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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Die Inseln.

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Mündung des Flusses Tantamane. Hierliegt der früher erwähnte wichtige Hafen-ort Tamatave.

2. Die Comoren. Diese In-selgruppe liegt am nördlichen^Eingänge in den Canal vonMofambique und besteht ausden Eilanden Comoro, Jo-hanna, Mayotte und Mohila.

Das Gesammtareal beträgt 1606Quadratkilometer, die Zahl derBewohner 53.000 Seelen, Saka-lawen, Araber, Suaheli.

Die wichtigsten Producte sind:

Schiffbauholz, Arekanüsse, Honig, Reis,

Wachs und Zucker. — Die nominelleHerrschaft über einzelne der Inseln übenSultane aus, doch hat Frankreich imJahre 1886 sämmtliche Inseln unter seineOberherrschaft gestellt; 1500 Mann Colo-nialtruppen sorgen für die Aufrechthal-tung der Ordnung. — Das wichtigste der Eilande ist Gross-Comoro, mit einer vonNorden nach Süden streichenden Gebirgskette, welche einen fast 2600 Meter hohenthätigen Vulcan trägt. Hauptort ist Kit an da. — Johanna ist sehr fruchtbar, starkbewaldet und treibt ergiebigen Kaffeebau. — Mayotte wurde bereits 1843 von denFranzosen besetzt. — Ueber Mohila ist nichts Bemerkenswerthes zu sagen.

3. Die Amiranten und die Seychellen. Sie liegen im Nord-osten von den Comoren und sind britisches Besitzthum; ersterebestehen aus 11, meist nur 6 bis 8 Meter über den Meeres-spiegel aufragenden Koralleneilanden; die Eilande der Seychellen(30 an der Zahl) sind granitisch, erheben sich aber gleichfallsüber einer Korallenbank. Alle diese Eilande besitzen trefflicheHäfen und sind mit einer üppigen Vegetation, hauptsächlichmit Palmen, bedeckt. Die Amiranten umfassen 83 Quadratkilo-meter mit kaum 100 Bewohnern, die Seychellen 264 Quadrat-kilometer mit circa 11.000 Bewohnern. Die wichtigsten Eilandeder Seychellen sind Mähe und Praslin. Die Bewohner der-selben besuchen zur Zeit des Schildkrötenfanges regelmässigdie Amiranten.

4. Sokotra (3579 Quadratkilometer, circa 10.000 Bewohner),vor dem Cap Guardafui in äusserst wichtiger maritimer Lage,weshalb die Insel, welche dem Sultan von Keschin in Arabiengehörte, von Grossbritannien im Jahre 1876 als dessen Schutz-gebiet erklärt wurde; 1886 hat dasselbe von der Insel vollendsBesitz ergriffen. Sie ist dürr und steinig und fast ohne alleVegetation. In einigen Thälern gedeihen Dattelpalmen. Haupt-ort istTamarida mit einigen hundert Bewohnern.

5. Die Mascarenen. Diese kleine Gruppe besteht aus denzwei grösseren Inseln Reunion (oder „Bourbon”) und Mauri-tius (früher „Isle de France” genannt), von welchen die erstere1975 Quadratkilometer, die letztere 1914 Quadratkilometer Flä-chenraum einnimmt. Die Zahl der Bewohner beträgt auf Reunioncirca 180.000 Seelen, auf Mauritius circa 360.000 Seelen. Ausserdiesen Hauptinseln sind noch mehrere kleinere Eilande vor-handen, von welchen Rodriguez und Diego-Garcia die wich-tigsten sind. Die beiden letztgenannten Eilande und Mauritiussind englischer Besitz, während Reunion Frankreich gehört.

Die Insel Mauritius besitzt in Folge ihrer Lage im Indischen Ocean, gleichweit von Indien, Australien und der Capstadt, und auf Grund ihres sicheren Hafens,der mit allen Erfordernissen für die Hochseeschifffahrt ausgerüstet ist, grosse Wichtig-keit. Die Insel hat übrigens mehrmals ihren Herrn gewechselt; vom portugiesischenAdmiral Mascarenhas 1510 entdeckt, gehörte sie zuerst zu Portugal, ging jedochschon 1598 in die Hände der Holländer über, welche ihr auch den heutigen Namengaben, sie jedoch bald wieder, weil zu wenig einträglich, verliessen. Im Jahre 1721von den Franzosen als „Isle de France” zur französischen Colonie erklärt, nahm dasEiland einigen Aufschwung. Das Gedeihen der Insel im Vereine mit ihrer Lage,welche der französischen Flotte erfolgreiche Ausfälle zur Störung des englisch-indischen Handels erlaubte, erregte die Aufmerksamkeit der Engländer und führtedie Eroberung der Insel durch dieselben im Jahre 1810 herbei.

Seit der Besitzergreifung durch die Engländer datirt der blühende Stand derColonie, welcher trotz der veränderten Richtung der grossen Seeverkehrslinien seitEröffnung des Suezcanals sich bisher ungeschwächt erhalten und der Insel mit Rechtdie Bezeichnung „Perle des Indischen Oceans” eingetragen hat. — Das Klima derInsel ist im Grossen und Ganzen ein angenehmes, in den höher gelegenen Strichenauch recht gesund. Leider wüthen während der sogenannten „trockenen Jahreszeit”(December bis April) verheerende Wirbelstürme. — Den Hauptreichthum der Inselbildet die Zuckerproduction; mehr als der vierte Theil der Bodenfläche ist mitZuckerrohr bebaut und wird hier ein Neuntel sämmtliclien Rohrzuckers der Welt,im Mittel 120.000 Tonnen im beiläufigen Werthe von 5 ° Millionen Mark jährlicherzeugt. Seit Kurzem gelangte auch die Cultur der Vanille zu einiger Bedeutung.

Hauptstadt der Insel ist Port Louis (65.000 Einwohner). Die einander fastdurchwegs senkrecht schneidenden langen Strassen werden vorwiegend aus hölzernen,einstöckigen Häusern, welche mit hübschen Vorgärten versehen sind, gebildet. Stein-baut^n sind selten und beschränken sich zumeist auf öffentliche Gebäude. Im Allge-meinen zeigt die Bauart, dass man sich im Bereiche der Wirbelstürme befindet, wojede Höhenausdehnung der Bauten nach Thunlichkeit vermieden werden muss. Mittel-punkt der Stadt ist der Labourdonnaisplatz mit der Statue des gleichnamigenOrganisators der Colonie, als diese noch französischer Besitz war. In der Nähe der

Stadt befindet sich der berühmte bota-nische Garten Montplaisir, in welchemalle botanischen Specialitäten des Orientsvereinigt sind.

Die Insel Reunion besitzt zweiVulcane, der eine — der Piton desNeiges (3270 Meter) — ist längst er-loschen, während der andere — Volcan(2799 Meter) — fast in jedem Jahre aus-bricht. Die ganze Insel ist eigentlich nichtsAnderes als eine von Bergzügen unter-brochene Hochebene. Die Bewohnersind Inder (Kuli), Kaffern und Franzosen.Der sehr fruchtbare Küstensaum liefertgrosse Quantitäten von Zucker, Reis,Kaffee und Gewürznelken. — Hauptstadtder Insel ist St. Denis (36.000 Einwoh-ner), an der Nordküste gelegen, schöngebaut, aber ohne Hafen; die Rhede istallen Winden ausgesetzt. FurchtbareWirbelstürme verwüsten von Zeit zu Zeitdie Stadt und das benachbarte Inselge-biet. — Neben St. Denis sind zu nennen:St. Paul, eine blühende und seit mehrerenJahren durch Reichthum und Bevölkerungszahl mit St. Denis wetteifernde Stadt,welch letzteres sie durch ihre Lage in einer reich bewässerten Ebene (an derWestseite der Insel) übertrifft. Andere Oertlichkeiten sind St. Louis, St. Pierreund St. Joseph an der Südküste der Insel, St. Rose und St. Benoit an derOstküste der Insel.

Ueber Rodriguez (circa 110 Quadratkilometer, 1100 Bewohner) und Diego-Garcia ist weiter nichts zu sagen.

Im südlichsten Theile des Indischen Oceans liegen dieInseln St. Paul und Amsterdam, die Crozet-Inseln, dieGruppe der „Zwölf Apostel” und die Pinguin-Inseln. Allediese Inseln sind vulcanischen Ursprungs und zeichnet sichnamentlich St. Paul durch die regelmässige Gestalt eines Kraters,der indess eingestürzt und vom Meere ausgefüllt ist und einenprächtigen Naturhafen bildet, aus. Die sämmtlichen Inseln sindunbewohnt und dienen Schaaren von Seevögeln zu Tummel-plätzen.

2. Die Inseln des Atlantischen Oceans.

Wir unterscheiden die grösseren Gruppen der Capverdi-schen Inseln, der Canarischen Inseln und der Azoren;ferner einige der Küste von Afrika vorgelagerte kleinereArchipele, worunter die sogenannten Guinea-Inseln (im Golfevon Guinea) die wichtigsten sind. Hierzu kommen die oceani-schen Inseln St. Helena, Ascension, Tristan D’Acunhaund Madeira.

a) Die Capverdischen Inseln (d. i. „die Inseln des grünenVorgebirges”) bilden eine Gruppe von 11 Eilanden, welche zu-sammen 3851 Quadratkilometer umfassen und im Besitze derPortugiesen sind. Die Zahl der Bewohner betrug 1885 110.926Seelen (vorwiegend Neger und Mischlinge katholischen Glau-bensbekenntnisses). Die Inseln sind regenarm, heiss und un-gesund. Die wichtigste derselben ist San Vicente, dessenWestküste grossartige Fjordbildungen aufweist; hier liegt auchdie grösste Stadt der Inselgruppe, Porto Grande (12.000 Ein-wohner). Auf der Insel Santiago, die den 2250 Meter hohen„Pico d J Antonia” trägt, liegt die Hauptstadt der ganzen Gruppe,Porto Praia (2000 Einwohner).

Port Louis auf der Insel Mauritius.

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