Vorrede.
aus menschlicher Schwachheit etwan geirret,oder ich die gegenseitige Meynungvor wahrscheinlicher befunden, von ihm abzugehen.
§.z Den beyden berühmtenEnglandern als dem Lvelin und 6 urr^l_ 3 n^ habich bey diesem Traetat unterschiedenes zu dancken, inmaffen sie von derwildenBaumzucht nach Anleitung der Erfahrungen,die sie durch eigeneVersuche erlangt,überaus wohl geschrieben. Des Lvelin8 8iiva or Oiscourfe of forestrrcc8 hatin Engeland soviel Liebhaber gefunden, daß es in kurzer Zeit fünffmahl nach ein-ander ist aufgelegt worden, und des Lmtx sure merstoä okimprovinA
Wstes ?i 3 mation 0kOa^8, Mm 8 öcc. so 1728 herauskommen, ist der gan-zen Ritterschafft inGroß-Britannien zur Untersuchung übergeben worden,um siezum Anbau des wilden Holzes hiedurch aufzumuntcrn.Ausscr diesen Scribcnlenwüste ich unter allen Europäischen gelehrtenHaußwirthen keinen einzigen,der vondieser Materie so gründlich und vollständig gehandelt. Wem die Scharffsin nig-keit und Accurateste der Englischen Marion bekannt ist, der wird zu diesen ^Utori-bu 8 ein gutes Vertrauen haben, und ich vermeyne meinen Landcs-Leuten einigeGefälligkeit erzeigt zu haben, daß ich aus diesen Schrifften, die ich aus Engellandverschreiben lassen, das beste und feinste gezogen, weil sie die wenigsten in ihrer eige-nen LandeS-Sprache lesen können. Meines Erachtens wird man eö auch vorkeine überflüßige Bemühung achten, daß icheinige Sätze, wo ich gesehen, daß ander Richtigkeitmancher Wahrheiten gar viel gelegen/ mit der Erfahrung dieserbeyden Engländer bestärcket,obschon derHerrvonKarlowiz ihrer Erwehnung ge-than. Man kan an denjenigen Sätzen um desto weniger zweifeln, welche unter-schiedene ^uwre 8 zu unterschiednen Zeiten, in unterschiedenen Ländern, aus eige-ner Erfahrung vor richtig erfunden.
§ 4.Uver diese Englischen^urores hab ichz ugleichvon alten und neuen so vielBotanische Bücher nachgeschlagen, als ich zu meiner Absicht vor dienlich erachtet,und beyden Gewächsen nicht nur was zu ihrer natürlichen Historie gehört, son-dern auch was ihre Theile in dem gemeinen Leben, in der Haußwirthschafft, beymancherleyKünsten und ?rc>festionen, und auch zugleich in der ^leckem vorNu-zen schaffen,mit angeführt. Aus andern Forst-und Jagd-Büchern, oder Hauß-haltungS-Schriften habe nichts entlehnet,ausser daß ich aus dcSHerrn von Göch-hausen und von Flemming Schriffteneinige von meinenSatzen bestärcket und be-festiget.
H ;.Ob ich nun wohl bey Verfertigung dieses Werikcs einige Physicalischc und BotanischeSchrifften mit zu Rathe gezogen, wie aus denen von mir jederzeit getreulich angeführten ^uro-Libu8undderen Stellen erhellet: so hab ich doch aus allen Capiteln und wohl den allen Gewäch-sen,bey Bäumen und Sträuchern, die ich beschrieben,von den mcinigen vieles hinzugefüget,da ichnicht allein diejenigen Oblervariones, die ich aufmeincn in Ober-Gachsen und andern angränzen-den Ländern von mir angestellten Reisen bei) denen von mir in Augenschein genommen Gewäch-sen gemacht, erzehlet,sondern auch das ungegründete und falsche Anführen Verändern widerlegt,und hin und wieder manche neue Versuche vorgenommen. So hab ich auch manche mir vernünff-tiq undprsäUcgblL anscheinende Vorschlägegcthan, und dadurch andern Gelegenheit gegeben derSache weiter nachzudencken.
§.6. Wie ich nun meiner natürlichen Schuldigkeit nach der Aufrichtigkeit und Bcscheidrn-heitmich gerne besteistge; Also hab ich auch,wie unter andern aus den Capirul von dcmGcschlcchtdersvrkorumzu ersehen, jederzeit redlich angezeigt, wo ich entweder in Unwissenheit oder doch inUngewißheit und Zweifel stehe, inmaffen es mir nicht möglich gewesen,alles angewendeten Mis-ses ungeachtet,die accuraten Benennungen derGewächse jederzeit zu erfahren,oder alleThcile derBäume und Sträucher als ihreBlütheu Früchte und Saamcn u. s.wzuGesichte zu bekomm.Dafern es göttlicher Mäjcstät gefällig meine Lebens-Iahrc fernerhin zu fristen, und meine Ge-sundheit zu erhalten, so werde diese Arbeit noch weiterhin fortsetzen, und in einem oder ein paarfolgenden^omis alles dasjenige anführen,was in diesem nicht berühret worden,und zu einer voll-ständigen Erkantniß der wilden Gewächse in Deutschland gehört, und am flcistgcn lesen, herum-reisen, odiel Viren und expei-ilnenrirm nichts ermangeln lassen. Lebe wohl und bediene dich dieserGchrifft zur Beförderung der Ehre GOttes,zum Nutzen des Vaterlandes, und deinem eigenenBesten. Dobriloug/dcir i6.Aprii »7-r.