Erstes Kapitel.
Grundzüge der Hypothese. — Betrachtung derselbenvom kosmischen Standpunkte.
Die Hypothese einer Drehung der starren Erdkrustesucht nachzuweisen, dass, seitdem über dem feuerflüssigenErdkerne, durch Abkühlung der Oberfläche Konden-sation des Wasserdampfes und fortschreitenden Sediment-bildungen eine zusammenhängende, aber nicht überallgleich schwere Kruste entstanden ist, deren schwerereTheile, wenn sie ausserhalb der Ebene der Sonnen-anziehungskraft und der Rotations -Ebene der Erde lagen,durch diese beiden Kräfte mit grösserer Gewalt als dieminder schweren Theile gezogen, das Bestreben haben,in den grössten Kreis der Rotations -Ebene der Erde —dem Aequator — zu gelangen. Dieser ist zugleich diemittlere Ebene der Sonnenanziehungskraft, so dass beideKräfte vereint wirken und eine allmähliche Verschiebungder Kruste über den in seiner Lage und Bewegung sichfast gleichbleibendenRotations-Ellipsoid des feuerflüssigenErdkernes verursachten und noch gegenwärtig bewirken.
Das an Schwere der Kruste wahrscheinlich an fünf-undfünfzig Mal überlegene Erdinnere und das die Erd-oberfläche überspannende Gradenetz ist in seiner Lagegleichbleibend zu denken, während die Krustenhohlkugelunter dem Gradenetze und über den feuerflüssigen Kernhinweg durch die oben erwähnten Kräfte in eine sehrlangsame drehende Bewegung versetzt wird und seit
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