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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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"Weltverkehr. — A. Die Rohproducte des Welthandels.

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aus Kleinasien; Mandeln aus Italien, Spanien und Marokko;Rosinen aus Kleinasien; Korinthen aus Griechenland (1883 für39 Millionen Mark Ausfuhr). — Im weiteren Sinne zu den Süd-früchten zählt auch die Dattel. Sie bildet aber weniger eineneinträglichen Handelsartikel als vielmehr ein ungeheuer wich-tiges Nahrungsmittel für Millionen von Menschen in Südwest-asien und Nordafrika, und überhaupt überall dort, wo Arabersiedeln. Die Dattelpalme ist die Nährmutter der islamitischenLänder in der subtropischen Region der alten Welt (vgl. S. 206).— Neben der Dattelpalme sind noch von Wichtigkeit dieKokospalme in den Tropenländern, welche den einheimischenBewohnern der Tropenzone ausser der Nahrung auch noch dasMaterial für Kleidung und Wohnung liefert; die Sagopalme,deren Mark ein vortreffliches Nahrungsmittel liefert; die Oel-palme wegen des Oelgehaltes ihrer Früchte. — Nahrungsmittelliefern ferner der Brotfruchtbaum, von dem es heisst, dassdrei Bäume für den jährlichen Unterhalt eines Menschen aus-reichen, und der Pis ang (dessen Früchte Bananen heissen),eine der wichtigsten Nahrungspflanzen in den Tropen.

Von grösster Bedeutung für den Welthandel ist dieZuckererzeugung. Man unterscheidet Colonial-(Rohr-)Zuckerund Rübenzucker. Die Cultur der Zuckerrübe hat im Laufeder Zeit einen gewaltigen Aufschwung genommen, so dass diejährliche Productionsmen-

Von den weissen Weinen ist der vorzüglichste der ChateaucTYquem. Berühmte Kellereien zu Bordeaux sind: Gestier, Cruse,Johnston, Journu, Lalande, Gevers & Stehelin u. a.

Frankreich, ist ferner die Heimat der moussirenden Weine. Schon früh-zeitig Gegenstand der Speculation, entwickelte sich die Champagnerfabrikationdoch erst gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in grösserem Maassstabe. EinzelneFirmen, welche Renomme besassen und dadurch förmlich das Monopol errangen,allein guten Champagner zu erzeugen — das alte hochberühmte Haus Veuve Cliquotin Rheims — haben sich mit der Champagnerfabrikation Millionen erworben. Späterbegann eine namhafte Concurrenz sich zu entwickeln, und in demselben Maasse, mitwelchem der Consum über die Grenzen Frankreichs hinaus sich verbreitete, steigertesich zugleich die fremdländische Production. Im Jahre 1850 gab es in Deutschlandschon über 50 Schaumweinfabriken, die jährlich circa 1*5 Millionen Flaschen ab-setzten. In Oesterreich-Ungarn war einer der ersten Schaumweinfabrikanten R. Schlum-berger in Vöslau (bei Wien), dessen Firma jetzt wohl zu den Matadoren der Schaum-wein-Industrie gehört.

Die Cultur des Kaffeebaumes ist besonders in Brasilien hoch entwickelt(1886 Ausfuhrwerth des Kaffees 286 Millionen Mark), demnächst in Niederländisch-Indien (1885 Ausfuhr 50*3 Millionen Kilogramm) und in Venezuela (1886 39*1 Mil-lionen Kilogramm). Die Kaffeeausfuhr aus Britisch-Indien repräsentirte 1887 einenWerth von 39*1 Millionen Mark. Andere Productionsgebiete von Kaffee sind: Peru,Bolivia, Mittelamerika, die westindischen Inseln. Die Gesammtmenge der Kaffee-Ernteauf der Erde beträgt ungefähr 7 Millionen Metercentner. Das vormals berühmtesteKaffeegebiet, Südwest-Arabien (Jemen), betheiligt sich mit einer nur geringen Erzeu-gungsmenge am Welthandel. Der wichtigste Kaffeehafen daselbst war in früherenJahrzehnten Mocha, jetzt ist es Aden.

Der beste Kaffeegarten Jemens ist jener von Uddein, im Nordwesten

ge des Rübenzuckers der-jenigen des Rohrzuckersfast gleichkommt. In neue-ster Zeit hatte die Rüben-zucker-Erzeugung unterKrisen zu leiden. Dergrösste Rübenzuckerpro-ducent ist das DeutscheReich mit einer jähr-lichen Erzeugungsmenge1885/86 von rund 9 Millio-nen Metercentner. Fr an k-reich und Oesterreich-Ungarn erzeugen jedesnur ungefähr halb so vielals das Deutsche Reich;

Russland producirte indem genannten Jahre 51/4Millionen Metercentner.

Der grösste Producent inColonialzucker ist dasSpanischeWestindien(1884 552 Millionen Kilo-gramm), dann N i e d e r 1 ä n-disch-Ostindien (1885402*4 Million. Kilogramm),die Philippinen (1886185 Million. Kilogramm),

Brasilien (1886 32*3 Mil-lionen Kilogramm),Chin a(1886 37 Millionen Kilo-gramm) . V on ungefähr

40 Millionen Metercentner der gesammten Zuckererzeugung derErde werden in Europa circa 60% verkauft.

Zu den Nahrungspflanzen, welche flüssige Genussartikel liefern, zählen: derWeinstock, der Kaffeebaum und der Theestrauch. Der grösste Weinproducentist Frankreich, das im Jahre 1887 2-2 Millionen Hektoliter ausführte. Die hohe Ein-fuhrziffer von 10-6 Millionen Hektoliter erklärt sich dahin, dass Frankreich grosseMengen fremden Weins (dalmatinischen etc.) zur Erzeugung des „Bordeauxweines”verwendet. Der grösste Theil der gesammten Weinproduction in Frankreich wird imLande selbst consumirt. Sehr bedeutend ist die Weinausfuhr Spaniens, 1887 833 Mil-lionen Liter. Zu den exportirenden Weinländern zählen noch Italien (1886 2-3 Mil-lionen Hektoliter) und Oesterreich-Ungarn. Im Deutschen Reiche überwiegtbeiweitem die Einfuhr.

Die französische Weinproduction verdient, ihrerWichtigkeit halber, einige weitergehende Bemerkungen. Waszunächst die Bordeauxweine anbetrifft, versteht man darunterdie auf beiden Seiten des Girondestromes wachsenden Weine.Auf diesem Gebiet — dem eigentlichen Medoc — unterscheidetman drei Arten der Gewächse von: Cotes, Palus, Terres fortesund Entre deux mers zwischen der Garonne und der Dordogne.Das Medoc bebaut etwa 20.000 Hektar Weinland und erzeugt40.000 Tonnen Wein, von dem aber nur 9000 Tonnen edleWeine sind. Die Bordeauxweine zeichnen sich aus durch einhöchst angenehmes Bouquet, viel Mark, Stärke und Geistreich-thum ohne Vehemenz, und durch leichte, milde Herbigkeit, dienur ihnen eigenthümlich ist. Die besten Sorten sind: Lafitte,Latour, Chateau-Margaux, Haut-Brion.

Holztransport aus Canada auf hoher See.

von Mocha. Die Uddeinbohne ist die edelste Sorte der Welt. Diese Landschaft er-streckt sich im Thale des Zebir und ist räumlich ziemlich beschränkt. Der zweit-wichtigste Bezirk ist derjenige von Beith-ef-Fakhi, beziehungsweise von Buld-schos, Ha di 6 und Kusmai. Andere Kaffeegärten sind jene von Mofhak undHarraz, minder ergiebige bei Dschenaad, am DjebelRas, am Gebirge Habe sch(dieser Name deutet wohl auf den afrikanischen Ursprung des Productes hin: Habesch =Abessinien) und im Baled Anas. Im Grossen und Ganzen ist das jemenitischeKaffeeproductionsgebiet räumlich sehr beschränkt, wobei zu bemerken ist, dass inner-halb dieses Gebietes die Bodenfläche, auf welcher die Cultur des Kaffeebaumes nichtstattfindet, eine grössere Ausdehnung hat, als alle Kaffeegärten zusammengenommen.

Ueberall dort, wo die Kaffeecultur betrieben wird, suchtman allenthalben durch die Verbesserung der Productions-methoden, durch die bessere und sorgfältigere Einsammlungder Früchte, und durch die rationelle Ausnützung der Arbeits-kräfte die Productionsmenge zu steigern; denn der Kaffeebedarfist sowohl in den Productionsländern, als in den importirendenStaaten noch immer im Steigen begriffen. Den höchsten Kaffee-verbrauch haben Belgien, Holland, die Schweiz und die Ver-einigten Staaten von Amerika.

Der grösste Theeproducent der Erde ist China (1886 134 MillionenKilogramm Ausfuhr), demnächst Indien (1887 32 Millionen Kilogramm Ausfuhr,Werth 94 Millionen Mark); die übrigen Productionsgebiete liefern nur geringeMengen, am meisten noch Japan (1886 Ausfuhrwerth circa 30 Millionen Mark).Der grösste Theeconsument ist Grossbritannien, welches fast die ganze chine-sische Theeausfuhr absorbirt; in zweiter Linie stehen die Vereinigten Staaten vonAmerika, dann folgt Russland, welches ungefähr den dreizehnten Theil derchinesischen Theeausfuhr über Land (Sibirien) bezieht. In den meisten anderenLändern ist der Theeconsum geringfügig ... In neuerer Zeit macht sich eine ge-

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