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Die Drehung der Erdkruste in geologischen Zeiträumen : eine neue geologisch-astronomische Hypothese / von Carl Freiherrn Löffelholz von Colberg
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400 Jahren in fortwährendem Sinken, während von derdeutschen Xordpolexpedition 1869 an der Insel Shannonder Ostküste bis 100 mt. hohe alte Strandlinien wahr-genommen wurden. Dr. Kane fand an der WestküsteGrönlands unter 76° 20 nördl. Br. ein verlassenes Eskimo-dorf, dessen Hütten das Meer bereits 7.11 zerstören be-gann. Nördlich vom Wostenholm Sund unter 77 0 be-obachtete er dagegen ein Steigen des Landes, also eineUnregelmässigkeit in der Bewegung, die sich ja auch inder verschiedenen Höhe alter Strandlinien öfters wieder-findet. Unzweifelhaft sind die Bewegungen der Erd­ kruste nicht auf die Küstenländer, wo sie eben nurleichter zu erkennen sind, beschränkt, sondern findenauch im Binnenlande statt. Die Aenderung der Fluss-läufe in der Nähe der kaspischen Einsenkung, und dieVeränderungen an diesem Meere selbst scheinen daraufhinzudeuten. Das Südufer bei Baku und Derbent wirdvon seinen Gewässern immer mehr überflutet, währenddie Nordufer höher werden; eine Verdrängung des Meer-wassers durch die Flusssedimente müsste auch eineUeberschwemmung der Nordufer zur Folge haben.

In dem Heftchen »Fortschritte der Geologie« (18S0,Leipzig , E. H. Mayer) steht folgende Bemerkung: Ringsum den Nordpol und bis weit herab ist die Summe dernegativen Bewegung der Strandlinien grösser als jeneder positiven; (Land steigend). Gegen Süden hin nähernsich jedoch diese Summen. In den tropischen Gewässern,in den Regionen der Korallenbauten, tritt der entgegen-gesetzte Fall ein. es überragt die positive Bewegung(Land sinkt). Weiter gegen Süden, etwa über dem25 035 0 südl. Breite, beginnt in Südamerika , Südafrika ,Südaustralien und Neuseeland abermals das Terassen-land des Nordens, dasselbe Uebergewicht der negativenBewegung.