4°6
Die Inseln,
Die anderen noch zunennenden Inseln sind:
Sao-Antäo, mit einemhohen Pic und der Haupt-stadt Villa Rosario;
Fuego, bemerkenswerthdurch seinenVulcan; Säo-Nicoläo mit der Haupt-stadt Ribeir a-Brava;
Leona Vista, Majo undSal mit Salinen; Säo-Joao(oder Brava), die friicht-barste unter allen Cap-verdischen Inseln, mit derHauptstadt Säo Bap-tista.
b) Die Canari-schen Inseln (oderCanarien), im Alter- Pinguin-Inseln im Indischen Ocean.
thume die „Glück-lichen Inseln” genannt, bilden eine Gruppe von 13 Eilanden,welche zusammen 7624 Quadratkilometer umfassen; die Zahlder Bewohner beträgt etwa 290.000 Seelen. Sämmtliche Ei-lande, von welchen nur sieben bewohnt werden, sind vulca-nischen Ursprungs. Die grösste der Canarien ist Tenerifa, mitdem durch A. v. Humboldt’s denkwürdige Besteigung berühmtgewordenen 3711 Meter hohen Vulcankegel Pico de Teyde(auch „Pic von Tenerifa” genannt). — Die Insel Palma giebtdas ausgezeichnetste Beispiel von einer „Vulcaninsel” ab. In
Kratersee auf S. Miguel (Azoren).
ihrem Vulcan ist ein ungeheurer Krater ausgehöhlt, der über7 Kilometer im Durchmesser hat und von 1300 Meter hohenWänden eingeschlossen ist. — Die nördlichste der Canarien istLanzerote, welche ein lehrreiches Beispiel von grossartigenUmgestaltungen von Inseln in Folge von submariner vulca-nischer Thätigkeit abgiebt.
Die Canarischen Inseln waren bei Beginn der grossen Entdeckungsfahrten eineder ersten Stationen jener unternehmenden Weltreisenden. Seit phönikischer Zeitvöllig verschollen, wurden sie erst um die Mitte des 14. Jahrhunderts von europäi-schen Seefahrern (Italienern) wieder aufgefunden und nun nicht mehr die „Glück-lichen Inseln”, sondern die „Wiedergefundenen Inseln” genannt. Dann kam dernormannische Abenteurer Jean de Bethencourt, der im Jahre 1404 auf Lanzerotesich festsetzte. Die Insulaner (die „Guanchen”, ein Volk von berberischer Abstam-mung) setzten den Fremden Widerstand entgegen und es gab Jahre hindurch blutigeKämpfe, besonders auf der Insel FuertaVentura. Dermalen gehört die ganze Insel-gruppe den Spaniern. Die Guanchen sind in den eingewanderten Spaniern ganz auf-gegangen. — Die Hauptstadt Sta. Cruz de Tenerifa (17.000 Einwohner) liegt aufder Insel Tenerifa und ist Sitz des Generalcapitäns.
Zu den grösseren Eilanden gehören ausser den bereits genannten: Gran Canaria, 1Gomera und Ferro (Hierro). Letzteres ist bemerkenswerth durch den nach dieserInsel benannten Meridian, der von den deutschen Geographen bisher als Nullmeridianangenommen wurde, indem man ihn 20° westlich von Paris oder 17 0 39' 40" westlichvon Greenwich setzte.
Eine der wichtigsten Städte der ganzen Gruppe ist Laguna (12.000 Ein-wohner) auf Tenerifa. — In einem der schönen Gärten von Orotava auf derselbenInsel steht der berühmte Drachenbaum, der seiner riesenhaften Grösse nach alseiner der ältesten Bäume gilt, und der schon bei den Ureinwohnern der CanarischenInseln, den Guanchen, Gegenstand religiöser Verehrung war.
Die Canarischen Inseln produciren Orseille, Drachenblut, Wein, Seide undZucker. Gegenstände des Handels sind ausserdem Goldsand, Elfenbein und Palmwein.
c) Die Azoren. Sie bilden eine Gruppe von neun Eilanden, |welche zusammen 2388 Quadratkilometer umfassen; die Zahl derBewohner betrug 1881 269.401 Seelen. Die Inseln sind portu-giesischer Besitz, werden aber von den Portugiesen zu Europa 1gerechnet, da sie in der Breite von Portugal liegen. Die vor-erwähnten neun Inseln heissen: Säo Miguel, Terceira, Pico,
Felsinseln im Südindischen Ocean („Zwölf Apostel”).
merkwürdigen Kratersee („Sete Citades”),spitze der Insel.
Säojorge, Fayal,S an taMaria, Flo-res, GraciosaundCorso.
Wegen ihrernördlichen Lage(fast unter dem 40. 0Nordbreite) sindKlima und Pro-ducte jenen dessüdlichen Europasehr ähnlich. DasKlima ist mildeund gleichmässig,zwar feucht, abergesund. Säo Mi-guel besitzt einenan der Nordwest-
Die wichtigsten Oertlichkeiten sind: Angra (n.000 Einwohner), auf der InselTerceira, Sitz eines Bischofs und des Militärcommandanten, mit einer Militärakademieund anderen Studienanstalten. Die Festungswerke der Stadt sind sehr ansehnlich. —Ponta-Delgada (18.000 Einwohner), auf San Miguel, die schönste und volkreichsteStadt der Azorengruppe mit lebhaftem Handel. — Ribeira-Grande (9000 Ein-wohner), auf der Insel Miguel, eine auf blühende Stadt. — Horta (8000 Einwohner),auf der Insel Fayal, mit dem besten und besuchtesten Hafen des ganzen Archipels. —Villa das Lagens (3500 Einwohner), auf der Insel Pico, in weinreicher Gegend.
d) Madeira, im Norden von den Canarischen Inseln gelegen,ist eines der lieblichsten Eilande der Welt. In beständig milderLuft entwickelt die Natur hier ihren üppigsten Pflanzensegen;ein fast nie getrübter Himmel und ein heiter erglänzendes Meervervollständigen die Reize dieses Edens. Wer die Pflanzenweltder heissen, der subtropischen, der wärmeren und der kälterengemässigten Zone sehen und studiren will, wird sie auf Madeiraauf dem engen Raume vom Meeresstrande bis zu dem 8 Kilo-meter entfernten und 1847 Meter hohen Pico Ruivo zusammen-gedrängt finden.
Mittelpunkt dieses Paradieses ist Funchal (20.000 Einwohner),die Hauptstadt der Insel, ein Küstenort von unbeschreiblichmalerischer Lage. Weisse Häuserterrassen steigen das Uferhinan, dahinter folgen gleichfalls terrassirte Zuckerrohrplantagen,deren grelles Hellgrün im scharfen Gegensätze steht zu demtiefen schwärzlichen Farbenton der Kiefernwälder und zu demmatten Blaugrün der hohen Bergmassen. Im Meere vor derStadt liegt die pittoreske Felseninsel Loo Rok mit einem Hafen-fort auf dem Gipfel.
Madeira, welches portugiesischer Besitz ist, umfasst 815 Qua-dratkilometer und beherbergt circa 133.000 Einwohner.
Von Funchal zieht ein herrlicher Weg in Windungen an den Bergen in dieHöhe und weiter längs den steilen Thalwänden des Corral dos Freiros (d. i.„Nonnenthal”) entlang, am Rio dos Soccoridos hinan und dann in zahlreichenSerpentinen aufwärts bis zur Scharte neben dem 1825 Meter hohen Pico Torunhas,zuletzt jenseits der Scharte hinab nach Ponta Delgada, der zweitwichtigsten Oert-lichkeit auf Madeira (18.000 Einwohner), an der Nordküste der Insel. Dieser Wegbietet die grossartigsten Felsenscenerien, Bilder, wie sie ein wildes Alpenthal nichtprächtiger aufzuweisen hat. Das Innere der Insel war einst ein einziger Wald (daherder Name: Madeira = Waldinsel), der jetzt grösstentheils ausgerottet ist. Bei derBesetzung der Insel durch die Portugiesen soll ein grosser Waldbrand über 7 Jahregedauert haben. Die höher gelegenen Theile der Insel bestehen theils aus kahlemFels, theils sind sie mit jener Art von Vegetation bekleidet, welche der Portugiese
Fernando Pöo.
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