Weltverkehr. — B. Die Verkehrsmittel zu Land.
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o) Die ostsibirische Post- und Handelsstrasse von Irkutsk der Lena entlangüber Jakutsk nach Ochotsk.
p) Die syrisch-arabische Pilger- und Handelsstrasse von Damascus über Me-dina nach Mekka. — Im Anschlüsse hieran die Karawanenstrasse von Damascusdurch das Euphratthal nach Bagdad und Basra; ferner die Karawanenstrasse vonMedina durch Ho'charabien (über Hail) nach Basra einerseits und von Mekka durchHocharabien (über Riad) nach El Katif am Persischen Golfe andererseits; schliesslichdie Karawanenstrasse von Mekka durch Asyr und Jemen nach Aden.
q) Die syrisch-ägyptische Karawanenstrasse — einst ein berühmter Handelswegund die Marschroute zahlreicher Erobererheere — welche am Nordrande der Sinai-Halbinsel verläuft, spielt jetzt eine ganz untergeordnete Rolle. Dagegen wird diePilgerroute von Suez über Akabah und durch Hidschaz nach den Prophetenstädtennoch vielfach frequentirt.
In Afrika:
a) Die Karawanenroute von Tanger nach Marrakesch (Marokko), weiter überdas Atlasgebirge und durch die westliche Sahara nach Timbuktu am Niger. — ImAnschlüsse hieran die Handelsstrasse von Timbuktu über Walata nach Bakel amSenegal und von hier nach St. Louis an der Küste des Atlantischen Oceans.
b) Von Oran, Algier und Tunis gehen drei wichtige Karawanenstrassen aus,welche sich in El Golea im äussersten Süden von Algerien zu der grossen Handels-strasse vereinigen, welche über Ain-Salah und Tuat und weiter durch die Saharanach Timbuktu zieht. — Anschliessend hieran die Route Ain-Salah-Rhadames-Tripoli.
c) Die Karawanenstrasse Tripoli-Murzuk-Kuka, welche Nordafrika in seinerMitte von Nord nach Süd durchschneidet und derzeit- wohl die wichtigste Handels-verbindung zwischen dem Sudan und der Mittelmeerküste ist.
In Australien, wo Eisenbahnen nur an den südlichen und an den östlichenKüstenrändern vorhanden sind, breitet sich ein Netz mehr oder minder wichtigerLandwege über das ganze östliche Drittel des Erdtheiles; eine Transversalstrasse durchden ganzen Continent ist indess nicht vorhanden; ein Schienenweg, als Ueberland-route, ist in der Richtung des bestehenden grossen Ueberlandtelegraphen (siehe diesen)projectirt.
II. Schiffbare Flüsse und Canäle.
Während der oceanische Schiffsverkehr internationalerNatur ist ; hat die Flussschifffahrt eine rein locale Bedeutung;dort sind dem Verkehr gewisse charakteristische Züge ge-meinsam; hier überwiegt; wie im Eisenbahnwesen; das indivi-duelle Gepräge, welches durch klimatische; oder rein geogra-phische Ursachen bedingt wird. Die Wasserader ist ; wie derSchienenweg; eine vorgezeichnete Bahn. Immerhin ist dieFlussschifffahrt von grosser Wichtigkeit; da sie das Mittel- undBindeglied zwischen dem unendlich mannigfaltigen Landverkehrund dem nicht minder mannigfaltigen Seeverkehr ist.
Befrachtung einer Karawane.
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d) Die Karawanenstrasse von Tripoli über Rhat, Tintellust nach Sokoto undzum unteren Niger.
e) Die Karawanenstrasse von Bengasi über Audschilah, Kufra und Borku nachWadai, und im Anschlüsse hieran die Transversalroute von Murzuk über Audschilahund die Oase Siuah nach Kairo.
f) Die Karawanenstrasse von Siut einerseits und von Luksor andererseits durchdie Libysche Küste nach Fascher in Dar Für.
g) Durch den ganzen Sudan von Westen nach Osten verläuft ein wichtigerKarawanenweg als Handelsroute von St. Louis in Senegambien nach Timbuktu, vonhier nach Sokoto und Kuka, weiter nach Wadai und El Fascher und zuletzt überChartum und Berber nach Suakim.
h) In Aequatorial-Afrika ist — abgesehen von der Congoroute — die wich-tigste Handelsstrasse jene vom Njangwe am Oberen Congo nach Udschidschi amWestufer des Tanganjikasees und von hier nach Bagamoyo und den übrigen Häfender sansibarischen (jetzt deutsch-ostafrikanischen) Küste.
i) In Südafrika ist eine einzige Binnenhandelsstrasse von Wichtigkeit zu nennen:die Route von Capstadt durch das Capland und das Betschuanenland über Schoschongzum mittleren Sambesi.
In Südamerika führen von allen wichtigeren Hafenstädten an der atlantischenKüste secundäre Handelswege in die Hoch-Anden und über dieselben nach denschiffbaren Flüssen und Eisenbahnkopfstationen auf der Ostseite der Cordilleren.Ausserdem durchzieht eine Handelsstrasse die Hoch-Anden in nordsüdlicher Richtungvon Cuzco über La Paz und Sucre und von hier über Tupiza und Salta nach Tucu-man in Argentina, dem Ausgangspunkte der Bahnlinie Tucuman-Buenos Aires. —Eine wichtige Wegverbindung, welche in Bälde durch eine Eisenbahn ersetzt werdensoll, ist jene von Santiago über die chilenischen Anden nach Mendoza in Argentina,von wo die argentinische Transversalbahn über Villa Nueva nach Buenos Aires verläuft.
In Brasilien spielen die Landcommunicationen — von den Flussläufen abge-sehen — keine hervorragende Rolle.
Die Flussschifffahrt ist ; wie erwähnt; räumlich gebunden.Nur dort; wo die Hauptströme von schiffbaren Nebenflüssengespeist werden; bildet sich ein förmliches Verkehrsnetz. Dazugesellt sich das Werk von Menschenhand — der Schifffahrt-canal — und da der Wasserweg die billigste und nutzbrin-gendste Verkehrsstrasse ist; kann es nicht wundernehmen;wenn gerade die reichsten Länder der Erde das entwickeltsteCanalnetz aufweisen.
Wie nicht anders zu denken ; war England auch in derDampf-Flussschifffahrt bald allen übrigen Ländern weit voraus.Im Jahre 1830 — dem Gründungsjahre der österreichischenDonaudampfschifffahrt-Gesellschaft — zählte man in Englandbereits über 300 Dampfboote. — Auf dem Continent fand derDampfbetrieb auf den Flüssen und Strömen früh Eingang,entwickelte sich aber unter der Ungunst der politischen undwirthschaftlichen Verhältnisse ungemein langsam und schwer-fällig. Auf dem Rhein tauchte das erste Dampfschiff schon imJahre 1818, auf der Donau 1830, auf der Elbe 1833 auf. Einengrossartigen Aufschwung nahm der Dampfer verkehr auf Europasdrittgrösstem Strome, der Donau, deren Dampfschifffahrt-Gesell-schaft derzeit die grösste Stromverkehrsanstalt in Europa ist.
Der Stromverkehr, wenn auch nicht so dicht und eng-maschig wie der Eisenbahnverkehr, spannt ein weites Netzüber ganz Europa, vom Guadalquivir bis zu den grossen Strömen
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