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Sylvicultura oeconomica oder hausswirthliche Nachricht und naturmässige Anweisung zur wilden Baum-Zucht : nebst gründlicher Darstellung, wie zuförderst durch göttliches Benedeyen dem allenthalben und insgemein einreissenden grossen Holtz-Mangel, vermittelst Sae-, Pflanz- und Versetzung vielerhand Bäume zu rathen, auch also durch Anflug und Wiederwachs des so wohl guten und schleunig anwachsend, als andern gewüchsig und nützlichen Holtzes, gantz öde und abgetriebene Holtz-Ländereyen, Plätze und wiederum holtzreich, nütz und brauchbar zu machen ... / Hannss Carl von Carlowitz : alles zu nothdürftiger Versorgung des Hauss-, Bau-, Brau-, Berg- und Schmeltz-Wesens, und wie eine immerwährende Holtz-Nutzung Land und Leuten, auch jedem Hauss-Wirthe unschätzbaren grossen Aufnehmen, pfleglich und füglich zu erziehlen und einzuführen : worbey zugleich eine gründliche Nachricht von dem in Churfl. Sächs. Landen gefundenen Turff, desen natürliche Beschaffenheit, grossen Nutzen, Gebrauch und nützlichen Verkohlung befindlich
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dsp. VII. Von Nothwendigkeit und Nutzen

Lag, daß was zum öffrern allen andernDingen nachgesetzet worden, künfftiger Zeitvor das nöthigste gehalten und hochgeschätzetwerden muß- Also verhält sichs auch mitdem wilden Holtz - Anbau, derselbe ist biß-hero und fast gar für nichts geachtet worden,ja niemand hat daran gedacht, geschweigeHand angeleget, und nun sehen wir, daßman selbiges nicht mehr entrathen, und weni-ger, als einer andern grossen und imporranrenSache, entbehren möge, auch daß es wohlwürdig sey, alle menschliche Kraffte zu aälli-diren, solchen in einen gewünschten Standzu setzen, wo man anders die Würdigkeit ei-nes Dinges nicht nach der Einbildung undübeleingerisseneu Welt - Meynung, sondernnach der Lhat und Wahrheit schätzenwolle.

i/. Man überlege in etwas undzehle, wie viel auf einen verwüsteten undnicht völlig angeflogenen und bewachsenenAcker Holtz an Bäumen befindlich, und setzedargegen, wie viel Stämme mehr, als jetztalda verhandelt, darauf stehen tönten, dawird man finden und ersehen, daß viel dar-an mangeln, und daß solches nur von desBesitzers Nachlässigkeit herrühre. Wennman nun auf so viel woo. Acker eine Aus-rechnung machet L. «. Es mangeln auf ei-nem Acker nur 20. Stämme, so träget esauf ivoo. Acker 20000. Stamme, und ineines ganßen Landes Koller viel ivoooo.aus, welches, wie jederman gestehen wird,keine Sache von geringer llnporranL ist,wenn solche durch Säen und Mantzen ver-mehret werden können. Und ob gleich ge-sagt! werden wolle, wenn so viel ivoo.Stamme mehr, als sonstcn, auf eine gewisseKeller geseßet und gepflantzet würden, so töntesolche das Land nicht ertragen, oder ihnengnugsame Nahrung geben, oder es würdewenigstens den Grund und Boden sehr aus-bauen und mager machen ; so wird dochdie vorsichtige Natur hierauff selber antwor-ten, nehmlich baß ein jeder Baum seineDüngung jährlich selbst bey-und auf sichtrage und von sich werffe, nehmlich das Laub,Sprößlein, Aestlein, Blüthen, Schalen,Dangeltt und die Fettigkeit, so von ihm durchsFegen - und Schnee - Wasser abgewaschen,und dadurch Grund und Boden wieder verbessert wird.

H. ig. Man conlicierire nun ferner,was vor Nutzen zu hoffen, wenn so vielStock-Räume, leere Platze und von zah-men und wilden Vieh verbissene und ver-hüttete Holtz-Refieren besäet und bepsiantzctwerden, und wenn solche mit Holtz wohl be-standen, oder wohl angeflogen, um wie vielmehr und höher selbige zn raxiren , als dieleeren Platze, so jetzo von keinem Werth sind.Es ist auch leicht zu juöiciren, wie ein Land,so mit Holtz wohl bewachsen, gegen eines, sovon solchem wüste, zu Llllmiren, und wieviel hingegen die 'llaxa, eines gegen das an-dere gerechnet, bey so viel 1000. AeHru der-gleichen leeren Plätzen und Stock-Räumenan Werth dem Eigenthums-Herrn fallen,mithin solches so wohl Ihn, als auch denAnwohnenden in ihrer Nahrung Schadenbringen müsse ; wenn daher» hiesiger Lan-de Wälder, so bald solche abgetrieben, wie-der in Anfing bracht würden, um wie vielDonnen Goldes waren solche vorjetzo mehrwerth, als sie nicht sind ? Bey dieser Be-wandniß will allen und jeden Haußwirtheu,die GDTT mit Höltzem und Wäldernbegäbet, ohn Zweiffel obliegen, daß sie alsLandes-und Hauß-Väter, Vorsorge undAnstalt treffen, damit solche in beständigenund Lonlluuirlichen Nutzen erhalten werden,auch von jeder Gattung und der besten ArtHoltzes dabey erwachse und verbanden, in-sonderheit kein unbesaeter, oder unbcpflanß-ter Platz und Raum darinnen zn findensey.

§. 19. Man hat dabev nickt nöthig,sich alleiue weitläuffrig auf Befehle undVerordnungen zu beziehen. Die heiligeSchrifft giebt uns hierzu Befehls genug.Denn es hat ja die höchste Göttliche Maj.dem Menschen das Land bauen, und also dieGewächse, folglich auch das wilde Holtz fort-pflantzen heißen. Oeu. u.v. 5. «X Son-derlich aber ist nach dem Sünden - Fall sei-nem allerheiligsten Willen gefällig gewesen,daß er dem Menschen nicht unmittelbarerWeise, sondern wenn auch dieser seiner Hän-de Arbeit anlegen würde, Nahrung und Un-terhalt geben »volle. Abraham kam diesenselber nach, indem er (Kn. XXl. Baume,oder vielmehr, nach der Grund-Sprache, ei-nen Wald oder Gehöltze pflantzete. Hier-uechst so ist das Säen und pflautzen desHoltzes für eine lobeus-würdige, ehrlich und