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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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A. Nordafrika.

II. Das Saharagebiet.

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Landschaft in Asben (Tintellust).

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neren verlegt. Suakim ist eine echt afrikanische Stadt, blendendweiss von ferne, rings von verödeten Landschaften umgeben.Ein Theil der Stadt liegt auf einer Insel. Neuerdings haben dieEngländer die Stadt durch Befestigungsanlagen verstärkt.

Im Westen des Nil liegen in der Libyschen Wüste — so-weit sie zu Aegypten gehört — eine Anzahl von Oasen, welchenicht unerwähnt bleiben dürfen. Die wichtigste ist die OaseSiuah (im Alterthum die Oase des Jupiter-Ammon), ein wahrerGarten, mit murmelnden Bächen und spiegelnden Seen, mitQuellen, welche die Culturebene durchrieseln und von frucht-

strotzenden Feigen- und Granatbäumen beschattet werden. Vondem einst berühmten Ammonstempel ragen über Palmenwaldund Sumpf die bild- und schriftbedeckten Wände empor. Unterden Quellen der Oase befindet sich auch die „Sonnenquelle”,aus welcher Alexander der Grosse getrunken haben mag, alser „mit heiterem Gesichte aus dem Tempel des Zeus-Ammonheraustrat”. Die Oase Siuah gilt für einen der Schlupfwinkeldes agitatorischen Es-Senusi-Ordens.

Bemerkenswerth ist, dass die Oase Siuah in einem De-pressionsgebiet liegt. Der tiefste Punkt desselben (75 unter demSpiegel des Mittelmeeres) befindet sich in der Oase Arad sch,östlich von Siuah. Oestlich der Oase Aradsch liegt die letzte derDepressionsmulden mit dem Sittrahsee, dessen Wasser starksalzhaltig ist. — Im Osten des Sittrahsees liegt die Oase Bahariy e,am westlichen Rande des Kalkplateaus, welches im Bereichevon Aegypten den Nil auf dessen Westseite begleitet. — VonAradsch zieht eine Karawanenstrasse zuerst südwärts, dann süd-ostwärts über die drei wichtigsten libyschen Oasen. Die ersteist Farafrah, mit Ueberfluss an Wasser. Dann folgt — durchein wildes Felsenthal (Bab-el-Cailliaud) von Farafrah geschieden— die Oase Dachei, deren Hauptort etwa 6000 Bewohnerzählt. Auch hier hat sich die Es-Senusi-Ordensbruderschaft ein-genistet. Ein altägyptischer Tempel erinnert an vergangeneZeiten. — Die letzte der Oasen — östlich von Dachei — istCharge, Raststation der Karawanen auf dem Wege von Siutnach Dar Für. Der Dschebel-et-Ter enthält eine christlicheNekropolis mit fast 200 wohlerhaltenen Mausoleen — ein Wunderin seiner Art. Bemerkens werth ist auch der „Tempel von Hibe”durch seinen reichen Schmuck an farbigen Hieroglyphentexten.Auch die Reste mehrerer Römerburgen sind vorhanden. Chargeist die antike Oasis magna . Von hier marschirte jenes Heer desKambyses aus, das in der Libyschen Wüste spurlos verschwand.Ueber die zu Aegypten gehörende Halbinsel Sinai siehe S. 231.

II. Das Saharagebiet.

Die Sahara gehörte bislang zu den am wenigsten ge-kannten Gebieten von Afrika. Eine Reihe von erfolgreichenForschungsreisen hat unsere Kenntniss von diesem weiten Erd-raume so weit vervollständigt, dass derzeit Unklarheit über dieallgemeine physische Beschaffenheit desselben kaum mehr be-steht. In seiner Gesammtheit zeigt das Saharagebiet keineswegsein einförmiges Bodenrelief, sondern vielmehr die schärfstenContraste: mächtige Bodenanschwellungen und weitgedehnteBecken, steinige Hochplateaux und unermessliche Sandwüsten,Felsberge und Thäler, herrliche, von vegetativem Leben über-quellende Landsch aftsbil-der und unbeschreiblichöde Dünenlandschaften, inwelchen nicht das gering-ste Leben sich zeigt, wech-seln miteinander ab.

Bezüglich der räum-lichen Ausdehnung* derSahara pflegte man früherdie eigentliche grosse afri-kanische Wüste von allenumliegenden Staaten ab-zutrennen und sie als dieherrenlose Zone zwischenden Mittelmeerländern undden Sudanstaaten anzu-sehen.

Thatsache ist aber,dass die die Sahara imNorden, Osten und Südeneinschliessenden Reichestellenweise weit auf dasWüstengebiet üb ergrei-fen; fast die Hälfte vonMarokko gehört zumSaharagebiet, desgleichenein grosser Abschnitt vonAlgerien und ein klei-nerer von Tunisien; imGebiete von Tripolita-

rnen reicht die Sahara bis ans Mittelmeergestade und solltejenes Land eigentlich zum Saharagebiete gerechnet werden.Desgleichen bildet die westliche Hälfte des ägyptischenReiches mit den „libyschen Oasen” einen Abschnitt dergrossen Wüste. Von den Ländern des Sudan sind es nament-lich Wadai und das nördliche Dar Für, welche mit ihrennördlichen Grenzstrichen in die Sahararegion hineingreifen, imGrossen und Ganzen aber den stufenweisen Uebergang nachden eigentlichen Sudanländern vermitteln. — In seiner Ge-sammtheit umfasst das Saharagebiet einen Flächenraum von

Asdscher-Tuareg.

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