Karte 
Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
Entstehung
Seite
403
JPEG-Download
 

Die Inseln.

403

Capstadt.

Vi_ 4^,

*

Jmjk §

irnrti

Wiesengründen, Nadel-holz- und Laubholzhainenund Rebenpflanzungen, andie sich die üppigen Gär-ten des Mount Nelsonund tiefer unten das Häu-sermeer der Stadt an-schliessen. Die endloseSee und gegenüber dieschön geformten Blue-berge und D rakenstein-berge schliessen das herr-liche Bild ab.

Andere wichtige Oertlich-keiten in der Capcolonie (im enge-ren Sinne) sind: Port Elizabeth(18.OOO Einwohner), der bedeu-tendste Seehandelsplatz Caplands,eine Stadt von wachsendem Auf-schwünge, aber in einer über alleMaassen einförmigen Gegend. DieStadt liegt flach an der Küste, hateinige verbrannte Hügel in ihrernächsten Umgebung und offenen,unabsehbar flachen Hintergrund.

— Landeinwärts von Port Eliza-beth erstreckt sich der „Elephanten-busch”, eine Art Reservation fürdie bisher arg verfolgten Elephan-ten, welche in diesem Bereiche ge-setzlich geschützt sind. Auf demWege dahin liegt Grahamstown(12.000 Einwohner) in einer reiz-vollen Gegend. — Das schon ge-nannte Kimberley (25.000 Einwohner) im Diamantendistrict ist Plauptstadt vonWest-Griqualand.

An die eigentliche Capcolonie schliesst ostwärts Kaffrariaan, das Land der bisher unabhängigen Kaffem; es reicht imNordosten bis zur Delagoabai, doch ist die Continuität diesesGebietes durch die Provinz Natal (früher selbständige Colonie)unterbrochen. Das im Nordosten von Kaffraria gelegene Gebietwird Romansland genannt. Das ehemalige Zululand ist seitdem erfolgreichen Kriege Englands im Jahre 1879 der englischenHerrschaft unterstellt und in 13 Districte eingetheilt.

Das Basutoland, welches zwischen den Gebieten des Oranje-Freistaates und Natal liegt, grenzt südlich an des Kathlamba-gebirge und wird in seinem mittleren Theile von den hohenBlauen Bergen durchzogen. Es ist von dem mächtigenBetschuanenstamm der Basuto, der sich mit Bodencultur undViehzucht befasst, bewohnt. Die angesehensten Handwerkersind die Schmiede, welche mit Geschick arbeiten. Das Haupt-dorf ist Thaba-Bosigo in einem Seitenthale des Caledonthales.

Die Provinz Natal hat einen Flächenraum von 48.565 Qua-dratkilometer. Das Land wurde von Vasco de Gama am Weih-nachtsabend 1497 entdeckt und erhielt daher den Namen „Weih-nachtsland” (Natal). 1841 wurde es von der britischen Armeebesetzt und als grossbritannische Colonie erklärt. Das fast tropi-sche Klima wird als äusserst gesund bezeichnet. An der Küsteliegen ausgedehnte Zuckerplantagen, herrliche Kaffee- und Baum-wollpflanzungen; man gewinnt Tabak, Thee, Ingwer, Indigo,verschiedene Getreidear-ten, Ananas, Mandeln, Ci-tronen, Orangen. Es fehltnicht an Erzen und dieGrafschaft Klip-River lie-fert Steinkohlen.

Hauptort des Landes ist Pieter-maritzburg (14.000 Einwohner), einverwahrlostes Städtchen, aber in einerherrlichen Gegend gelegen, welchemit der „sächsischen Schweiz” ver-glichen worden ist — doch mussman sich die Bergformen ins Zehn-fache übertragen denken. Das Städt-chen liegt am Umsindusi oder „klei-nen Buschmannfluss”. — Pieter-maritzburg ist durch eine 86 Kilo-meter lange Eisenbahn mit D’U rb an(oder Port Natal, 6000 Einwohner)verbunden. Letzteres liegt auf einerausgedehnten Sandfläche, wahr-scheinlich auf früherem Meeresboden.

Die weite Bai ist aber von ansehn-lichen Höhen eingerahmt. Auf demnördlichen Hügelrücken liegen dieHäuser der Vornehmen. Die Um-gebung der hügeligen Partien derLandschaft ist ein kleines Paradies.

Um D’Urban befinden sich grosse Zuckerrohrplantagen. Die Vegetation ist, trotzdem,dass der Sandboden vorherrscht, eine ziemlich üppige.

Der im Nordosten von D’Urban ins Meer fallende Tugelafluss bildet dieGrenze zwischen Natal und dem Zululande. Letzteres umfasst ungefähr 30.000 Qua-dratkilometer und beherbergt zwischen 150.000 und 200.000 Menschen. Das Landsteigt in zwei Terrassen an, die von jenen Tafelbergen überragt werden, welchecharakteristisch für die Landschaften im Capgebiete sind. In landschaftlicher Be-ziehung sind die Thalgegenden am Tugelaflusse, insbesondere an seinem Mittel-läufe, von eigenthümlich düsterem Reize. Im Inneren des Landes wechseln einförmigeGrasfluren mit dichtem Buschwald ab. Letzterer tritt besonders in den Felsthälernauf. Bebautes Land findet sich selten, da die Hauptquelle des Reichthums die grossenRinderheerden, der Stolz der Zulus, sind. — Die Zulus sind der tapferste der südlichenKaffernstämme und hatten bis vor Kurzem der Regierung der Capcolonie mancherleiVerlegenheiten bereitet, welche blutige Kriege im Gefolge hatten. Nach dem letzten,mit grossen Opfern geführten Kriege annectirte England das Zulugebiet und wiesdem Volke und seinem Häuptlinge eine Art „Reservation” an. Indess hat sich dasVerhältniss zwischen diesem tapferen Kaffernstamme und der Colonialregierung nochnicht ganz geklärt und Reibereien sind noch immer an der Tagesordnung.

Die Inseln.

Der Erdtheil Afrika, dessen Kartenbild, wie bereits hervor-gehoben, höchst einförmige Umrisslinien aufweist, unterscheidetsich von den anderen Continenten durch eine auffällige Armuthan Inselbildungen. Die Inselgruppen des Atlantischen Oceans,welche zu Afrika gehören, sind „oceanische”, d. h. sie liegen

vom Festlande so weit ent-fernt, dass an deren ehe-maligen Zusammenhang mitdiesem nicht gedacht wer-den kann. Die meisten die-ser Inseln und Inselgrup-pen liegen im Bereiche derden Südatlantischen Oceanvon Norden nach Südendurchziehenden submarinenBodenanschwellung. In die-ser Beziehung sind dieoceanischen Eilande St.Helena und Ascensionals die über den Wasser-spiegel aufragenden Berg*-gipfel jenes Rückens an-zusehen.

Die um Afrika herumliegenden Inseln und Ar-chipele gehören theils demAtlantische n Ocean,theils dem IndischenOcean an.

Landschaft in Zululand (Thal des Tugelaflusses).

\>r ' y

101*