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Die Drehung der Erdkruste in geologischen Zeiträumen : eine neue geologisch-astronomische Hypothese / von Carl Freiherrn Löffelholz von Colberg
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ratur zum grossen Theil dem Einfluss der warmen Golf-stromgewässer; diese halfen zum Verschwinden der Eis-zeit mit, konnte diese aber nicht herbeiführen und istüberhaupt nur von zeit- und örtlich vorübergehenderBedeutung. Auch das jetzt noch stattfindende Zurück-gehen der europäischen Gletscher kann nicht den schonlange bestehenden Einfluss des Golfstromes zugeschriebenwerden.

Professor Zittel führt in seiner »Urzeit« die AngabenO. Heers an, dass nach der eocänen Flora zu schliessen,damals Mittel-Europa eine Jahrestemperatur von 25 0 C.gehabt haben müsse; zur unteren Miocänzeit war fürdie Schweiz das Jahresmittel auf 20 1 / a °, im darauffolgendenoberen Miocän bereits auf i8 1 / 2 u zurückgegangen undzur Eiszeit herrschten sogar in den Alpen, besondersaber in Schottland und in Skandinavien klimatische Ver-hältnisse , wie man sie gegenwärtig etwa in dem hoch-arktischen Spitzbergen wieder findet.

Aber nicht blos geologische Spuren der Veränder-ung des Klimas lassen sich finden, sondern auch hi-storische.

So wechselte nach der Eiszeit bis jetzt in Jütland dreimal die Waldvegetation; zur ältesten Steinzeit warenFichten-, dann Eichen- und gegenwärtig sind Buchen-wälder vorherrschend.

Als die Normänner im 10. Jahrhundert zuerst Grön­ land entdeckten, nannten sie es das »grüne« Land nachdem üppigen Pflanzenwuchs, den sie dort fanden; heuteist das ganze Land eine eisüberflossene Wüste.

Im »Sammler« j 11 /, 1886) ist folgendes zu lesen:»Der bekannte »älteste Mann« weiss sich keiner so grim-migen Kälte zu erinnern, als sie am 8. und 9. Januar 1886in den Vereinigten Staaten mit Ausnahme Californiensgeherrscht hat. In der That ist es nachgewiesen, dass