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Weltverkehr. — A. Die Rohproducte des Welthandels.
steigerte Ausfuhrtendenz in Mate-thee (Paraguaythee), welcher in densüdöstlichen Ländern von Südamerikacultivirt wird, bemerkbar.
Es ist bekannt, dass imWelthandel von China auszwei Sorten, der sogenannte„schwarze Thee” und der„grüne Thee” kommen, dieaber beide von derselbenPflanze herrühren und nurdurch die verschiedenen Ar-ten der Dörrung, Trocknungund weiteren Manipulationenverschieden werden und inder That in der Qualität undvielleicht auch in der Quan-tität verschieden sich zeigen.
Zu den oben erwähnten zweiSorten gesellt sich noch dersogenannte „Ziegelthee”,welcher aus minderwerthi-
gen, in Ziegelform gepressten Sorten besteht. Der Export vonZiegelthee aus China nach dem nördlichen, östlichen und cen-tralen Asien hat sich in alleijüngster Zeit von kaum nennens-werthen Ziffern auf 229.600 Metercentner gehoben. Zur Erzeu-gung des Ziegelthees werden Theestaub, Siebabfall, die gröb-sten Blätter und die Fasern verwendet. Zur Erzielung grössererConsistenz muss die Substanz durch Reiswasser gebundenwerden und die Ziegel werden durch Hebelpressen oderFormen gepresst. Die zur Verpackung dienenden Körbe sindmit Bambusgeflecht gedeckt.
Ein Vergleich der Ausfuhrmengen der verschiedenen Thee-gattungen aus China ergiebt die folgenden Ziffern in Piculs(ä = circa 60^5 Kilogramm):
ü
Getreide-Elevator in Chicago.
Schwarzer Thee . . .
Grüner Thee.
Ziegelthee.
Staub .
Zusammen
1874
1,444-249
212.883
74.791
3-504
1886
1,654-058
192.930
361.492
8 - 7*9
2,217.199
1 , 735-427
Zu der vorstehenden Gruppe von Nahrungs- und Cultur-pflanzen zählt auch der Cacao, welchen der Cacaobaum liefert.Der grösste Cacaoproducent ist Ecuador (1886 Ausfuhr 16*9 Mil-lionen Kilogramm).
Die letzte Gruppe der Nahrungsmittel bilden die Gewürz-pflanzen. Hierzu werden gezählt: der Pfeffer, und zwar,schwarzer Pfeffer” und „weisser Pfeffer” in Ostindien (Singa-
pore) und „rother Pfeffer”würznelken an den tro-pischen Küsten Afrikasund Amerikas, haupt-sächlich auf einigen ost-indischen Inseln; derZimmt, hauptsächlichauf Ceylon, dann aufden Sunda-Inseln undin Westindien; Muscat-nüsse auf den Sunda-In-seln; Ingwerwurzelnund Kardamome, er-stere in beiden Indien,China und Afrika, letz-tere in Vorder-Indien;Senf, in Europa nurin den Niederlanden inüberschüssigen Mengenproducirt, ausserdem inKleinasien und Ostindien.
b) Reizmittel u. Me-dicinalpflanz en. Hier-zu gehört in erster Linieder Tabak, welcher inden Staaten, in denen dieTabaksproduction mono-polisirt ist, ein bedeuten-des Erträgniss abwirft.
In den anderen Ländernist das Steuererträgnissaus dem Tabakhandelsehr beträchtlich, und
(Cayennepfeffer) in Afrika; die Ge-
beziffert sich zwischen 30und 200 Millionen Mark imJahre. Der grösste Tabak-producent in Europa istOesterreich-Ungarn (65Millionen Kilogramm imJahre); dasDeutscheReichund Russland erzeugen nurhalb so viel, Frankreichvollends nur den viertenTheil. Darnach ist auch derTabakverbrauch in Oester-reich-Ungarn am grössten,demnächst in der Türkei, inden Niederlanden und in derSchweiz. In den meistenLändern Europas überwiegtdie Einfuhr, doch ist auchdie Ausfuhr beträchtlich. DieEinfuhr erfolgt hauptsäch-lich aus den VereinigtenStaaten von Amerika, ausder Türkei, Ostindien (die Philippinen exportirten 1886 108 Mil-lionen Stück Cigarren), aus Westindien (1885 99 MillionenStück Zigarren), Brasilien und aus den La Plataländern.
Neben dem Tabak spielen die anderen in den Handel kommenden Reizmitteleine nur untergeordnete Rolle. Dazu gehören: das Opium, welches in China einenwichtigen Einfuhrartikel bildet und von der Regierung monopolisirt ist. Das in Chinaeingeführte Opium repräsentirt im Jahre einen durchschnittlichen Werth von 220 Mil-lionen Mark. — Das Haschisch, ein narkotisches Reizmittel, welches, namentlich inden islamitischen Ländern von Nordafrika und Südwest-Asien ungeheure Verbrei-tung gefunden hat. Die gesundheitsschädlichen Wirkungen des Haschischgenusseshaben denselben zum Glücke örtlich beschränkt und bildet das Haschischproduct(eine Hanfart) keinen Gegenstand des Welthandels. — Dasselbe gilt von anderen,wenig verbreiteten Reizmitteln: der Kolanuss in Mittelafrika, der Arekanuss undder Betelpflanze in Hinterindien, der Koka in den Anden u. s. w.
Unter den Medicinalpflanzen, welche in grosser Zahl und relativ bedeutendenMengen in den Handel kommen, steht die Chinarinde obenan. Die Heimat desChinarindenbaumes sind die mittleren Anden, wo er fast der Ausrottung verfallen ist.In überraschender Weise hat sich die Cultur des Chinarindenbaumes auf Ceylon undauf Java gleich nach den ersten Anbauversuchen gelohnt, und heute betheiligen sichdiese Productionsgebiete bereits mit ungefähr 80% an der Gesammterzeugung, welcheauf rund 10*5 Millionen Kilogramm zu veranschlagen ist.
c) Nutzhölzer. Die Waldbestände Europas reichen derzeitnicht mehr aus, um den grossen Bedarf an Nutzhölzern zudecken, wenngleich einzelne Staaten — Russland, Skandi-navien und Oesterreich-Ungarn — eine reichliche Wald-bedeckung aufweisen. Etwa ein Drittel des europäischen Be-darfes wird von der Union und von Canada gedeckt, welchletzteres heute der erste Holzproducent der Welt ist. Die un-geheuren Bestände Sibiriens, welche die grössten geschlosse-nen Waldcomplexe der Erde einnehmen, werden noch gar nicht
Baumwollhafen am Mississippi.