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dem Bestehen der festen Kruste in verschiedenen geo-logischen Perioden nach verschiedenen Richtungen ver-schoben wurde.
Gegenwärtig dreht die überwiegende Kraft der Land-massen der alten Welt und Südamerika’s die ganze Erd-kruste derart, dass mit der Zeit der Aequator über demasiatischen Hochlande und Europa zu liegen kommt.
Denkt man sich zur Eocänzeit, wo Europa , nachder Eauna und Flora zu schliessen, ein tropisches Klimabesass, also in der Nähe des Aequators lag, den Süd pol , südatlantischen und indischen Ocean von einemgrossen Kontinente eingenommen, so müsste derselbe,ähnlich wie jetzt die alte Welt, aber in entgegengesetzterRichtung, die Kruste damals allmählich derart ver-schieben , dass das eocäne europäische Aequatorallandimmer höher nach Norden gelangte, so dass der Nord pol , der zur Eocänzeit wahrscheinlich über dem grossenOcean in der Gegend der Aleuten stand, nach und nachbis in die Gegend von Spitzbergen herüberrückte, d. h.scheinbar, da die Kruste sich unter ihm auf diese Weiseverschob, was für Europa die Eiszeit zur Folge hatte.
Das Vorkommen fossiler tropischer Organismenin jetzt gemässigten ja sogar arktischen Ländern, dieeuropäische Eiszeit und deren Aufhören, das Verschwindender eocänen tropischen Flora Europas , während sichdiese auf den Sunda-Inseln — den einen Axenpunktder früheren Drehung — ziemlich unverändert erhaltenhat und noch mehrere andere geologische Wahrnehm-ungen finden durch diese Hypothese eine ebenso ein-fache als naturgemässe Lösung.
Ein günstiges Zeichen für die Richtigkeit derselbenist es eben, dass sie nicht in Widerspruch mit anderenNaturerscheinungen gelangt, sondern mit fast allen geo-