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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Weltverkehr. D. Weltpost und internationaler Telegraphenverkehr.

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Land

Zahl

der

Post-

ämter

Anzahlder Post-sendungen(Stück)

Land

Zahl

der

Post-

ämter

Anzahlder Post-sendungen(Stück)

Deutsches Reich . .

18.688

2144

Mill.

(Niederländ.-Ostind.)

198

8*2

Mill.

Dominikanische Re-

Oesterreich - Ungarn

8.644

818*6

n

publik (1885) . .

44

319.OOO

Paraguay.

p

304.000

Frankreich (1887) . j

6.893

1493

Mill.

Persien (1885) . . .

74

i -5

Mill.

Griechenland ....

226

13*9

r>

Peru (1878).

300

4-8

n

Grossbritann. (1887)

17.191

2169*8

n

Portugal.

1.038

38-3

r>

(Ostindien) ....

6.967

255

V

Rumänien.

302

I 93

n

(Cypern, Hong-

Russland.

5*094

290*1

r>

kong u. Labuan,

Schweden.

3*570

IOI*I

n

1885).

27

2-8

Norwegen.

1 217

448

T)

(Canada).

7*295

114

Schweiz.

3.005

197*4

n

(Guyana, Westin-

Serbien.

54

8-5

n

dien, Honduras,

Spanien (1884) . . .

2.655

I 53

n

1885).

172

1*4

n

Tripolis.

33

?

(Australien, 1885)

5* OI 4

240*5

n

Türkei.

1-154

?

Japan .

4*799

115-6

Uruguay.

438

n *4

r>

Italien.

4997

4364

n

Venezuela (1885). .

162

2-7

r>

Mexico (1885) . . .

999

14-1

n

Verein. Staaten von

Niederlande.

1*253

176-4

n

Amerika (1887)

55.157

3088*3

« 1883

Der Gesammtumfang des Geldverkehrs der Post be-trug im Jahre 1884 in den Ländern des Weltpostvereins(nach M. Geistbeck):

rund 150 Mill. Postanweisungen im Betrage von 7076 Milk Mark 20 Postaufträge . 931-5

12-5 Nachnahmesend. 97

40*5 77 Briefe mit Werthang. 3 2 *o 79 77 77

26*5 Packete mit Werthang. 8.956

Der Gesammtbetrag dieser (rund) 250 Millionen Werth-sendungen belief sich somit für das genannte Jahr auf die un-geheuere Summe von nahezu 50 Milliarden (49.139 Millionen)Mark.

In demselben Jahre be-trug die Gesammtstück-zahl der von der Post aufder ganzen Erde beförder-ten Packete (mit und ohneWerthangabe) nach der Ber-ner Statistik über 180 Mil-lionen . . . Die Gesammtzahlder im Jahre 1884 auf derganzen Erde befördertenPostsendungen ist auf mehrals 12.000 Millionen zu ver-anschlagen.

II. Telegraphen-leitungen Telephon Flugtechnik.

Wenn jedes Verkehrs-mittel einen Culturfortschrittbedeutet; weil es die Men-schen einander näher bringt;ist der Telegraph dasjenigeVerkehrsmittel; welches dasLeben und Denken der Völ-ker und Staaten zur Einheitgemacht und eine Inter-essengemeinschaft geschaf-fen hat; wie keine Zeit sievorher kannte. Wohin keinVerkehrsmittel und keinesMenschen Fuss gelangt;bringt der TelegraphendrahtNachrichten; vermittelt dasLeben und Denken der Völ-ker, rückt sie einander näherund vertritt ihre vitalstenInteressen. Der menschlicheUnternehmungsgeist hat diegeheimniss volle N aturkraftauch durch die Tiefen desWeltmeeres geleitet. So ist esdenn heutigentags möglich,

Postwagen.

binnen wenigen Stunden in die entferntesten Theile der ErdeNachrichten zu verbreiten. Vier Stunden beispielsweise genügen,um eine Anfrage von London aus nach Melbourne in Australien,oder nach Buenos Aires in Südamerika zu richten.

Die Telegraphenleitungen werden in oberirdischeund unterirdische, ausserdem in submarine Leitungen ein-getheilt. Sowohl bei den unterirdischen, als bei den submarinenLeitungen ist eine besondere Art von Leitungssträngen in Ver-wendung, welche man Kabel nennt. Bei den unterirdischenLeitungen werden die Drähte mit einer Guttaperchahülle, dieDrahtstränge der Kabel aber mit einer mehrfachen Hülle vonGuttapercha und Manilahanf versehen, wodurch solche Leitungs-stränge oft einen grossen Querschnitt (bis zu 7 Centimeter unddarüber) erhalten.

Durch die Schöpfung der grossen transoceanischen Kabel-leitungen, welche im Jahre 1857 mit der Legung des erstentransatlantischen Kabels zwischen Irland und Neufundland ihrenAnfang nahm (die erste unterseeische Leitung überhaupt, jenezwischen Dover und Calais, wurde im Jahre 1850 eröffnet), er-langte der Telegraph erst seine universelle Bedeutung, wodurcher zu einem hervorragenden Factor im Weltverkehr wurde. Dieerste transatlantische Kabeldepesche wurde am 5. August1858 abgegeben. Die Kosten einer solchen Depesche warenauch in den folgenden Jahren noch so bedeutend, dass dieKabelleitungen von einer allgemeinen Benützung so viel wie aus-geschlossen waren. Die Taxe für ein Telegramm von 20 Wortenbetrug nämlich noch bis zum Jahre 1867 400 Mark; im Jahre 1870noch 70 Mark, seit 24. Dec. 1884 nur mehr i*6o Mark pro Wort,seit 5. Mai 1886 vollends nur mehr 0*25 Mark. Vom 1. Sept. 1888an ist indess wieder die höhere Wortgebühr von 1*5 Mark inKraft getreten. Diese Ziffern allein sprechen für den unge-heueren Aufschwung der Kabeltelegraphie und für ihre weit-gehendste Ausnützung, denn ohne die letztere wäre es unmög-lich, die ungeheuer kostspieligen Leitungen bei den nunmeh-rigen geringen Gebühren zu verzinsen.

Auf der sechsten inter-nationalen Telegraphen-conferenz zu Berlin imJahre 1885 wurden Beschlüssegefasst, welche eine inter-nationale Einheitlichkeit desTelegraphenverkehrs (ähn-lich den Einrichtungen desWeltpostvereins) anbahnensollen, ein Ziel, das nachUeberwindung der noch vor-handenen Schwierigkeitensicher erreicht werden wird.Gegenwärtig umfasst derinternationale Telegra-phenverein (mit dem inter-nationalen Bureau der Tele-graphen -Verwaltungen inBern) 40 Staaten und die-Commercial Cable Com-pany.

Die wichtigsten Telegra-phenlinien der Erde sind:

I. Continentallinien:

1. Der europäisch-indische Ueber-landteiegraph. Derselbe verläuft bisAbuschir im Persischen Golfe indoppelter Linie, einerseits über Con-stantinopel, Bagdad und Basra, an-dererseits von Russland über Tiflis,Teheran und Isfahan. Von Abuschirbis Jask läuft eine Kabelleitung, eben-so zwischen Gwadur und Karratschi.Von hier zieht die Telegraphenleitungüber Land nach Bombay, Madrasund über Calcutta bis Mulmein inHinterindien.

2. Der sibirische Ueberlandtele-graph. Er zieht von St. Petersburgüber Kasan, Perm, Tjumen, Omsk,Tomsk, Krasnojarsk, Jrkutsk, Ner-tschinsk nach Nikolajewsk am Ochot-skischen Meer und Wladiwostok amJapanischen Meer.

3. Der australische Ueberland-telegraph. Er zieht von Port Darwinin Nordaustralien nach Melbourne inSüdaustralien (Näheres hierüber Seite283.) Ausserdem läuft eine Leitungvon Melbourne längs der Ostküsteüber Sydney nach dem Golf von

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