Salzseen (Schotts), imWesten des Golfes von Gabes, einfassen. Diese Salzseen sindder Schott Dscherid und der Schott Rharsa und sie bilden— mit dem auf algerischem Boden liegenden Schott Melrhirein Depressionsgebiet, welches vom Golfe von Gabes durcheinen nur 23 Kilometer breiten Landstrich getrennt ist, dessenDurchstich seit Langem geplant ist (siehe hierüber den Abschnitt„Der Weltverkehr”).

Die Bewässerung ist in den gebirgigen Theilen des Landeseine reichliche. Hauptflüsse sind die Medscherda im Norden,der Zerud in der Mitte des Landes, doch erreicht letzterer nichtdas Meer, sondern ergiesst sich in den Kelbiasee. An derNordküste bildet die Bucht von Bizerta einen ausgezeichnetenNaturhafen. Auf der Ostseite greifen der Golf von Hamma-met und der Golf von Gabes in das Festland ein. Im Südendes letzteren liegt die grössere Insel Dscherba (Meninxder Alten).

Tunis ist im Grossen und Ganzen dem

Vornehme Araberfrau in Tunis.