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Sylvicultura oeconomica oder hausswirthliche Nachricht und naturmässige Anweisung zur wilden Baum-Zucht : nebst gründlicher Darstellung, wie zuförderst durch göttliches Benedeyen dem allenthalben und insgemein einreissenden grossen Holtz-Mangel, vermittelst Sae-, Pflanz- und Versetzung vielerhand Bäume zu rathen, auch also durch Anflug und Wiederwachs des so wohl guten und schleunig anwachsend, als andern gewüchsig und nützlichen Holtzes, gantz öde und abgetriebene Holtz-Ländereyen, Plätze und wiederum holtzreich, nütz und brauchbar zu machen ... / Hannss Carl von Carlowitz : alles zu nothdürftiger Versorgung des Hauss-, Bau-, Brau-, Berg- und Schmeltz-Wesens, und wie eine immerwährende Holtz-Nutzung Land und Leuten, auch jedem Hauss-Wirthe unschätzbaren grossen Aufnehmen, pfleglich und füglich zu erziehlen und einzuführen : worbey zugleich eine gründliche Nachricht von dem in Churfl. Sächs. Landen gefundenen Turff, desen natürliche Beschaffenheit, grossen Nutzen, Gebrauch und nützlichen Verkohlung befindlich
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und Wurtzeln der Bäume. IV.

lieh sey, daß aus den Blättern Bäume

gezogen werden können, sintemahl fast keinTheil an den Bäumen anzutreffen , der nichtauch bey dem Blat vorkommen solle, manmag nun die äußerliche Zusammensetzung ei-nes Baumes betrachten, oder dessen innerli-che. Die Wurtzeln sind zwar nicht da, sieentstehen aber bald, wenn ein Theil derBlätter in die Erde gesetzt wird. Aus demStiel des Blats entstehet der Stamm nachund nach, und die Aeste stellen die subtilenAdern vor, es ist alles mit fruchtbaremSafft angefüllt, der in den Blättern, wiein dem gantzen Baum herum circulirt, in-Massen die Blatter eben so wohl, als dergautze Baum, solche Röhren haben, die ihnenNahrungs-Gafft zuführen, und auch wiederzurück, es ist demnach nichts im Wege, daßsie nicht sollen können zu Bäumen wer-den.

H. io. Es haben auch unterschiede-ne, von welchen sich insonderheit der Herr-^Asicola, in Regenspurg, sehr bekandt ge-macht, mit den Blättern der Ocrouen,Pomecantzen, Simonen und anderer Bäu-me, würckliche Versuche angestellt, dieStiele unten mit einer gewissen lVlumie,die aus Serpentin > ^loe^ Myrrhen , Pechund andern dergleichen ^acerien zubereitetgewesen, verwahret, und sie so kieff in dieErde gesteckt, daß sie um den dritten Theilherausgeragct, da sie denn befunden, daß sienachgehends in dem andern Jahre Würtzel-chen geschlagen. Dieses mag nun wohl voreine Kuriosität palsiren, und gehet Mit denBlättern einiger ausländischen Bäume garvffters an, würde aber bey den Wäldernund der wilden Baum-Zucht gar schlechtenNutzen schaffen, auch allzuviel Weitläufftig-keit verursachen, da man auf andre Weiseviel leichter dazu kommen kam

§. n. Die Art und Weise, wiedie grober» Theile der Blätter zusammengesetzt, kan man am besten erkennen, wennman sie gegen das Licht bey der Abend-Zeit,oder am Lage gegen die Sonne zu hält;da siehet man, wie das ganye Gewebe derBlätter in einander ausgebreitet. Willman aber noch eine genauere Untersuchungder Blätter anstellen, so muß mau die Ver-grössmmgs-Gläser zu Hülste nehmen. Derberühmte ^nsromicu8 in Amsterdam , bri.ckl icsi Kuylub. hat bey dem Anhange seinerWUde Baum-Zucht Dritter Theil.

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Rnarom, scheu Schafften, und zwar in dencuris polterioribus und renovaris, aNgc«wiesen, wie man die Blätter, Stämme undFrüchte der cinheunischen und ausländischenvsiantzen, und deren von ihrem Fleisch abge-sonderten Iäserchen auf das deutlichste vorAugen legen soll, so, daß alle derselbenGänge nicht ohne Vergnüge,» anzusehen;Er läst das Fleisch von den Blättern undFrüchten der Pflantzen durch gewisse Wür-mer abfressen, um die natürliche Lage derJaserchen zu entdecken, wovon einige Probenin Kupffer vorgestellt werden.

§. iL. Die gemeine Anmercknng,die er von den Raupen und anderm Unge-ziefer erlernt, da sie die gröbsten und säst-rigstcn Theile der Blatter benagen, hat ihmzu dieser Erfindung Gelegenheit gegeben.Es verschonen zwar die Raupen, wo sie inMenge ansetzen, weder der frischen noch derschwachen Bäume; jedoch hak man nicht sel-ten wahrgenommen, daß sie sich an diejeni-gen Baume machen, bey denen die Blätter,wegen einer innerlicher, oder äußerlichen Ur-sache, von schwachem Triebe, oder wenigemSafft. Der fleißige Naturforscher, HerrFrisch in Berlin , hat a. 172«. bey der lusti-gen Lindenallee zur Neustadt an Berlin bemerktet, daß sie fast gany von den Rau-pen abgefressen worden, weil man den Bäu-men vor einigen Jahren des Frostes wegeneinige Aeste abgesägt, und die Linden alsoan ihrer Kraffr schon gar vieles verlohren.Er meynet, daß auch dieses zu ihrerSchwachheit mit könte gehvlffen haben, daßdie ersten Blätter in den Knospen durch ei-nen Zufall des Wetters Schaden erlitten,oder weil ihnen wegen des Steinpflastersumher, und wegen des Schnees und Eyses,so unter den Bäumen immer ftärcker undlänger liegt, keine genügsame Winker-Nässezukommen können, oder auch endlich, weildas Jahr vorhero die Hitze solche Baumegar sehr geschwächt.

§. >z. Die Blatter der ^bst-Bäu-me werden bißweilen mit vielen Flecken, wiemit Rostflecken bezeichnet, welches mehren«theils einem scharffen Honig oder Mehl-thau zuzuschreiben, zu Zeiten vsilervirtman auch, daß in dem Grünen gewisse ?i-§men,als Buchstaben, Schlängelchen undz dergleichen eingeätzt sind. Manche einfal-, tige wollen ein groß Wunderwerck hieraus(^2 rna«

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