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Die Drehung der Erdkruste in geologischen Zeiträumen : eine neue geologisch-astronomische Hypothese / von Carl Freiherrn Löffelholz von Colberg
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Die Drehungstheorie folgert aus der Abplattungder Polargegenden ein Sinken der über jene gelangendenKrustentheile.

Besonders das oben erwähnte Versinken Schott­ lands und Irlands , gerade zu jener Zeit, als, wie diefossilen Conchilien beweisen, die Kälte ihren Höhepunkterreicht hatte, stimmt damit überein, indem die Nord-drehung jene Länder in höhere Breiten brachte.

Die Krustenbewegungen Grönlands und Skandina­ viens in bedeutender hintfernung von thätigen Vulkanenscheinen anzudeuten, dass die säkularen Hebungen undSenkungen nicht Folgen, vulkanischer Wirkung sind, undeben nur dort stattfinden, wo Neuanpassungen über dasErdinnere die Kruste bei der allmählichen Drehungdazu zwingen. Dagegen können solche Bewegungen An-lass zu vulkanischen Ausbrüchen geben, wenn die Dis-lokationsspalten eine offene Verbindung mit dem Erd-innern schaffen, wie es beim Krakatao der Fall zu seinscheint, wo die Gewalt zweier einander entgegen wir-kender Kontinentalmassen in der Zukunft noch viel gross-artigere Beweise ihrer Kraft geben wird, als es derAusbruch jenes Vulkanes im Jahre 1883 war, bei welcherGelegenheit etwa 15 Qudr.-km. Land unter das Meerversanken, während zwei kleine Inseln neu auftauchten.

Aehnliche Vorgänge scheinen sich im ägäischenMeere abgespielt zu haben, da vermuthlich die InselChryse versank, nnd damit das Aufhören des Lemm-nischen Feuers« zur Zeit Alexanders des Grossen imZusammenhänge steht.

Dass nicht durch ein allgemeines Fallen oder Steigender Meeresfläche die alten Strandlinien entstanden seinkönnen, und die oft wechselnden Fluktationen in derMeeresbedeckung früherer Perioden der Erdkruste her-beigeführt wurden, das ergiebt sich aus der so ver-