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die Winter in Nordamerika von Jahr zu Jahr heftigerauftreten, und das überhaupt ein anderes Klima auf-weist, als wie die Ansiedler es noch vor einem Menschen-alter antrafen. Die meisten Staaten scheinen um einigeGrade nördlicher gerückt. New-York , das in gleicherBreite mit Neapel liegt, hatte —6° mit Schneesturm:im Nordwesten —45 °, so dass Branntwein gefror; imnördlichen Minesota von — 46—49 0 «. In den Südstaaten,die bis — io 0 hatten, erfroren die Orangen- und Bananen-Bäume, sowie bei Nevv-Orleans das Zuckerrohr.
Solche Ausnahmstemperaturen sind zwar nicht mass-gebend, aber der Ausspruch, dass seit Menschengedenkendie Winter kälter wurden im Zusammenhänge mit derVereisung Grönlands , nicht ganz werthlos.
Ist die Hypothese einer Drehung der Erdkruste richtig, so müssen sich auch in anderen Gegenden dieSpuren eines allmählichen Klimawechsels finden lassenund dem scheint in der That so zu sein. Als Europa zur Eocänzeit noch unter den Tropen lag, müssen diejetzigen Tropengegenden sich in kälteren Zonen be-funden haben; Südafrika und Patagonien lagen damalswahrscheinlich nahe oder innerhalb des südlichen Polar-kreises und Beobachtungen von Forschern scheinendarauf hinzuweisen.
Professor O. Lenz begegnete auf seiner 1876 erAfrikareise*) solche Vorkommen. Am Ogowe-Fluss in der weiten Ebene des Okande Landes fand er dasHochland mit mächtigen Lehm bedeckt, auf dessenHügeln und Ebenen zahllose erratische Gneiss- undGranitblöcke lagern wie er dort nirgends ansteht. Leiderist Grösse und Form der Blöcke — ob eckig oder ge-
*) Verhandlungen d. k. k. geolog. Reichs-Anstalt 1876, Heft 10,Seite 231.